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Gewerkschaft fordert Chipmilliarden vom Bund ein

Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Anteil wird auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel
Intel will in Magdeburg investieren, wenn die Subventionen fließen. Foto: Intel

IGBCE: Ostdeutschland hat Ansiedlungen von Intel und TSMC bitter nötig

Berlin/Dresden/Magdeburg, 28. November 2023. Der Bund muss seine Milliardenversprechen für die Chipfabrik-Ansiedlungen von Intel, TSMC & Co. in Ostdeutschland unbedingt einhalten. Das hat die Nordost-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak von der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE) heute gefordert.

„Werden täglich die Bundesregierung an ihre Zusicherung erinnern“

„Wir werden um den Bau und die Erweiterung der Chip-Ansiedlungen kämpfen und täglich die Bundesregierung an ihre Zusicherung erinnern, dass es bei den Investitionen in Dresden und Magdeburg bleiben muss“, kündigte die Gewerkschaftlerin an. „Wir haben die Chip-Milliarden insgesamt bitter nötig. Sie sind zentraler Bestandteil und Voraussetzung für eine gelingende Strukturpolitik in Ostdeutschland.“ Neben den Arbeitsplätzen in Dresden und Magdeburg stehe auch das internationale Ansehen und die notwendige Resilienz in der Halbleiterproduktion in Deutschland und Europa auf dem Spiel.

Bundesampel sind die Chipgesetz-Milliardenkredite flöten gegangen

Hintergrund: In Dresden und Magdeburg planen die Halbleiter-Konzerne TSMC und Intel milliardenschwere Investitionen, die – inklusive Umfeld-Jobs – für Zehntausende neue Arbeitsplätze in Sachsen und Sachsen-Anhalt sorgen dürften. Im Gegenzug hatte die Bundesampel hohe Subventionen nach den Regeln des europäischen Chipgesetzes versprochen. Zudem bemüht sich auch die Dresdner Chipfabrik von Globalfoundries um Chipgesetz-Beihilfen für einen massiven Ausbau. Seit dem jüngsten Schuldenbremse-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes fehlen der Regierung in Berlin nun jedoch mindestens 60 Milliarden Euro im „Klima- und Transformationsfonds“, aus dem die Ampel die Mikroelektronik-Zuschüsse auf Pump bezahlen wollte.

Sorge um neuen Mikroelektronik-Aufschwung in Deutschland

Die jüngsten Signale aus Berlin deuten darauf hin, dass der Bund die Subventionsversprechen an TSMC und Intel einhalten will. Woher das Geld kommen soll, ist allerdings noch nicht so recht klar. Daher sorgen sich nicht nur die Gewerkschaften, dass der neue Mikroelektronik-Aufschwung in Deutschland – zu dem beispielsweise auch die Wolfspeed-Ansiedlung im Saarland zu rechnen ist – an der Bundesschuldenmisere kollabieren könnte.

Autor: hw

Quellen: IGBCE, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger