Monate: Mai 2021

Das "Advanced Train-Lab" ist ein Das advanced TrainLab ist ein Versuchsträger der Deutschen Bahn für neue Zugtechnologien. Eingebaut sind auch drei Mobilfunkantennen für das 5G-Netz, das im Erzgebirge gestetet wird. Foto: Kai Michael Neuhold für die Deutsche Bahn AG

Globalfoundries plädiert für 30-Minuten-Schnellbahn Dresden-Görlitz

Elektronikriese begrüßt Großforschungspläne für Lausitz, verweist aber auf Verkehrsprobleme Dresden/Görlitz, 14. Mai 2021. Das Mikroelektronik-Unternehmen „Globalfoundries“ begrüßt die Vorschläge wissenschaftlicher Institute aus Dresden und Chemnitz, neue technologieorientierte Großforschungszentren in der sächsischen Lausitz anzusiedeln. Dazu gehört beispielsweise das Konzept des Dresdner Organikelektronik-Papstes Prof. Karl Leo von der TU Dresden, in der Lausitz ein „Saxonian Institute of Technology“ zu etablieren, wie auch der Plan von Prof. Harald Kuhn vom Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme (Enas), bei Görlitz ein großes Nanoelektronik-Forschungszentrum einzurichten.

Nachrichten-Apps wie Whatsapp, Facebook-Messenger, Telegram und Signal gehören längst zum Alltag - allein in Deutschland nutzen 50 Millionen Menschen solche Dienste. Foto: Heiko Weckbrodt

50 Millionen in Deutschland verwenden Messenger-Dienste

Auch jeder 2. Senior nutzt Whatsapp & Co. Berlin, 14. Mai 2021. Digitale Nachrichten auszutauschen gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag – und zwar über fast alle Altersgruppen hinweg: Rund 50 Millionen Menschen in Deutschland – und damit 69 Prozent aller Über-14-Jährigen – nutzen mittlerweile Nachrichten-Apps wie WhatsApp, den Facebook-Messenger, Telegram und Signal. Das geht aus Umfragen von „Bitkom Research“ hervor.

Gestatten: eine "Kilonova". Die Visualisierung zeigt, wie bei der Kollision zweier Neutronensterne ein gewaltiger (für das menschliche Auge tatsächlich aber unsichtbarer) Gamma-Blitz entsteht. Visualisierung: NASA

Neutronenstern-Verschmelzung in Erdnähe?

Dresdner Helmholtz-Forscher berichten über kosmisches Plutonium vom Grund des Pazifik Dresden, 13. Mai 2021. Womöglich sind zwei Neutronensterne in – nach kosmischen Maßstäbe – Erdnähe miteinander verschmolzen. Doch keine Panik: Wenn überhaupt, dann ereignete sich diese Superkatastrophe im All bereits vor Millionen von Jahren. Indizien dafür haben nun internationale Forschungsteams tief unten auf dem pazifischen Meeresboden entdeckt, berichtet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das an den Experimenten beteiligt war.

Der Mikroelektronik-Experte Dr. Jonas Sundqvist ist der Geschäftsführer von "Alix Labs" im schwedischen Lund. Foto: Alix Labs

Schweden wollen mit Ätz-Spalttechnik Chipproduktion in Sachsen umkrempeln

Alix Labs aus Lund testet Verfahren nun im Silicon Saxony Lund/Bannewitz, 13. Mai 2021. Ingenieure aus Schweden und Sachsen wollen gemeinsam die Mikroelektronik-Produktion umkrempeln. Dafür hat das schwedische Technologie-Unternehmen „Alix Labs“ ein Verfahren entwickelt, das die Produktion neuester Computerchips mit Strukturgrößen unterhalb von zehn Nanometern (Millionstel Millimeter) stark vereinfachen und verbilligen soll. Dabei geht es auch darum, den Einsatz teurer Belichtungsanlagen mit „Extremer Ultraviolett-Strahlung“ (EUV) zu vermeiden, die etwa 120 Millionen Euro pro Maschine kosten und für die es weltweit nur eine Quelle gibt: ASML aus den Niederlanden. Um auf alternativen Wegen feinste Chipstrukturen zu erzeugen, setzen die Schweden auf eine „Pitch-Splitting-Methode“ (APS) mittels Atomlagen-Ätzen (Atomic Layer Etching, abgekürzt ALE). „Plasway Technologies“ aus Bannewitz in Dresden transferiert dieses Verfahren nun in einen industrienahen Maßstab auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer).

Ein Psiquantum-Wafer in der Globalfoundries-Produktion. Foto: Globalfoundries

Globalfoundries steigt in Quantenchip-Produktion ein

Dresdner Fabrik liefert Teil der Elektronik für kalifornischen Eine-Million-Qubit-Computer Dresden/Malta/Palo Alto, 12. Mai 2021. Globalfoundries Dresden beteiligt sich künftig an der Produktion neuartiger photonischer Quantenchips. Das geht aus einer Mitteilung des Halbleiter-Auftragsfertigers gemeinsam mit dem kalifornischen Projektpartner „Psiquantum“ aus Palo Alto hervor. Benötigt werden derartige Quantentechnologie-Bausteine, um sehr leistungsfähige Supercomputer und Code-Knacker herzustellen. Dieser Rechner sollen revolutionäre Fortschritte in der Medikamenten-Entwicklung, Landwirtschaft, im Klimaschutz und bei der Suche nach neuartigen Werkstoffen ermöglichen.

Nächtliche Leuchteffekte am Fahrrad dank organischer Technologie der TU Dresden. Foto: Max Gmelch, Felix Fries, Sebastian Reineke

Das Phosphor-Rad sieht jeder

TU Dresden hat nachleuchtende Folien entwickelt, die Fahrrädern mehr Chic verleihen Dresden, 12. Mai 2021. Einen neuen Pfad hin zu einer neuen Organikelektronik-Generation haben Prof. Sebastian Reineke und seine 20-köpfige „Lexos“-Gruppe (steht für „Light-Emitting and eXcitonic Organic Semiconductor“) vom Institut für Angewandte Physik (IAP) der TU beschritten. Die Forscher und Forscherinnen haben wiederbeschreibbare Leuchtetiketten entwickelt, die für eine gewisse Zeit Firmengeheimnisse verstecken können, und organische Reifen-Beschichtungen, die Fahrräder in der Nacht stimmungsvoll leuchten lassen.

So luftig könnte das geplante Großforschungszentrum „Lausitz Art of Building“ (Lab) dank moderner Karbonbeton-Technologien aus Dresden wirken. Visualisierung: Henn Architekten

Dresdner Karbonbeton-Pionier schlägt riesiges Baulabor in der Lausitz vor

Auch TU Dresden bewirbt sich um Kohle-Millionen von Bund und Freistaat Sachsen Dresden, 11. Mai 2021. Karbonbeton-Professor Manfred Curbach von der TU Dresden schlägt für die Lausitz ein Großforschungszentrum „Lausitz Art of Building“ (Lab) vor, das umweltfreundliche und ressourcensparende Zukunftstechnologien für das Bauen entwickeln soll. Entstehen soll so „das größte Laboratorium Europas im Bauwesen“, heißt es in der Ankündigung der Dresdner Uni.

Datenbrillen mit "augmentierter Realität" (AR) können beispielsweise Ärzten künftig Zusatzinformationen über einen behandelten Patienten einblenden. Daran arbeitet unter anderem der "Semeco"-Partner "Else-Kröner-Fresenius-Zentrum Digital Health" (EKFZ) in Dresden gemeinsam mit der Firma Tooz aus Aalen. Foto/Montage: Tooz

Semeco-Zentrum für hochsichere Medizinelektronik in Dresden geplant

Uni bemüht sich um Zukunftscluster-Geld vom Bund Dresden, 11. Mai 2021. Um neue Medizintechnik künftig rascher und dennoch sicher für Patienten nutzbar zu machen, wollen das die TU Dresden und seine Partner ein neues Forschungsnetzwerk namens „Semeco“ knüpfen. Das hat Prof. Gerhard Fettweis vom federführenden Barkhausen-Institut der Dresdner Uni angekündigt. Dort wollen Elektroingenieure, Experten für Künstliche Intelligenz, Ärzte und andere Spezialisten gemeinsam hochsichere Computerchips, Sensoren und Mikrosysteme für innovative Medizintechnik entwickeln. Dafür haben die Partner beim Bundesforschungsministerium Fördergeld aus dem Zukunftscluster-Programm beantragt und sind damit inzwischen in die Endauswahl gekommen, berichtet der Mobilfunk-Experte Prof. Gerhard Fettweis.

Ein Mitarbeiter testet einen Fabmatics-Roboter mit einer 200-mm-Waferkassette. Foto: Fabmatics

Fabmatics Dresden profitiert vom globalen Chip-Boom

Steigende Nachfrage für Fabrik-Nachautomatisierung à la Saxony Dresden, 10. Mai 2021. Durch den globalen Mikroelektronik-Boom füllen sich beim sächsischen Automatisierungs-Spezialist „Fabmatics“ die Auftragsbücher. Nachdem die Dresdner bereits viele ältere Chipfabriken in Deutschland nachautomatisiert und damit wettbewerbsfähiger gemacht hatten, kommen mittlerweile auch verstärkt Anfragen aus Amerika und Asien. „In den USA gibt es viele 200-Millimeter-Fabriken, die unser Spezialgebiet sind und viel Potenzial für uns bereithalten“, schätzt Fabmatics-Chef Andreas Purath ein.

In der Wasser-, Energie- und Pflanzenfabrik der "Zukunftsfabrik Lausitz" sollen künftig modernste Technologien und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Realmaßstab kombiniert und dabei vorhandene Kompetenzen und Infrastrukturen in der Lausitz genutzt werden Foto: Fraunhofer IKTS

Fraunhofer schlägt Zukunftsfabrik für Wasser, Energie und Essen in der Lausitz vor

Großforschungszentrum soll Antworten auf den globalen Ressourcenhunger liefert Dresden, 10. Mai 2021. Eine „Zukunftsfabrik“ soll künftig in der sächsischen Lausitz bahnbrechende Lösungen für das ressourcen-sparende Wirtschaften von morgen finden. Im Fokus sollen dabei umweltfreundliche Wasser-, Energie- und Ernährungstechnologien stehen. Fraunhofer sowie Hochschulen und Unternehmen aus Sachsen schlagen dem Bundesforschungsministerium dafür ein Großforschungszentrum vor, in dem interdisziplinäre Teams moderne Technologien und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Fabrikmaßstab kombinieren, um den Verbrauch von Wasser, Energie und Nutzflächen drastisch zu senken.

Die Leipziger App "Wundera" unterstützt Pfleger mit KI-Hilfe Pfleger dabei, chronische Wunden von Patienten zu dokumentieren. Foto: Sciendis

Millionenspritze für Leipziger Medizin-App Wundera

Sächsische Fonds stocken Beteiligung an Sciendis auf Leipzig, 10. Mai 2021. Das junge Medizin-Software-Unternehmen „Sciendis“ aus Leipzig bekommt eine weitere millionenschwere Kapitalspritze, um seine Wundheil-Dokumentations-App „Wundera“ zu verbessern zu vermarkten. Das geht aus einer Mitteilung des „TGFS Technologiegründerfonds Sachsen“ hervor, der gemeinsam mit der „Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen“ nun mit einem nicht näher bezifferten „siebenstelligen“ Betrag seine Beteiligung an Sciendis aufstockt.

Anlage für die Atomlagenabscheidung von FHR. Foto: FHR

Was ist Atomlagenabscheidung (Atomic Layer Deposition = ALD)?

Um sehr dünne Schichten zu erzeugen, die zum Beispiel die Reibung eines Motorzylinders mindern, einer Siliziumscheibe neue Computerchip-Elemente zufügen oder ein Feuerwehrhelm-Visier gegen Hitze und gleißende Helle schützen, gibt es verschiedene Verfahren, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Solche Dünnschichten lassen sich beispielsweise durch Lichtbögen, Elektronenstrahlen oder durch Kathodenzerstäubung („Sputter“) erzeugen. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Atomlagen-Abscheidung, englisch „Atomic Layer Deposition“ (ALD) genannt. Dieses Verfahren gilt zwar als eher langsam, aber auch als sehr präzise: Wie es der Name schon andeutet, lassen sich damit sogar Schichten erzeugen, die nur eine einzige Atomlage dünn sind. Entwickelt wurde diese Technologie in den 1960ern in der Sowjetunion und in den 1970ern in Finnland. Heute wird die ALD vor allem in Halbleiter-Fabriken eingesetzt. Und das funktioniert so: