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DDR-Babyjahr machte Menschen dauerhaft zufriedener

Forscherinnen und Forscher der Uniklinik Dresden suchen mit europäischen Kollegen nach Biomarkern, die bei Kindern auf Überreaktionen des Immunsystems - SIRIS genannt - hindeuten. Durch solche Ansätze der personalisierten Medizin sollen Ärzte künftig SIRS schneller diagnostizieren und die richtige Therapie dagegen herausfinden können. Foto: Hochschulmedizin Dresden

Foto: Hochschulmedizin Dresden

Ifo-Forscherinnen haben Wirkungen der ostdeutschen Elternzeit-Reformen in der Ära Honecker ausgewertet

Dresden, 31. Mai 2021. DDR-Kinder, deren Mütter eine bezahlte Elternzeit genommen haben, waren später als Erwachsene zufriedener und glücklicher. Das haben Katharina Heisig und Larissa Zierow vom Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo in Dresden herausgefunden. Darauf hat das Institut mit Blick auf den morgigen Kindertag hingewiesen.

Zufriedenheitswerte blieben in Umfrage auch Jahrzehnte später höher

Demnach wirkten die ostdeutschen Babyjahr-Reformen von 1976 und 1986, die die bezahlte Elternzeit zunächst von fünf auf zwölf Monate und dann auch Mütter mit nur einem Kind ausdehnten, über Jahrzehnte fort: In Umfragen für das „Sozioökonomische Panel“ (SOEP) zwischen 2000 und 2016 waren Menschen, deren Mütter das Babyjahr genutzt hatten, im Schnitt acht Prozent zufriedener mit ihrem Leben als solche, die beizeiten in eine Krippe oder Wochenkrippe kamen.

Im ersten Jahr entstehen wichtige Mutter-Kind-Bindungen

Die Autorinnen erklären sich dies durch ein inzwischen breit akzeptierte entwicklungspsychologische Annahme, laut der „besonders die ersten zwölf Lebensmonate für die Entwicklung der Bindungssicherheit eines Kindes von großer Bedeutung“ sind. „Eine Verlängerung der Elternzeit, die diese kritische Phase komplett abdeckt, sollte sich demnach positiv auf die Entwicklung eines Kindes auswirken“, heißt es in der Studie.

Autor: hw

Quelle: Ifo Dresden

Wissenschaftliche Publikation:

Heisig, Katharina und Larissa Zierow (2020), „Elternzeitverlängerung in der DDR: Langfristig höhere Lebenszufriedenheit der Kinder“, ifo Dresden berichtet, 27