Monate: September 2019

Haben die "Saxonia Awards 2019" gewonnen: Lina Peters, Anja Reusch, Carolin Schoss, und Karin Lampesberger. Foto Tobias Koch

Saxonia-Preise: Ein Tick in der Computerwelt

Saxonia Systems Dresden ehrt vier junge Informatikerinnen mit besonderen Abschlussprojekten Dresden, 23. September 2019. Wie verhält sich ein Computer mit Tourette-Syndrom? Wird je eine Künstliche Intelligenz imstande sein, die Feinheiten der deutschen Grammatik zu durchschauen? Und können uns virtuelle Roboter wiederum helfen, Suaheli, Finnisch oder andere fremde Sprachen zu lernen? Diesen und weiteren faszinierenden Fragen an unsere digitale Zukunft haben sich vier junge Informatikerinnen aus Dresden. Leipzig, Chemnitz und Berlin gewidmet. Und sie haben dabei in ihren Studienabschluss-Arbeiten so herausragende Ergebnissen erzielt, dass die Dresdner Software-Schmiede „Saxonia Systems“ diese Nachwuchs-Expertinnen nun mit dem „9. Saxonia Woman Award” ausgezeichnet hat. Die Jury würdigte zudem auch das gesellschaftliche Engagement der vier Preisträgerinnen.

Noomi Rapace als beinharte Hackerin Lisbeth Salander in der schwedischen Verfilmung von "Verblendung", des 1. Teils der Millennium-Reihe. Foto: Warner

„Vernichtung“: Journalist und Hackerin decken Everest-Verschwörung auf

David Lagercrantz veröffentlicht letzten Milennium-Krimi mit Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander Ein alter, vernarbter Mann mit einer seltsam würdevollen Aura bettelt in Stockholm. Irgendwie scheint er gar nicht hierher zu passen. Und dann fängt der Obdachlose an, schwerwiegende Beschuldigungen gegen Promis auszustoßen. Trug etwa der schwedische Außenminister in seiner Jugend womöglich schwere Schuld an einer Himalaja-Expedition, die damals in einem Fiasko endete? Der Journalist Mikael Blomkvist beginnt tiefer zu graben. Dafür bittet er Super-Hackerin Lisbeth Salander um Hilfe, die eigentlich gerade damit beschäftigt ist, ihre böse Schwester in Moskau ein für alle Mal loszuwerden. Und es kommt, wie es in „Millennium“-Krimis kommen muss: Durch ihre Recherchen decken Mikael und Lisbeth üble Seilschaften in den höchsten Ebenen auf – und bringen sich damit bald in Lebensgefahr. „Vernichtung“ heißt dieser neueste und voraussichtlich letzte Titel der skandinavischen Erfolgsreihe.

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Leichtes Besucher-Minus in Programmkinos

Gesamter Kinomarkt schrumpft hingegen um fast 14 % Berlin, 22. September 2019. Während der deutsche Kinomarkt im Jahr 2018 insgesamt stark geschrumpft ist, kamen die Programmkinos mit ihrem anspruchsvollen Filmprogramm im Vergleich zu den großen Multiplexen vergleichsweise gelinde davon. Das geht aus der Untersuchung „Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filmen im Jahr 2018“ hervor, die die Filmförderungsanstalt (FFA) aus Berlin nun vorgelegt hat.

Das Körnerdenkmal am Georgplatz in Dresden. Bildhauer Ernst Julius Hähnel gestaltetete 1869 den Dichter als Krieger und Helden. Foto: Jürgen Münster

An fast vergessene Werke von Theodor Körner erinnert

„Dresdner Literatour“ endete im „Körnergarten“ Dresden, 21. September 2019. Er gilt als Dichter der anti-napoleonischen Befreiungskriege und nationale Ikone der Deutschen: Vor 228 wurde Theodor Körner geboren. Er hat sich gerade auch in Dresden in das Gedächtnis der Stadt eingegraben, vor allem in Loschwitz, aber auch durch ein Denkmal in der Innenstadt. Literaturfreunde würdigten den Schriftsteller nun mit einer „Dresdner Literatour“. Der Verleger und Initiator Heinz Freiberg berichtet im Oiger darüber.

Das Forschungsfluzeug Polar 5 überfliegt das Forschungsschiff Polarstern bei einem Zwischenstopp auf Spitzbergen (2015). Foto: Alfred-Wegener-Institut / Thomas Krumpen (CC-BY 4.0)

„Polarstern“ untersucht Klimawandel nahe am Nordpol

Auch Forscher aus Sachsen an Bord Leipzig, 20. September 2019. Der Eisbrecher „Polarstern“ ist heute vom norwegischen Tromsø gen Arktis aufgebrochen. Im Zuge der Expedition „Mosaic“ wollen sich die Wissenschaftler vom Wintereis einschließen lassen und dann Daten zur Wechselwirkung zwischen Atmosphäre, Ozean und Meereis sowie zum polaren Ökosystem in Nordpol-Nähe sammeln. Das hat die Uni Leipzig mitgeteilt: An Bord sind nämlich auch Forscher aus Sachsen.

Professor Christian Mayr, Leiter der Professur für Hochparallele VLSI-Systeme und Neuromikroelektronik an der TU Dresden, mit einer Platine, auf die Spinnaker2-Prototypenchips aufgelötet sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner bauen künstliches Superhirn

EU und Sachsen schießen 8 Millionen Euro für den ARM-basierten Neurocomputer zu Dresden, 20. September 2019. Neuroelektroniker von der TU Dresden konstruieren bis Ende 2021 für acht Millionen Euro ein künstliches Superhirn nach dem Vorbild der Natur. 80 Prozent der Finanzierung für den „Spinnaker 2“ übernimmt die EU, das verbleibende Fünftel zahlt der Freistaat Sachsen. Die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) verband die heutige Förderzusage mit der Hoffnung, dass diese neue Neurocomputer-Technologie für neue Industrie-Arbeitsplätzen im Freistaat sorgt.

Scharfes ist wieder im Kommen: Ingo Mager schleift ein Messer solange, bis die Tomate beim bloßen Anblick zerfällt. Eine große Schleifwerkstatt hat er an der Großenhainer Straße, im Laden an der Alaunstraße in Dresden gibt er seine Kurse. Foto: Heiko Weckbrodt

Scharf, Bio und bunt: Handwerk auf Innovationskurs

Wenn Haarescheiden und Brötchenbacken allein nicht mehr reichen… drei Beispiele aus Dresden Dresden, 19. September 2019. Der digitale Wandel, veränderte Konsumentenwünsche, mehr staatliche Regulierung und neue, teils transnationale Mitspieler auf dem Markt stellen viele alteingesessene Handwerker vor existenzielle Probleme. Doch mehr und mehr Familien-Kleinbetriebe reagieren mit faszinierenden Produkten, technischen Innovationen und veränderten Geschäftsmodellen auf diesen Wandel. Und dabei agieren sie inzwischen oft sehr erfolgreich, schätzt der Dresdner Handwerkskammer-Präsident und Dachdecker Jörg Dittrich ein. „Steigende Umsätze, volle Auftragsbücher, exzellentes Geschäftsklima: Vielen Handwerksbetrieben geht es richtig gut“, meint er. „Doch dies kommt nicht von ungefähr sondern ist das Ergebnis von harter Arbeit und Innovationsfreude.“

Quantencomputerlabor von IBM. Foto: IBM

IBM eröffnet 1. Quantencomputer-Rechenzentrum

Auch bisher größter Quantencomputer mit 53 Qubit geplant New York, 19. September 2019. IBM hat sein erstes kommerzielles Quantencomputer-Rechenzentrum eröffnet. Das hat der US-Elektronikkonzern nun mitgeteilt. Das Zentrum ist in Poughkeepsie bei New York angesiedelt. Installiert seien dort zehn Quantencomputer. Demnächst will IBM auch einen 53-Qubit-Quantencomputer dort aufbauen.

Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen als zentrale Schlüsseltechnologie des Digital-Zeitalters. Die Deutschen sehen die KI-technologie aber eher skeptisch und risikobehaftet. Foto: Geralt. Pixabay, CC0-Lizenz

Bund siedelt Agentur für Sprunginnovationen in Leipzig an

Rund 100 Millionen Euro Jahresbudget versprochen Leipzig/Berlin, 18. September 2019. Die Bundesregierung richtet eine neue Agentur für Sprunginnovationen in Leipzig ein. Das haben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) mitgeteilt. In der als GmbH organisierten Agentur sollen bis zu 50 Spezialisten „bahnbrechenden Innovationen ,made in Germany’ zum Durchbruch verhelfen“ – und dies möglichst rasch, hieß es von den Ministern. Der Bund werde dafür eine Milliarde euro, verteilt über zehn Jahre, zur Verfügung stellen.

Prof. Karl Leo und Dr. Jan Blochwitz-Nimoth im "Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Material" (IAPP). Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Organikelektroniker schöpfen Hightech-Firmen in Serie

TU-Rektor: Gründungsfieber des Leo-Teams sollte Schule machen Dresden, 18. September 2019. Das Dresdner Zentrum für angewandte Physik und Photonik (IAPP) gehört zu den erfolgreichsten Instituten der TU Dresden – gemessen an Forschungsergebnissen, Ausgründen, Patenten und Preisen. „Das IAPP ist vorbildgebend“, belobigte Uni-Rektor Hans Müller-Steinhagen das Team rund um den Dresdner Organikelektronik-Papst Prof. Karl Leo während einer Feier am Dienstagabend zum 111. Jubiläum des Instituts. „Hier wird nicht nur Forschung im Elfenbeinturm betrieben, sondern auch immer gefragt: Was können wir aus unseren Erkenntnissen machen?“.

In einem mit Licht erzeugten Gitter gasförmiger Rubidiumatome breiten sich verschränkte Paare doppelt besetzter und leerer Gitterplätze aus. verschränkungseffekte könnten auch für die Konstruktion neuer Quantencomputer genutz werden. Visualisierung: Woogie-Works-Animation-Studio, MPG

Laborzentrum für Quantenkommunikation entsteht in Dresden

Sachsen hoffen auf Impulse für ihre Mikroelektronik Dresden, 17. September 2019. Der Freistaat Sachsen will in der Schlüsseltechnologie „Quantenkommunikation“ den Anschluss gewinnen. Dafür wollen die Sachsen und die Bayern einerseits eine möglichst abhörsichere Behörden-Kommunikation per Quantenverschränkung gemeinsam testen. Außerdem richten der Freistaat und die Fraunhofergesellschaft in Dresden ein neues „Laborzentrum für Quantenkommunikation“ ein. Das hat heute die sächsische Staatskanzlei angekündigt.

Die "2Datenspuren 2019" in Dresden stehen diesmal unter der Devise "Patch gehabt". Abb.: C3D2

Datenspuren und Anarcho-Fest im Zentralwerk Dresden

Chaos Computer Club Dresden gibt Vorträge und Tipps rund um Computer, Datensicherheit und Digitalisierungs-Religionen Dresden, 17. September 2019. Feministischer Hackerinnen, Problemlöser, Anarchisten und IT-Technologen bevölkern vom 20. bis 22. September 2019 das „Zentralwerk“ in Dresden: Zum einen lädt dort der „Chaos Computer Club Dresden“ (C3D2) zum Datenspuren-Festival „Patch gehabt“ ein, andererseits klingen in dem Komplex an der Riesaer 32 am Wochenende auch die „Libertären Tage Dresden” aus. Darauf hat Nerd Nobert alias Martin Christian hingewiesen.

Ingenieurin Marie Jurisch zeigt eine Gas-Turbine für die Stromerzeugung, hergestellt mit industriellen 3D-Druckern, Im Fraunhofer-Institutszentrum an der Winterbergstraße in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Kraftwerks-Herz aus dem 3D-Drucker

Fraunhofer Dresden druckt Turbine mit Laser und Elektronenstrahlen in der Metallschmelze Dresden, 17. September 2019. Fraunhofer-Ingenieure haben gemeinsam mit Partnern aus Moritzburg das Herz klassischer Kraftwerke, eine Dampfturbine, mit industriellen 3D-Druckern hergestellt – und auch zum Laufen gebracht. Nur die Welle und ein paar Kleinteile entstanden in klassischen Fertigungsverfahren. Zwar wird dieser 1:4-Nachbau einer Siemens-Turbine so zwar nicht in Serie gehen. Die mit Laser- und Elektronenstrahl-Anlagen gedruckte Maschine soll aber demonstrieren, was mittels der sogenannten „additiven Fertigung“ künftig alles möglich ist.

Prof. Dr. Uwe Aßmann, Dekan der Fakultät Informatik, Technische Universität Dresden in den Technischen Sammlungen Dresden, Sonderausstellung "Schöne neue Cyberwelt? Computerspiele und Gesellschaft" Foto: Heiko Weckbrodt

Sächsische Dekane fordern doppelt soviel Informatik-Ausbildung

Damit Software-Boom im Freistaat nicht abstirbt, soll sich Kapazität von 900 auf 2000 Absolventen pro Jahr erhöhen. Dresden, 16. September 2019. Damit das vielversprechende Wachstum der sächsischen Software-Industrie nicht durch zunehmende Fachkräfte-Engpässe abgewürgt wird, haben der Informatik-Professor Uwe Aßmann von der TU Dresden und weitere Dekane eine Ausbildungsoffensive vom Freistaat gefordert. In ihrem Strategiepapier „Nu.digital“ appellieren sie an die Bildungspolitiker, die akademischen Ausbildungskapazitäten für Informatiker in Sachsen zu verdoppeln und außerdem Roboterlabore für Schüler auf dem Lande einzurichten.

Hanna (Hani Furstenberg) will zunächst nicht wahrhaben, dass sie einen Beschützer erschaffen hat, der zugleich Vernichter ist. Abb.: Sony

Bluray „Golem Wiedergeburt“: Hanna beschwört einen Horror-Beschützer

100 Jahre nach Paul Wegener interpretieren die Paz-Brüder eine alte jüdische Legende neu Mit seinem expressionistischen Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ setzte der deutsche Regisseur Paul Wegener vor 100 Jahren einer alten jüdischen Legende ein Denkmal – und prägte unser Bild von diesem mystischen Beschützer der jüdischen Diaspora in Europa. Die Gebrüder Yoav und Doron Paz haben in ihren Horrorfilm „Golem Wiedergeburt“, der nun fürs deutsche Heimkino erschienen ist, die Wegener-Ideen aufgenommen, aber der alten Legende auch einen neuen Dreh gegeben.