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An fast vergessene Werke von Theodor Körner erinnert

Das Körnerdenkmal am Georgplatz in Dresden. Bildhauer Ernst Julius Hähnel gestaltetete 1869 den Dichter als Krieger und Helden. Foto: Jürgen Münster

Das Körnerdenkmal am Georgplatz in Dresden. Bildhauer Ernst Julius Hähnel gestaltetete 1869 den Dichter als idealisierten Krieger und Helden. Foto: Jürgen Münster

„Dresdner Literatour“ endete im „Körnergarten“

Dresden, 21. September 2019. Er gilt als Dichter der anti-napoleonischen Befreiungskriege und nationale Ikone der Deutschen: Vor 228 wurde Theodor Körner geboren. Er hat sich gerade auch in Dresden in das Gedächtnis der Stadt eingegraben, vor allem in Loschwitz, aber auch durch ein Denkmal in der Innenstadt. Literaturfreunde würdigten den Schriftsteller nun mit einer „Dresdner Literatour“. Der Verleger und Initiator Heinz Freiberg berichtet im Oiger darüber.

Körner-Erinnerung eng mit Loschwitz verbunden

Den Körners kann man in dieser Stadt auf Schritt und Tritt begegnen. Allein im örtlichen Telefonbuch sind über 50 Einträge dieses Familiennamens zu finden und im weltweiten Netz noch weitaus mehr. Doch hier soll von der Dresdner Familie Körner die Rede sein, ohne die ein ganzer Stadtteil nicht sein kann. Von Dietrich Buschbeck ist in der Zeitschrift „Elbhang-Kurier“ vom 1. August 2013 unter der Überschrift „Loschwitz ist ohne (Theodor) Körner nicht denkbar“ unter anderem zu lesen:

„Mit dem Körnerhaus, dem Körnerweg und -platz (bereits 1895 so benannt) verbinden die Loschwitzer seit Jahrzehnten ihre emotionale Nähe zur namensgebenden Familie Körner, deren berühmteste Repräsentanten Vater Christian Gottfried (1756 – 1831) und Sohn Carl Theodor (1791 – 1813) hießen. Wer seine diesbezügliche Zuneigung im hiesigen ,Körnergarten’ auch kulinarisch-gastronomisch ausleben will, muss aber – so belehrt uns Matthias Griebel – wissen, dass dieses Etablissement seit 1897 (etwas doppeldeutig) nach dem damaligen Gastwirt Albin Oswald Körner benannt ist.“

Und in ebendiesem alten, wie neuen Wirtshaus am „Blauen Wunder“ beendete die Edition Freiberg ihre „Dresdner Literatouren“ des Jahrgangs 2019, am 26. August, dem Todestag von Theodor Körner. Wie immer kamen zahlreiche Dresdner Literaturfreunde gut vorbereitet zu dieser Gedenkstunde und Lesung. Die Autorin Dr. Gisela Hunger eröffnete den inhaltsreichen Nachmittag mit einer Erinnerung an Leben und Werk des deutschen Dichters, Dramatikers und Freiheitskämpfers und las aus seinen weniger bekannten Schilderungen „Die Reise nach Schandau“ vor. Ein sehr gelungener, ortsbezogener Einstieg.

Zum Abschluss der „Dresdner Literatouren“ 2019 trafen sich Literaturfreunde aus der Landeshauptstadt im „Körnergarten“. Foto: Jürgen Münster

Zum Abschluss der „Dresdner Literatouren“ 2019 trafen sich Literaturfreunde aus
der Landeshauptstadt im „Körnergarten“. Foto: Jürgen Münster

Danach wurde lebhaft rezitiert, kommentiert und moderiert. Heinz Kulb, Dietmar Schreier, Peter Sieg, Hubertus Buchholz und Heinz Freiberg ergriffen das Wort, lobten des Dichters Werk. Sie hielten sich aber auch mit kritischen Bemerkungen* zu seiner Person nicht zurück. Gerda Koci und Horst Seidel (beide in Dresden nicht unbekannt) konnten bei der Gedenkstunde leider nicht mit dabei sein, hatten aber eigene literarische Arbeiten zum Vorlesen eingereicht.

Autor: Heinz Freiberg

* Die Kritik an Theodor Körner zielt in jüngeren Diskussionen meist darauf, dass er in seinen Gedichten oft Kampf und Krieg verklärt und als weihevolle Handlung überhöht hat, richtet sich aber auch gegen den teils überschwänglichen nationalen Pathos in Körners Werk. Anmerkung der Oiger-Redaktion, hw

Nachtrag: Die „Literatour“-Termine für 2020

  • Karl May (25. Februar 1842 – 30. März 1912), Treffpunkt: Montag, den 30. März 2020, 14.00 Uhr, am Grabmal für Karl und Klara May auf dem Friedhof in Radebeul-Ost
  • Erich Kästner (23. Februar 1899 – 29. Juli 1974), Treffpunkt: Mittwoch, den 29. Juli 2020, 16.00 Uhr, am „Hutdenkmal“ am Dresdner Albertplatz
  • Julius Fucik (23. Februar 1903 – 08. September 1943), Treffpunkt: Dienstag, den 08. September 2020, 15.00 Uhr, am Julius-Fucik-Denkmal am Straßburger Platz in Dresden
  • Fjodor Dostojewski (11. November 1821 – 09. Februar 1881), Treffpunkt: Mittwoch, den 11. November 2020, 13.00 Uhr, an seinem Dresdner Denkmal an der Elbe, direkt vor dem Kongresszentrum

Quelle: Edition Freiberg