Alle Artikel mit dem Schlagwort: Klimawandel

Auf diesen, von schattenspenden Bäumen gesäumten Wiesen erwartet die Besucher das barocke Disneyland. Foto: Peter Weckbrodt

Stadtklimawandel: KI prophezeit Hitzespitzen

300 Sensoren und Künstliche Intelligenz in Dresden im Einsatz Dresden/Langenfeld, 19. Juli 2022. Um sich zusammenrottende Hitzespitzen im Stadtgebiet künftig besser zu erkennen und voraussagen zu können, setzen Dresden und das rheinländische Langenfeld auf Künstliche Intelligenz (KI) und massiven Sensoren-Einsatz. Allein in der sächsischen Landeshauptstadt werden Spezialisten rund 300 Sensoren in der Stadt installieren und sie zu einer „KI-basierten Informationsplattform für die Lokalisierung und Simulation von Hitzeinseln für eine innovative Stadt- und Verkehrsplanung“ (KLIPS) vernetzen. Das hat die sächsische Landeshauptstadt angekündigt, die sich damit an einem bundesfinanzierten Projekt beteiligt.

„Carbon Clouds“-Gründer Marko Dietz mustert seine Entengrütze. Foto: Heiko Weckbrodt

Rettet Entengrütze das Klima?

Carbon Clouds züchtet in Dresden Protein- und Phosphorquellen mit Industrieabwasser und Abwärme, um CO2 zu binden Dresden, 29. März 2022. Marko Dietz hat ambitionierte Ziele: Mit Entengrütze, Enthusiasmus und Keramikreiben will er das Klima retten – oder zumindest einen Beitrag dazu leisten. Wobei er seine Entengrütze lieber gehoben als „Wasserlinse“ bezeichnet oder noch vornehmer auf Latein als „Lemna“. Die züchtet er am alten Kraftwerk Mitte in Dresden in übereinandergestapelten gewärmten Abwasserschalen und leitet das omnipräsente Kohlendioxid hinzu – als Wachstumsturbo und damit das Treibhausgas nicht mehr die Stadtluft belastet. Dann trocknet er die entstandene Biomasse mit Hilfe von Industrieabwärme. Die will er letztlich als Protein-, Phosphor– und Omega-3-Quelle an Düngerhersteller, Bauern und Proteintrunk-Hersteller verticken. Auch ein leckerer Tee lasse sich daraus kochen, wirbt Dietz.

Die Deutschen sollten schon mal anfangen, ihre Städte so umzugestalten, dass sie auf mehr heiße Sommer mit Hitzespitzen wie in Südeuropa - hier eine Aufnahme mit schattenspendenden Bäumen in Cordoba - vorbereitet sind. Junge Meteorologen sagen für die Jahre um 2050 in Mitteleuropa typisches Mittelmeerklima voraus. Foto: Heiko Weckbrodt

Uni Freiberg: 2050 dominiert Mittelmeer-Klima die Sommer in Deutschland

Mitteleuropäer sollten sich an neues Klima anpassen Freiberg/Toulouse, 1. Februar 2022. In Deutschland und ganz Mitteleuropa wird sich das Klima in den kommenden Dekaden weiter in Richtung Mittelmeer-Klima verschieben – mit mehr heißen Sommertagen und Hitzewellen, aber weniger Feuchtigkeit im Sommer. Das haben Simulationen von Nachwuchsforschern und -forscherinnen aus Sachsen und Frankreich ergeben. Das geht aus einer Mitteilung der Bergakademie Freiberg hervor, die gemeinsam mit dem „Nationalen Zentrum für meteorologische Forschung“ in Toulouse und dem französischen Wetterdienst „Météo-France“ an der Studie beteiligt war.

Barocke Ledertapeten im Schloss Moritzburg. Foto: Thomas Löther für das IDK

Lüftung soll barocke Ledertapeten in Moritzburg vor Klimawandel-Schäden retten

Forscher aus Dresden und Bamberg legen nach Studie Ratschläge vor Moritzburg, 10. Oktober 2021. Spezielle Lüftungssysteme können die wertvollen alten Goldtapeten im Schloss Moritzburg bei Dresden vor weiteren Klimawandel-Schäden retten. Das haben Wissenschaftler aus Dresden und Bamberg zum Abschluss eines gemeinsamen Forschungsprojektes vorgeschlagen. „Die Wandtapeten im Schloss Moritzburg sind ein wertvoller Schatz“, betonte Staatssekretär Frank Pfeil vom sächsischen Regionalministerium (SMR). „Sie stellen den weltweit größten Bestand barocker Ledertapeten dar. Nur noch elf der ursprünglich 60 Räume im Schloss sind mit der originalen Wandausstattung erhalten.“

Umschlagbild von Sibylle Berg: Nerds retten die Welt. Abb.: Kiwi

„Nerds retten die Welt“: Eine Theaterautorin teilt ihren Weltschmerz

Interviews von Sibylle Berg mit 16 Wissenschaftlern als Buch erschienen Die in Weimar geborene und inzwischen in Zürich lebende Essayistin und Theaterautorin Sibylle Berg sorgt sich um schmelzende Gletscher, aufkommenden Faschismus, die Verfolgung queerer (quergeschlechtlicher) Menschen und die ganze Welt. Daher hat sie etablierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sie für Nerds (Fachidioten) hält, gefragt, was die von ihren Ängsten halten. Daraus ist ihr Buch „Nerds retten die Welt“ entstanden.

Über die Klimastation und Bodenfeuchtigkeitssonden erhalten die Wissenschaftler Informationen zu Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Windstärke und Niederschlag. foto: Marx für die HTW

Helfen Solarenergiewerke gegen Dürren?

HTW Dresden untersucht Bodenschutz durch Photovoltaik-Module Dresden/Werneuchen, 8. März 2021. Angesichts der jüngsten Dürren in Deutschland wollen Dresdner Ingenieure und Ingenieurinnen in einem großen Solarenergiewerk in Brandenburg nun austesten, ob großflächig verteilte Photovoltaik-Module womöglich den Boden darunter davor bewahren, völlig auszutrocknen. Das hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden angekündigt.

So etwa soll die Zukunfts-Ausstellung von Dresden-Concept aussehen. Visualisierung: midoridesign.de

Wie leben wir in Zukunft?

Ausstellung des Forscherverbundes „Dresden-Concept“ widmet futuristischen Fragen Dresden, 7. Oktober 2020. Wie sieht unsere Zukunft aus? Pflegen bald Roboter die Alten und die Kranken? Satteln wir dann ständig vom Roller auf das Leih-Elektroauto, die Straßenbahn, den ICE und das Schwebebord um, wenn wir von A nach B gelangen wollen, weil Autos überall verboten sind? Gehen wir fortan jährlich zur Zellverjüngungstherapie, um unsere Lebensspanne um Jahrzehnte zu verlängern? Schlendern wir demnächst durch Städte voll zuwuchernder Fassaden und vertikaler Bauernhöfe, die dem Klimawandel zu trotzen versuchen? Diese und ähnliche futuristische Fragen versucht der Forscher-Verbund „Dresden-Concept“ anlässlich seines zehnten Jubiläums in einer neuen Wissenschaftsausstellung „Wie werden wir in Zukunft leben?“ vor dem Kulturpalast zu beantworten.

Barocke Ledertapeten im Schloss Moritzburg. Foto: Thomas Löther für das IDK

Forscher untersuchen Klimawandel-Schäden an Kulturgut in Moritzburg

Hitze reißt alte Ledertapeten auf – Wissenschaftler aus Bamberg und Dresden starten Studie an 3 Fallbeispielen Moritzburg/Bamberg/Dresden, 30. Juli 2020. Wissenschaftler der Uni Bamberg wollen die Hitze-Schäden untersuchen, die der Klimawandel im Schloss Moritzburg und an anderen Kulturgütern in Deutschland anrichtet. Das hat die Universität nun angekündigt.

Das Forschungsflugzeug HALO. Foto: DLR (CC-BY3.0)

Halo-Flugzeug schnüffelt Abgasfahnen der Mega-Cities hinterher

DFG bewilligt 24 Millionen Euro für weitere Missionen Leipzig, 18. Juli 2020. Wie stark beeinflusst der Flugzeugverkehr das globale Klima? Wie weit ziehen die Abgasfahnen asiatischer Megastädte durch die Atmosphäre? Diese und ähnliche Fragen wollen Erdsystem-Forscher um Prof. Manfred Wendisch von der Uni Leipzig und Prof. Joachim Curtius von der Uni Frankfurt am Main mit dem Höhenforschungsflugzeug „Halo“ beantworten. Dafür hat die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) nun 24 Millionen Euro für weitere sechs Jahre bewilligt, wie die Uni Leipzig nun mitgeteilt hat.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Zell-Thermometer panzert Organismen gegen Wärme

Dresdner Zellbiologe optimistisch: Leben wird sich auf Klimawandel einstellen Dresden, 11. Mai 2020. Biologen aus Dresden, Heidelberg und Toronto haben anscheinend das „Thermometer“ der Zellen entdeckt: Das Protein „Ded1p“ signalisiert Organismen anscheinend, wenn es in ihrer Umwelt zu warm wird, und lösen den Aufbau eines Hitzepanzers aus. Das geht aus einer Mitteilung des Biotechnologischen Zentrums (Biotec) der TU Dresden hervor.

Schmelzwasserstrom in Grönland. Foto: Ian Joughin

Grönlands Eispanzer schmilzt immer schneller

Dresdner Forscher an internationaler Studie beteiligt Dresden/Nuuk, 10. Dezember 2019. Grönland verliert heute siebenmal schneller Eis als noch in den 1990er Jahren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die ein Wissenschaftlerteam – darunter Dresdner Forscher – heute in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht hat. Darauf hat die Technische Universität Dresden (TUD) hingewiesen.

Das Forschungsfluzeug Polar 5 überfliegt das Forschungsschiff Polarstern bei einem Zwischenstopp auf Spitzbergen (2015). Foto: Alfred-Wegener-Institut / Thomas Krumpen (CC-BY 4.0)

„Polarstern“ untersucht Klimawandel nahe am Nordpol

Auch Forscher aus Sachsen an Bord Leipzig, 20. September 2019. Der Eisbrecher „Polarstern“ ist heute vom norwegischen Tromsø gen Arktis aufgebrochen. Im Zuge der Expedition „Mosaic“ wollen sich die Wissenschaftler vom Wintereis einschließen lassen und dann Daten zur Wechselwirkung zwischen Atmosphäre, Ozean und Meereis sowie zum polaren Ökosystem in Nordpol-Nähe sammeln. Das hat die Uni Leipzig mitgeteilt: An Bord sind nämlich auch Forscher aus Sachsen.

Erzpriester Alexei Tomajak (links), Prof. Christoph Herm von der HfBK, Projektleiter Michael Kaliske von der TU Dresden und Prof. Björn Weiß vom Institut für Holztechnologie Dresden besprechen das Vorgehen an einer Abendmahls-Szene aus der Russ.-orthodoxen Gedächtniskirche aus Leipzig. Foto: Heiko Weckbrodt

Virtueller Crashtest für das Abendmahl

Forscher und Maler aus Dresden und Moskau wollen Ikonen mit Computerhilfe gegen den Klimawandel immunisieren Dresden/Moskau, 19. Juni 2019. Um Ikonen vor dem Klimatod zu bewahren, haben Dresdner Forscher und Moskauer Maler ein Bündnis geschlossen: Im Verbundprojekt „VirtEx“ wollen Hochtechnologie-Experten und Kunsthandwerker gemeinsam Computermodelle der religiösen Artefakte schaffen, um in die Kunstwerke virtuell hineinschauen zu können. So wollen sie Schwachpunkte in den teils Hunderte Jahre alten Gemälden finden. Durch virtuelle Austrockungsversuche, simulierte Nässeschäden und mechanische Stresstests an den „digitalen Zwillingen“ der Ikonen möchten sie dann Wege zur Rettung der Originale finden. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat den Dresdner Projektpartnern nun eine knappe halbe Million Euro Fördergeld für diesen innovativen Ansatz zugesagt.

Die Sonne hat kurz vor Weihnachten eine Fackel ausgesandt. Foto: NASA/SDO

Physiker: Müssen selbstgemachten Klimawandel eindämmen

DPG fordert, Verbrennung fossiler Energieträger drastisch einzuschränken Bad Honnef, 11. Juni 2019. Die größte europäische Physiker-Vereinigung warnt erneut vor einem menschengemachten Klimawandel. „Die Bedingungen, unter denen das Klima sich entwickelt, sind vom Menschen nachweislich gravierend verändert“, schätzte Dieter Meschede ein, der Präsident der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (DPG). Daher gelte es, „alles zu tun, um den von Menschen induzierten Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren“.

Mit dem Messrucksack hat das Uni-Team von Dr. Astrid Ziemann die Hitzebelastung, Sonneneinstrahlung, Wärmestrahlung der Umgebung und des Untergrundes, Lufttemperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit für einen Fußgänger in Gorbitz ausgemessen. Foto: Astrid Ziemann

Städte brauchen mehr Bäume gegen Hitzespitzen

„Heat Resilient City“: Meteorologen aus Dresden und Erfurt wollen Antworten auf urbanen Klimawandel finden Dresden, 16. Juli 2018. Um den homo urbanus vor Hitzespitzen in Stadtschluchten zu entlasten, sollten die Kommunen mehr Stadtbäume anpflanzen – Wiesen allein reichen nicht. Darauf weisen erste Studienergebnisse von Dr. Astrid Ziemann vom Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden hin. Sie untersucht gemeinsam mit Thüringer Forschern für das Projekt „Heat Resilient City“ bis 2020 die Hitzebelastung in Städten am Beispiel von Dresden-Gorbitz und Erfurt. Dies geht aus einer Mitteilung der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor.