Alle Artikel mit dem Schlagwort: Biotechnologie

Der Hornkieselschwamm (Geodia cydonium) zeigt unterm elektronenmikroskop seine Skelett-Stacheln, die weniger als ein Mikrometer dünn sind. Foto: ZIK B CUBE

„B Cube“ Dresden zieht in Neubau um

Biotech-Wissenschaftler teilen sich mit Medizinforschern einen 41 Millionen Euro teuren Neubau Dresden, 10. November 2018. Das „B Cube“ der TU Dresden zieht endlich aus seinem Provisorium in der Dresdner Johannstadt aus und kann sein eigenes Domizil beziehen: Der Freistaat Sachsen hat für das Biotech-Forschungszentrum sowie das „Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE) der Helmholtz-Gesellschaft in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen 41 Millionen Euro teuren Neubau am Dresdner Tatzberg errichtet – gleich neben dem städtischen Biotech-Gründerzentrum „Bioz“. Am 18. November 2018 will Dieter Janosch vom Staatsbetrieb „Sächsisches Immobilien- und Baumanagement“ (SIB) den Komplex an die Forscher übergeben.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitale Reha-Assis und schlaue Arztliegen

Rund 250 Lebenswissenschaftler treffen sich zur „Bionection“ in Dresden Dresden, 24. Oktober 2018. Jenseits der teuren medizinischen Großgeräte wie Magnetresonanztomograph oder gar Protonenbeschleuniger wachsen auch im klinischen Alltag die Medizin, Mikroelektronik, naturwissenschaftliche Analysetechnik und Sensortechnik zusammen. Gerade in Sachsen gibt es dafür viele Beispiele. Um diese Erfindungen bekannter zu machen und in wirtschaftliche Erfolge umzumünzen, hat der sächsische Branchenverband „Biosaxony“ rund 250 Wissenschaftler, Unternehmer, Finanziers und Politiker nach Dresden geholt. Während der Tagungen „Bionection“ und „flexMED“ tauschen sie sich derzeit im Deutschen Hygienemuseum zwei Tage lang über Fortschritte in der Krebsdiagnostik und Bioinformatik und über die neuesten Trends in den sogenannten „Lebenswissenschaften“ aus.

Auf der Goldprobe, durch die an nanostrukturierten Stellen blaues Licht geschickt wird, sind mit Proteinmotoren befestigt. Diese tragen die Mikrotubuli mit den Quantenpunkten - die hier als Lichtsensoren fungieren . über sich hinweg. Dadurch wird die ganze oberflache gewissermaßen gescannt. Visualisierung: Heiko Groß

Mehr Durchblick durch Biomotoren und Quantenpunkte

Forscher aus Dresden und Würzburg schieben Grenzen klassischer Mikroskope hinaus Dresden/Würzburg, 30. April 2018. Indem sie Biotechnologie und Quantenphysik kombinierten, haben Wissenschaftler aus Dresden und Würzburg die optischen Grenzen klassischer Mikroskope hinausgeschoben: Sie haben damit Strukturen sichtbar gemacht, die weniger als fünf Nanometer (Millionstel Millimeter) groß sind.

Die Maus in Wissenschafts-Action: Auch das Zentrum für für Regenerative Therapien (CRTD) öffnet am 3. Oktober seine Labortüren für neugierige Mäuse. Foto: CRTD

Molekularmaschinen, Selbstheiler und Laser-Enten

Institute, Museen und Knast in Dresden sperren am 3. Oktober für Freunde der Fernseh-Maus ihre Türen auf Dresden, 29. September 2017. Die Dresdner Biotechnologen öffnen zum Maus- und Nationalfeiertag ihre Instituts-Tore in der Johannstadt sperrangelweit für neugierige Mäuse. Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren können am 3. Oktober 2017 von 9 bis 13 Uhr in die Rollen und Kittel der internationalen Wissenschaftler schlüpfen: Sie lernen in den Laboren zu pipettieren, schließen Bekanntschaft mit wunderlichen Mikroorganismen und erfahren, wie die Netzhaut in unseren Augen Bilder projiziert.

Der Biotech-Konzern Qiagen gründet in Dresden ein Joint Venture mit Biotype, das sich auf die Entwicklung von DNA-Analytikgeräten spezialisieren soll. Hier im Bild ist eine Labormitarbeiterin im Qiagen-Exzellenzzentrum für biologische Inhalte in Frederick, Maryland, zu sehen. Foto: Qiagen

Personalisierte Medizin im Trend

Wilhelm Zörgiebel dirigiert die Dresdner Molekulardiagnostik-Gruppe MDG – und sieht große Wachstumschancen in Sachsen Dresden, 6. Februar 2017. Personalisierte Medizin hat großes Wachstumspotenzial. Davon ist Wilhelm Zörgiebel überzeugt, der von Dresden-Hellerau aus die Biotechnologie-Firmengruppe „Molecular Diagnostics Group“ (MDG) leitet. „Darin liegt die Zukunft“, betont er: Setze man moderne Genetik- und Radiopharma-Diagnostik sowie die massenhafte Analyse von Therapie-Daten richtig ein, könne dies die Chancen deutlich verbessern, für jeden Kranken genau die richtigen Medikamente zu finden. Dies könne die Heilungs-Chancen der Patienten verbessern – und auch erhebliche gesellschaftliche Kosten für das Gesundheitssystem sparen.

Für seine Doktorarbeit über eine neue 3D-Biodrucktechnik bekam Felix Krujatz das Prädikat "summa cum laude" und einen Nachwuchs-Forscherpreis. Foto. Kirsten Mann

Frischluft für Gewebe aus dem 3D-Drucker

Sächsischen Akademie der Wissenschaften prämiert Biotechnologie von Felix Krujatz Dresden, 10. Dezember 2016. Damit sich künstlich erzeugtes menschliches Gewebe künftig selbst mit Sauerstoff versorgen kann, hat der Nachwuchsforscher Felix Krujatz von der TU Dresden eine neue biologische Drucktechnologie entwickelt. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig erkannte seiner Doktorarbeit „Entwicklung und Evaluierung neuer Bioreaktorkonzepte für phototrophe Mikroorganismen“, in der Maschinenbauexperte Krujatz diese Technologie beschrieben hat, ihren Nachwuchsförderpreis zu.

Der Biotech-Konzern Qiagen gründet in Dresden ein Joint Venture mit Biotype, das sich auf die Entwicklung von DNA-Analytikgeräten spezialisieren soll. Hier im Bild ist eine Labormitarbeiterin im Qiagen-Exzellenzzentrum für biologische Inhalte in Frederick, Maryland, zu sehen. Foto: Qiagen

Qiagen stärkt Biotech-Standort Dresden

Niederländer gründen gemeinsames Analytik-Unternehmen mit Biotype in Hellerau Dresden, 11. Juni 2015. Qiagen verstärkt den Biotech-Standort Dresden: Das niederländische Unternehmen gründet in Dresden-Hellerau ein Gemeinschaftsunternehmen („Joint Venture“) mit der dort bereits angesiedelten Firma Biotype. Beide Firmen sind – auf unterschiedlichen Themenfeldern – auf Testsysteme für die Diagnostik spezialisiert.

Die Partec-Diagnosegeräte aus Görlitz sind international gefragt. Hier ein batterie-betriebenes Fluorezenz-Mikroskop für die mobile Malaria-Diagnostik. Foto: Partec

Biotech wirkt in Sachsen wie Investitions-Magnet

Biosaxony-Vorstand Göhde: Sachsen sollte Biotechnologie weiter fördern Dresden/Görlitz, 10. Mai 2015. Für eine weitere Förderung der Biotechnologie-Branche in Sachsen hat sich Roland Göhde, der Mitgründer des Görlitzer Diagnostiktechnik-Unternehmens „Sysmex Partec“ und Vorstandsvorsitzende des Branchenverbandes „Biosaxony“, ausgesprochen. „Biotech wirkt wie ein Magnet für weitere Investitionen“, sagte er während einer Bilanz-Pressekonferenz der “Wirtschaftsförderung Sachsen” (WFS) in Dresden.

Biotech-Forschung an der TU Dresden. Foto: TUD/Eckold

Biotech-Branche wächst

Erstmals über drei Milliarden Euro Umsatz / Auch neue Biotech-Startups in Sachsen Leipzig/Dresden/Köln, 24. April 2015: Die Biotech-Branche ist deutschlandweit im Aufschwung: Im Jahr 2014 kam dieser Wirtschaftssektor auf insgesamt über drei Milliarden Euro Umsatz (+6 % zum Vorjahr) und beschäftigte 17.930 Mitarbeiter (+ 5,8 %). Das hat eine Umfrage des Portals biotechnologie.de im Auftrag des Bundesforschungsministeriums ergeben, die nun auf den „Deutschen Biotechnologietagen 2015“ in Köln vorgestellt wurde. Für die sächsische Biotech-Branche deutet sich Ähnliches an.

Abb.: B-Cube

Nanotech-Systeme sollen wie Zellen selbst wachsen

Bund gibt neun Millionen Euro für „B-Cube“-Ausbau in Dresden Dresden/Berlin, 1. April 2015: Mit der automatischen Konstruktion künstlicher Zellen beschäftigt sich eine neue Nachwuchsforscher-Gruppe, die nun am Dresdner Biotech-Zentrum „B-Cube“ gebildet wird. Laut Angaben der Mutter-Universtität, der TU Dresden, handelt es sich dabei um ein noch junges Forschungsgebiet, bei dem die Selbstassemblierung von Systemen nach dem Vorbild der Natur im Mittelpunkt steht. Letztlich geht es darum, dass nanotechnologische Konstruktionen für den Einsatz in Medizin, Analytik und Industrie ähnlich wie biologisches Gewebe von selbst wachsen sollen.

Dresdens Wirtschaftsbürgermeister und O-Kandidat Dirk Hilbert (FDP). Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden baut 2018 zweites Biotech-Gründerzentrum

Wirtschaftsbürgermeister rechnet mit zehn Millionen Euro Startinvestition Dresden, 9. Februar 2015: In Dresden wird voraussichtlich im Jahr 2018 ein zweites „BioZ“, also ein weiteres Gründerzentrum für Biotechnologie-Firmen entstehen. Das hat Wirtschaftsbürgermeister und Oberbürgermeister-Kandidat Dirk Hilbert (FDP) angekündigt. Er reagierte damit auf Kritik aus der sächsischen Biotech-Branche, er vergeige die wirtschaftliche Zukunft des Biotech-Standorts Dresden, da er sich nicht um Platz für Gründer kümmere.

Kai Simons (links)( und Wilhelm Zörgiebel fürchten, dass der Biotechnologie-Standort Dresden an Platzmangel erstickt. Foto: Heiko Weckbrodt

„Dresden steht still in der Biotechnologie“

Scharfe Kritik an Hilberts Biotech-Politik Dresden, 9. Februar 2015: Vor einem Tod auf Raten für die Dresdner Biotechnologie-Entwicklung haben Branchen-Vertreter gewarnt. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen den Dresdner Wirtschaftsbürgermeister und Oberbürgermeister-Kandidaten Dirk Hilbert (FDP): Anders als am Konkurrenzstandort Leipzig habe es die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden versäumt, rechtzeitig Erweiterungsflächen für die hiesige Biotech-Unternehmen, für Ausgründungen aus Instituten zu reservieren. „Es gibt keinen Platz für neue Unternehmen“, sagte Prof. Kai Simons, der Gründungsdirektor des Dresdner “Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik” (MPI-CBG), verärgert. „Dresden steht zur Zeit still in der Biotechnologie.“

Dieser Auszug aus einer Visualisierung der Harvard-Universität zeigt die Zellmotoren (blau), die auf winzigen Molekularfüßen nanometerweise auf den Mikroröhrchen (grün) in biologischen Zellen Materialien transportieren. Diese Methode wollen Dresdner "B Cube"-Forscher nanotechnologisch einspannen. Abb.: Harvard Uni

Schnelldiagnose vom Nanotech-Zellmotor

Dresdner “B Cube”-Forscher wollen Diagnose-Chips und Parallelcomputer aus winzigen Biomaschinen konstruieren Dresden, 27. Januar 2015: Dresdner Forscher wollen mikroskopisch kleine Zell-Motoren einsetzen, um neuartige Schnelltest-Chips beispielsweise für Leukämie und Diabetes zu bauen. Auch die Konstruktion biologischer Computer, die vielverzweigte Entscheidungs-Rätsel sehr schnell zu lösen vermögen, sei mit diesen nur wenige Nanometer großen Biomotoren denkbar, schätzte Physik-Professor Stefan Diez vom Dresdner Forschungszentrum „B Cube“ ein. Allerdings werde es noch einige Jahre bis zu einem Praxiseinsatz dieser biologischen Nanotechnologie dauern.

Die Biotech-Firma "Lipotype" im BioZ erfoscht, wieviel Liposomen, wieviel Cholesterin im menschlichen Körper ideal für die Gesundheit sind. Foto: Lipotype

Dresdner Biotech-Zentrum ringt um mehr Raum

Organik-Handys, Liposomen und Biokuren: “BioZ” hat in zehn Jahren 47 Firmen ausgebrütet Dresden, 23. Mai 2014: Seien es nun organische Leuchten, die in Samsung-Handys weltweit eingebaut werden, gesundheitsfördernde Liposomen-Programme oder Trainingssysteme für Sportler – die biotechnologischen Unternehmen, die durch das städtische „Bio-Innovationszentrum“ am Tatzberg gegangen sind, können einige Erfolge vorweisen. Insgesamt 47 Firmen hat das „BioZ“ bisher ausgebrütet, nur rund 15 Prozent davon sind gescheitert: 19 Unternehmen mit insgesamt rund 350 Mitarbeitern residieren derzeit noch im BioZ, 15 sind so gewachsen, dass sie umzogen, nur sieben Firmen haben definitiv biotechnologischen Schiffbruch erlitten. Diese Zwischenbilanz hat gestern Technologiezentrum-Chef Bertram Dressel zum Jubiläum des von Architekt Gunter Henn vor zehn Jahren entworfenen Zentrums in der Johannstadt gezogen.

Bakterien und andere Mikroorganismen können durch ihre Stoffwechselprozesse Metalle aus Erzkörpern herauslösen. Abb.: HZDR / Sander Münster

„EcoMetals“ Bakterien sollen Kupfer schürfen

5,2 Millionen Euro für sächsisch-französische Biotech-Forschung Dresden, 9. April 2014: Bakterien statt Kumpel soll künftig Kupfer schürfen – das ist ein Ziel des mit 5,2 Millionen Euro dotierten Projektes „EcoMetals“, das sächsische und französische Wissenschaftler in der kommenden Woche im “Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf” (HZDR) starten. Die Partner wollen Bakterien und andere Mikroorganismen einsetzen, um das begehrte Metall zum Beispiel Restkupfer aus alten deutschen Bergbauhalden sowie aus polnischen und französischen Kupferschiefer-Bergwerken zu saugen.