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Mehr Durchblick durch Biomotoren und Quantenpunkte

Auf der Goldprobe, durch die an nanostrukturierten Stellen blaues Licht geschickt wird, sind mit Proteinmotoren befestigt. Diese tragen die Mikrotubuli mit den Quantenpunkten - die hier als Lichtsensoren fungieren . über sich hinweg. Dadurch wird die ganze oberflache gewissermaßen gescannt. Visualisierung: Heiko Groß
Auf der Goldprobe, durch die an nanostrukturierten Stellen blaues Licht geschickt wird, sind mit Proteinmotoren befestigt. Diese tragen die Mikrotubuli mit den Quantenpunkten – die hier als Lichtsensoren fungieren – über sich hinweg. Dadurch wird die ganze Oberfläche gewissermaßen gescannt. Visualisierung: Heiko Groß

Forscher aus Dresden und Würzburg schieben Grenzen klassischer Mikroskope hinaus

Dresden/Würzburg, 30. April 2018. Indem sie Biotechnologie und Quantenphysik kombinierten, haben Wissenschaftler aus Dresden und Würzburg die optischen Grenzen klassischer Mikroskope hinausgeschoben: Sie haben damit Strukturen sichtbar gemacht, die weniger als fünf Nanometer (Millionstel Millimeter) groß sind.

Transportsysteme biologischer Zellen abgekupfert

Zwar können Physiker, Chemiker und Biologen auch heute schon solche Strukturen sichtbar machen. Dafür sind aber aufwendige und teure Apparaturen notwendig. Um dafür auch klassische Lichtmikroskope verwenden zu können, haben die Forscher um Professor Bert Hecht von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und Professor Stefan Diez vom „B Cube“-Zentrum  der Technischen Universität Dresden die Transportsysteme im Innern menschlicher Zellen eingespannt: Kleine Röhrensysteme (Mikrotubuli) sind dort eine Art Schienennetz für Motor-Proteine, die Wirk- und Nährstoffe durch die Zellen kutschieren.

Dieses Prinzip haben die Forscher umgekehrt: „Die Motorproteine werden auf der Oberfläche der Proben fixiert und reichen die Mikrotubuli über sich hinweg – sozusagen ein ‚Stagediving‘ mit Biomolekülen“, erklärte Heiko Groß, Doktorand in der Arbeitsgruppe von Prof. Hecht. Die Quantenpunkte, die als optische Sonden dienen, werden dabei an die Mikrotubuli gebunden und bewegen sich mit ihnen mit.

Diese sensorgespickten Mikrotubuli schicken sie massenweise über die Proben – im konkreten Fall ein nanostrukturierte und blau beleuchtete Goldprobe. Eine Kamera am Mikroskop registriert dann, an welchen Stellen die Quantenpunkte anschlugen und damit eine Unebenheit im Gold fanden. So haben die Forscher die Nanostrukturen sichtbar gemacht. Ihre Methode haben sie nun im Fachmagazins „Nature Nanotechnology“ vorgestellt.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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