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„Innate Repair“ Dresden will Diabetes-Behandlung revolutionieren

Im Dialysator stecken Tausende Hohlfasern wie dieser, dessen kleine Wandlöcher Giftstoffe aus dem Blutstrom des Nieren-Patienten durchlassen, aber nicht die größeren Blutkörperchen. Bildschirmfoto aus Imagevideo von B.Braun Radeberg

Viele Diabetes-Kranke sind auf Dialysatoren angewiesen. Bildschirmfoto aus Imagevideo von B.Braun Radeberg

Biotech-Standort wächst: Uni-Ausgründung siedelt sich in Sachsen an

Dresden, 30. Juli 2020. Auf den Kampf gegen die Zuckerkrankheit konzentriert sich in Dresden die neugegründete „Innate Repair Saxony GmbH“ (iRSN). Das junge Biotechnologie-Unternehmen ist eine Ausgründung der TU Dresden und kooperiert mit dem britischen „National Institutes of Health“ (NIH).

Forscher setzen auf molekularen Reparaturmechanismus

Dabei verfolgen die „Innate Repair Saxony“ und ihr englisches Schwesterunternehmen „Innate Repair“ neue therapeutische Ansätze. Statt an den Symptomen herumzudoktern, wollen die Forscher die Selbstheilungskräfte im Körper der Kranken wieder in Gang bringen. Dabei setzen sie auf einen molekularen Reparaturmechanismus, den sie „Hes3“-Signalachse genannt haben. Diese Signalstrecke werde bei schweren Schäden aktiviert, um einen Reparaturmechanismus zu starten. Daraus wollen die sächsischen und britischen Wissenschaftler unter anderem innovative Behandlungsansätze gegen Diabetes, Krebs und Nervenschäden entwickeln.

Neue Therapien gegen Zuckerkrankheit und Gehirntumore geplant

Dabei soll sich der Unternehmensteil in London auf Gehirntumore konzentrieren. Die Dresdner fokussieren sich dagegen auf die Zuckerkranken und auf eine Therapie, um die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse wieder funktionsfähig zu machen beziehungsweise zu erhalten. „Diabetes ist eine Volkskrankheit, die unbehandelt zu erheblichen Komplikationen im Körper der Erkrankten führt“, unterstreicht Prof. Dr. Stefan Bornstein von der Klinik für innere Medizin im Uniklinikum Dresden die Bedeutung dieser Entwicklung. „Aktuelle Behandlungsmethoden konzentrieren sich auf das Management der Krankheit, nicht aber auf die Wiederherstellung der Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse. Das werden wir ändern.“

Hoffnung für 6,9 Millionen Patienten

„Zukünftig sollen von Dresden aus kommerzielle Therapien entwickelt werden, um geschädigte Bauchspeicheldrüsen nachhaltig zu regenerieren und zu schützen“, erklärte der Londoner Investor Dr. Nicholas Kassapakis der Uni-Ausgründung. „Das Projekt birgt Hoffnung für 6,9 Millionen allein in Deutschland erkrankte Patienten.“

Gemeinsamer Campus von Dresden und London trägt Früchte

„Innate Repair“ ist im Juli 2020 aus dem gemeinsame „Transcampus“ der TU Dresden und des King’s College London heraus entstanden. Angesiedelt hat sich die Firma auf dem Uniklinik-Campus in Dresden-Johannstadt. Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke hat versprochen, die Neuansiedlung mit 70.000 Euro aus seinem Innovationsfonds zu unterstützen.

Autor: hw

Quelle: Wirtschaftsförderung Dresden