Alle Artikel mit dem Schlagwort: Tumor

Darmkrebszellen mit PD-L1 Protein (grün) auf der Oberfläche, sichtbar gemacht mittels Immunfärbung, sowie Erbgut-Molekülen (blau). Das Tarnmolekül PD-L1 bremst wichtige Immunzellen aus und wird von vielen Krebszellen vermehrt gebildet. Mikroskopbild: Mirko Theis für das NCT/UCC Dresden

Gen-Schalter hetzt Immunsystem gegen Tumore auf

Forscher aus Dresden halten neue Krebstherapie für möglich Dresden, 20. November 2020. Krebs segelt im menschlichen Körper oft unter falscher Flagge: Entartete Zellen maskieren sich mit bestimmte Tarnmolekülen, um das natürliche Immunsystem vom Kampf gegen einen wachsenden Tumor abzuhalten. Forscherinnen und Forscher aus Dresden haben nun im menschlichen Erbgut eine Art Schalter gefunden, der dem Krebs diese Maske herunterreißt und das Immunsystem wieder in Stellung bringt. Daraus lässt sich womöglich eine neue und universelle Immuntherapie gegen verschiedene Krebsarten entwickeln – auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg zurückzulegen ist, schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und Uni-Crebscentrum“ (NCT/UCC) in Dresden ein.

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Moderner Komplex für Krebsforscher in Dresden

25 Millionen Euro teurer NCT-Neubau offiziell eröffnet Dresden, 21. September 2020. Um die Krebsforschung auf eine neue technologische und medinische Stufe zu heben, haben der Freistaat Sachsen, der Bund und private Spender rund 25 Millionen Euro in einen neuen wissenschaftlichen Komplex auf dem Uniklinik-Campus in Dresden investiert und ihn heute offiziell in Betrieb genommen.

Am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf beschäftigen sich Biologen, Chemiker, Physiker und Mediziner mit der Erforschung und Behandlung von Krebskrankheiten. Sie forschen an radioaktiven Substanzen und Medikamenten, entwickeln bildgebende Verfahren weiter und untersuchen neue Möglichkeiten hochpräziser Bestrahlungstechniken sowie neuartige Strahlungsarten wie laserbeschleunigte Protonenstrahlen. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Die Abfallflotten von Krebs sichtbar machen

HZDR bringt mit strahlenden „Wanzen“ die Transportproteine von Tumoren ans Tageslicht Dresden, 6. April 2020. Um Hirnkrebs und andere Tumore besser analysieren und behandeln zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) radiochemische Markierungen („Radiotracer“) entwickelt, die die Entsorgungsflüsse von solchen Geschwüren leichter sichtbar machen. Das geht aus einer Mitteilung des HZDR-Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung hervor.

Das ARHGAP11B-Protein (Magenta) steuert in den Mitochondrien einen krebsartigen Energieprozess. Der Zellkern wird ist hier blau visualisiert. Abb.: Namba/ MPI-CBG

Krebsenergie lässt Gehirn wachsen

Dresdner Genetiker entschlüsseln, wie das Gen „ARHGAP11B“ die Kraftwerke der Zelle aufdreht Dresden, 6. Januar 2020. Zerstörung und ein Plus am Intelligenz liegen manchmal nahe beieinander. Darauf deuten neue Forschungsergebnisse im „Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik“ (MPI-CBG) in Dresden hin. Demnach setzt im Menschen ein ganz spezielles Gen einen krebsähnlichen Energieprozess in Gang, der das Gehirn wachsen lässt.

Krebspatienten profitieren in Dresden von einer hochgenauen Planung der Protonentherapie. Wissenschaftler nutzen hierfür die Vorteile einer innovativen Bildgebungsmethode. Quelle: NCT Dresden/ Philip Benjamin, OncoRay

Wenige „bösen“ Zellen reichen, damit der Krebs wuchert

Mathematiker vo HTW und TU Dresden entwickeln Modell für Frühphase von Tumoren Dresden, 13. Januar 2019. Um Krebs wirksam eindämmen und bekämpfen zu können, brauchen die Mediziner vor allem eines: Zeit. Je früher ein Tumor erkannt und behandelt wird, umso höher sind in aller Regel die Überlebenschancen für den Patienten. Mathematiker der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden und der Technischen Universität Dresden (TUD) haben nun Rechenmodelle entwickelt, um die Frühphase eine Tumors beizeiten erkennen und analysieren zu können.

Neuere biophysikalische Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich gesunde Zellen verflüssigen, wenn Krebs zu wuchern beginnt, und dadurch Kanäle für Metastasen im Gewebe öffnen. Abb.: PoC

Tumorzellen verflüssigen sich

Konferenz über die Physik hinterm Krebs in Leipzig Leipzig, 25. August 2015. Krebs bisher in der Vergangenheit meist unter biologisch-medizinischen Gesichtspunkten untersucht. Inzwischen konzentrieren sich aber auch viele Forscher auf die physikalischen Vorgänge, die sich beim Übergang von gesunden zu krankhaften Zellen im menschlichen Körper abspielen. So deuten neuere Untersuchungen von Prof. Jeffrey Fredberg von der „Harvard Medical School“ in Boston (USA) darauf hin, dass sich gesunde Köperzellen möglicherweise generell verflüssigen, wenn ein Krebsgeschwür zu wuchern beginnt. Dadurch, so die Interpretation der Mediziner und Biophysiker, verlieren die Zellen untereinander an Zusammenhalt und es entstehen Kanäle im Gewebe, durch die Metastasen (Krebs-Tochterzellen) dann den Tumor verlassen können, um im Körper zu streuen.

Serge Mathot vom CERN mit dem 1. Segment des neuen Mini-Beschleunigers für die Krebstherapie. Foto: Maximilien Brice, CERN

CERN-Forscher entwickleln Mini-Beschleuniger für Krebstherapie

Erstes Modul des 2-Meter-Gerätes ist fertig CERN/Genf, 23. August 2015. Ein Wissenschaftlerteam im europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf arbeitet an einem nur zwei Meter langen Miniatur-Teilchenbeschleuniger für die Krebstherapie. Der Linear-Beschleuniger werde aus vier Segmenten zu je 50 Zentimetern Länge bestehen, von denen das erste Segment inzwischen fertig entwickelt sei, teilte das CERN mit. Der Beschleuniger ist vor allem für Krankenhäuser gedacht, die sich keinen der riesigen und teuren Protonen-Ringbeschleuniger leisten können.

Dr. Daniel Stange. Foto: Universitätsklinikum Dresden

Mit Stammzellen gegen Magenkrebs

Krebshilfe fördert Dresdner Tumorforschung Dresden, 28. Mai 2015. Der Dresdner Mediziner Dr. Daniel Stange will mit kürzlich entdeckten Magen-Stammzellen künstlich krebsverseuchte Mini-Organe im Labor reifen lassen, um daran dann neue Therapien gegen Magen-Tumore auszuprobieren. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt in den kommenden vier Jahren mit 700.00 Euro. Das teilte die Medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden mit, die das Vorhaben auch mit eigenen Geldern unterstützt.

Nur noch halb so groß wie klassische Protonenbeschleuniger: Der Dresdner Laser-Beschleuniger. Schema: Umar Masood

Dresdner Physiker designen neue Protonen-Laserskalpelle gegen Krebs

Lichtbasierte Beschleunigertechnologie soll Protonentherapie erschwinglich machen Dresden, 19. Mai 2014: Damit künftig mehr – und vor allem auch kleinere – Krankenhäuser die schonende Protonen-Therapie gegen Krebs einsetzen können, haben Dresdner Forscher einen Laser-Teilchenbeschleuniger designt, der nur noch halb so groß und preiswerter als herkömmliche Anlagen ist. Solche turnhallen-großen Tumor-Protonenskalpellen haben bisher nur zwei Unis in ganz Deutschland in Heidelberg und Essen, ein dritter Beschleuniger wird derzeit in Dresden hochgefahren.

Wie funktioniert ein Protonen-Beschleuniger in der Krebstherapie?

1. Das „Zyklotron“ ist das 200 Tonnen schwere Herzstück der Anlage. Im Kern des Ringbeschleunigers entreißt eine Ionenquelle mit 1000 Volt Spannung Wasserstoff-Atomen die Elektronen. Übrig bleiben die schwereren, positiv geladenen Protonen. Ein riesiger Rundmagnet dreht die Protonen 1000 Mal, dabei werden sie auf etwa 180 000 Kilometer pro Sekunde beschleunigt – das sind etwa 60 % der Lichtgeschwindigkeit.