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Antikörper Zolbetuximab verlängert Leben von Magenkrebs-Patienten

Prof. Florian Lordick. Foto:  Stefan Straube für das UKL
Prof. Florian Lordick. Foto: Stefan Straube für das UKL

Uni Leipzig: Todesrisiko sinkt um ein Viertel

Leipzig, 8. Mai 2023. Das Antikörper-Medikament „Zolbetuximab“ kann in Kombination mit einer Chemotherapie den Tod von Magenkrebs-Patienten deutlich hinauszögern. Das hat eine Studie der Uni Leipzig gemeinsam mit weiteren Partnern ergeben. Demnach sank das Risiko, an einem Magenkarzinom zu sterben, bei den solcherart behandelten Kranken um 25 Prozent.

Onkologe: Voranschreiten der Tumorerkrankung wird verzögert

„Die Ergebnisse der Studie sind wichtig für die Krebsforschung“, betonte der Onkologe Prof. Florian Lordick. „Sie zeigen, dass mit Zolbetuximab behandelte Patientinnen und Patienten mit Magenkarzinom länger leben. Das Voranschreiten der Tumorerkrankung wird verzögert“, erklärte der Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig. „Wir erwarten, dass die Studie zur Zulassung dieses Medikaments in Europa und damit auch in Deutschland führen wird. Dies ist ein wichtiger Fortschritt für Betroffene dieser schweren und oft tödlich verlaufenden Krebserkrankung.“

In der weltweiten Studie hatten Ärzte insgesamt 565 Patienten aus 20 Ländern mit Zolbetuximab beziehungsweise Placebos behandelt. Ursprünglich hatte die Mainzer Firma „Ganymed Pharmaceuticals“ das Medikament „Zolbetuximab“ vor zehn Jahren als Antikörper gegen Magen- und Bauchspeicherdrüsen-Krebs entwickelt.

Magenkrebs ist so tödlich, weil er oft zu spät erkannt wird

Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 17.000 Menschen an Magenkrebs. Unter Männern ist Magenkrebs die sechsthäufigste Tumorerkrankung. „Trotz mittlerweile rückläufiger Erkrankungszahlen gehört Magenkrebs noch immer zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen“, heißt es in einer Zusammenfassung der Deutschen Krebs-Gesellschaft. „Das hängt insbesondere damit zusammen, dass Magenkrebs meist zu spät erkannt wird.“

Autor: hw

Quellen: Uni Leipzig, Wikipedia, Deutsche Krebs-Gesellschaft

Wissenschaftliche Publikation:

Kohei Shitara, Florian Lordick u. a.: „Zolbetuximab plus mFOLFOX6 in patients with CLDN18.2-positive, HER2-negative, untreated, locally advanced unresectable or metastatic gastric or gastrooesophageal junction adenocarcinoma (SPOTLIGHT): a multicentre, randomised, double-blind, phase 3 trial“, in: „The Lancet“, zu finden im Netz unter:  https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)00620-7

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger