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Handwerk in Ostsachsen stagniert

Handwerkerbedarf wird zunehmend auch online gekauft. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Kammerpräsident Dittrich: Energiepreise sind zu hoch, Bürokratie wuchert

Dresden, 24. Oktober 2024. Ähnlich wie auch die Industrie stagniert auch das Handwerk in Ostsachsen. Das geht aus dem neuen Konjunktur-Barometer der Handwerkskammer (Hwk) Dresden hervor. Der Geschäftsklimaindex verharrt demnach aktuell bei 104, lag aber vor Corona noch bei 130 Punkten. Eine relative Mehrheit der Betriebe berichtet von sinkenden Umsätzen, stagnierender oder schrumpfender Belegschaft und rückläufigen Aufträgen.

Verunsicherung und Pessimismus greifen um sich

„Verunsicherung und Pessimismus haben viele Firmen ergriffen“, warnt Hwk-Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski. „Die Unternehmen schieben Investitionsvorhaben auf. Zudem schnürt die überbordende Bürokratie die Firmen ab.“ Eine Kammer-Studie hatte zuletzt ergeben, dass selbst kleine Metalllbau-Betriebe allein über 100 bürokratische Pflichten zu erfüllen haben – und dies bindet erhebliche Ressourcen im Handwerk.

Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski (links) und Dresdner Präsident Jörg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden präsentieren ihre Konjunkturanalyse fürs Frühjahr 2018 und ihre bildungspolitischen Forderungen an die sächsische Landesregierung. Foto: Heiko Weckbrodt
Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski (links) und Dresdner Präsident Jörg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsvertreter fordern Konjunktur-Impulse aus der Politik

„Es fehlen die Impulse, um die Konjunktur zu beleben“, kritisiert Kammerpräsident Jörg Dittrich. „Die Energiepreise sind zu hoch, die ohnehin schon hohen Lohnnebenkosten steigen weiter, die Bürokratie belastet die Handwerksfirmen enorm. Der allgegenwärtige Fachkräftemangel und der Konsumzurückhaltung der Kunden verschärfen die Lage zusätzlich.“

„Stillstand auf politischer Ebene“ bemängelt

„Um die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksfirmen zu steigern, sind zügig grundlegende strukturelle Reformen und Weichenstellungen notwendig“, fordert nun Brzezinski. „Es geht darum, dass Handwerkerleistungen bezahlbar bleiben für die Konsumenten. Deren Nachfrage muss stimuliert werden. Derzeit fehlt es jedoch an einer klaren Agenda, um die Konjunktur anzukurbeln. Stattdessen herrscht Stillstand auf politischer Ebene.“

Für die Konjunkturumfrage hatte die Kammer im September 2024 rund 3000 Betriebe in ihrem Bezirk befragt. 22 Prozent antworteten auf die Fragen.

Autor: Oiger

Quelle: Hwk DD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger