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Millioneninvestition für digitale Krebsforschung in Dresden

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Roboter, AR-Systeme und andere digitale Technologien sollen beim Kampf gegen Krebs helfen. Hier im Foto ist ein „Operationssaal der Zukunft“ im Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden sammeln Wissenschaftler bereits Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Baustart für 20 Millionen Euro teuren Komplex des Deutsche Krebsforschungszentrums

Dresden, 7. Dezember 2022. Das „Deutsche Krebsforschungszentrum“ (DKFZ) richtet auf dem Uniklinik-Campus Dresden bis zum Frühjahr 2027 für 20 Millionen Euro einen Forschungskomplex ein, in dem vor allem der digital geführte Kampf gegen den Krebs im Fokus steht. Das Geld dafür kommt vom Freistaat Sachsen. Der offizielle Baustart war heute, teilte das DKFZ mit.

Standort punktet mit starker Mikroelektronik und Exzellenz-Uni

Der Neubau werde die Krebsforschung in Deutschland voranzubringen – „auch durch eine besonders enge Verbindung mit anderen Bereichen wie der Künstlichen Intelligenz“, meint der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „Bei Zukunftstechnologien für die Tumordiagnostik und -therapie besteht weltweit ein enormer Forschungsbedarf und ein riesiges Potential für die Anwendung“, betonte derweil DKFZ-Vorstand Prof. Michael Baumann. Dresden biete mit seiner Exzellenzuniversität, seiner Hochschulmedizin, dem gründerfreundlichen Klima und als größte industrieller Mikroelektronik-Standort in Europa „beste Voraussetzungen für grundlegende Entwicklungen in diesem Bereich“.

Skizze vom künftigen DKFZ-Forschungsneubau in Dresden. Grafik: Wörner Traxler Richter für das DKFZ via NCT

Skizze vom künftigen DKFZ-Forschungsneubau in Dresden. Grafik: Wörner Traxler Richter für das DKFZ via NCT

KI und Roboter helfen beim Kampf gegen Krebs

Der Fünfgeschosser wird Medizinern und Ingenieuren künftig 1350 Quadratmeter Nutzfläche bieten. In den neuen Büros und Laboren wollen die Onkologen einerseits Grundlagenforschung betreiben und Professuren für neue Tumortherapie-Technologien und Datenwissenschaften sowie eine Präventionsforschungsgruppe und Nachwuchsgruppen konzentrieren. Anderseits möchten Ärzte und Forscher hier gemeinsam mit intelligenten Sensoren, Robotern, Künstlicher Intelligenz und dezentralen digitalen Geräten neue praktische Methoden für die Krebs-Diagnostik und -Therapie entwickeln. Zudem zieht die „Biobank Dresden“ in den Neubau ein. Sie bereitet biologische Proben von Patienten und gesunden Menschen automatisch auf und lagert sie bei minus 180 Grad in Stickstoff ein.

Sachsen können künftig in einer „Präventionsforschungsambulanz“ ihr Krebsrisiko ermitteln

Auch innovative technologische Methoden für die personalisierte Krebsprävention und Früherkennung stehen im Fokus. Unter anderem lädt dann eine „Präventionsforschungsambulanz“ die Bürger ein, sich über Krebsprävention zu informieren, ihr individuelles Krebsrisiko zu ermitteln und an Studien teilzunehmen. Vorstand Gerd Nettekoven von der „Deutschen Krebshilfe“ hofft, „dass solche Konzepte einer bürgerorientierten Forschungsambulanz für Krebsprävention künftig auch an anderen Standorten in unserem Land etabliert werden“.

Falls auch dafür genug Geld zusammen kommt, ist zudem ein zweiter Bauabschnitt mit weiteren knapp 1000 Quadratmetern geplant.

Autor: hw

Quellen: DKFZ, NCT