Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dresden

 

Wirtschaftskraft und Zuwanderung werden sich immer mehr auf wenige Zentren konzentrieren, sagen die ifo-Forscher. Abb.: Anja Upmeier/LHD

Abb.: Anja Upmeier/LHD

Dresden ist die sächsische Landeshauptstadt und hat rund 530.000 Einwohner. Zu den umsatzstärksten Wirtschaftsbranchen gehört die Mikroelektronik.

Die Experimentierstation HED (High Energy Density Science) dient der Erforschung von Materie unter extremen Bedingungen. Hier auf dem Bild montiert HED-Leiter Ulf Zastrau gerade Bauteile für einen Versuch. Foto: European XFEL

Auf dem Weg zum Fusionsreaktor: Superheiße Materie mit Röntgenlupe durchleuchtet

Forscher aus Sachsen und Hamburg hoffen auf neue Erkenntnisse zur Trägheitsfusion Hamburg/Görlitz/Dresden, 11. Juli 2024. Auf der Suche nach einer fast unerschöpflichen Energiequelle jenseits der Kernspaltung haben Russen und Westeuropäer lange auf riesige Tokamak-Reaktoren gesetzt: Die sollen Wasserstoff extrem erhitzen, in Magnetfelder einzwängen und dann zur Kernfusion bringen. Doch die milliardenteuren Tokamaks sind trotz jahrzehntelanger Entwicklung bis heute nicht einsatzbereit. Daher schwenken viele nun auf alternative Wege zur Bändigung der Sonnenenergie auf Erden ein: einerseits auf seltsam verdrehte Stellarator-Reaktoren, anderseits auf Trägheits-Fusion, wie sie die USA inzwischen schon recht erfolgreich im Labormaßstab schafft.

Rolf Heinemann: „Eine Lebensgeschichte zwischen Sport und Robotron“, Umschlagfoto von Robotron / Rohnstock-Verlag

„Aus dem Osten nehmen wir nichts“

In seiner „Lebensgeschichte zwischen Sport und Robotron“ verrät Rolf Heinemann seine Erfolgsrezepte in der DDR und als sächsischer Software-Unternehmer nach der Wende Dresden. Was haben Software-Entwicklung, Sport und Unternehmertum gemein? „Durchhaltevermögen beweisen, wie beim Bergsteigen“, ist sich Rolf Heinemann sicher – und er muss es wissen: Jahrelang baute er gemeinsam mit Kollegen im DDR-Computerkombinat „Robotron“ eine Software-Sparte auf, war gleichzeitig Orientierungsläufer, Bergsteiger und Ski-Fahrer, gründete nach der Wende eine eigene Datenbank-Firma, die er zusammen mit seinen Söhnen bis auf rund 500 Beschäftigte und 64 Millionen Euro Umsatz hochpäppelte. Nun hat der mittlerweile 87-jährige Senior-Unternehmer „Eine Lebensgeschichte zwischen Sport und Robotron“ als Autobiografie publiziert.

Auch das Kombinat Carl Zeiss Jena spezialisierte sich zunehmend auf Ausrüstungen für die Chipproduktion. Hier ein Blick auf ein Exponat der "CoolX"-Ausstellung in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Zeiss-Kombinat wollte zum Anbieter ganzer Chipfabriken aufsteigen

Aufträge kamen aus Schwellenländern und Ostblock – doch im Westen konnte Staatsbetrieb nicht gegen Meißner + Wurst punkten Jena/Dresden, 5. Juli 2024. Obwohl das DDR-Technologiekombinat Carl Zeiss Jena ohnehin Mühe hatte, auch nur die Pilotfabrik für 1-Megabit-Speicherchips in Dresden mit den nötigen Hightech-Fertigungsanlagen auszurüsten, wollte Generaldirektor Wolfgang Biermann 1987 gleich am ganz großen Rad drehen: Der staatliche Optikbetrieb sollte ein globaler Anbieter von schlüsselfertigen kompletten Chipfabriken werden – und damit Branchenriesen wie dem westdeutschen Ausrüster „Meißner + Wurst“ (heute: „Exyte“ genannt) Konkurrenz machen.

Kleine Bewegungen von Tieren können genug Energie für kleine Sensoren und Chips liefern. Solche Energie-Ernter skalierbar und nachhaltig zu machen, daran arbeiten die HTW und Wälzlagertechnik Dresden derzeit. Foto: Heiko Weckbrodt

Ein Ohrenwackeln als Energiequelle

Dresdner Ingenieure wollen Strom für Sensoren und Chips aus den Bewegungen von Tier, Mensch und Maschinen gewinnen Dresden, 4. Juli 2024. Damit Überwachungs-Sensoren in Windkrafträdern und anderen Maschinen, aber auch Ortungs-Chips von Kühen oder digital aufgerüstete Kleider keine Stromanschlüsse oder Akkus mehr brauchen, sondern sich über Jahre hinweg selbst mit Energie versorgen, arbeiten Dresdner Ingenieure derzeit an einer neuen Generation von Energieerntern. Diese „skalierbaren nachhaltigen autonomen Elektroenergieerzeugungssysteme“ („Snaps“) sollen beispielsweise aus den Bewegungen Mensch und Tier oder kleinen Maschinen-Vibrationen Strom gewinnen und leicht leicht ausbaubar sein, so dass sie auch bei Bedarf größere Energiemengen liefern können. Das geht aus einer Mitteilung der „Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden“ (HTWD) hervor, die gemeinsam mit der Wälzlagertechnik Dresden an solchen „Scalable Sustainable Self-Sufficient Power-Supply Systems“ (S³PS) arbeitet.

Bis zu ein Meter große Bauteile kann dieser Spezial-3D-Drucker in der gläsernen 3D-Fabrik von Rapidobject in Leipzig erzeugen - hier sind gerade Designer-Vasen an der Reihe. Foto: Tim Hard für Rapidobject

Chinesen hängen Deutschland beim 3D-Druck gnadenlos ab

Branche fordert deutsche Strategie für additive Fertigung Leipzig/Berlin, 3. Juli 2024. Deutschland braucht eine nationale 3D-Drucktechnologie-Offensive, um seinen wachsenden Rückstand in der „additiven Fertigung“ aufzuholen. Das hat der deutsche Branchenverband „3DDruck“ zur Eröffnung der „Gläsernen 3D-Fabrik“ in Leipzig gefordert. „Wir brauchen dringend einen gesamtwirtschaftliche Strategie in diesem Sektor“ betonte Raban von Arnim vom „3DDruck“-Vorstand. Andernfalls drohe der Vorsprung von China und Südkorea in dieser Technologie unaufholbar zu werden.

Sachsen zeigt in Las Vegas unter anderem Lösungen für das Internet der Dinge (IoT). Abb.: Dall-E und hw

Studie: Zulassungshürden für vernetzte digitale Gesundheitstechnik sind zu hoch

Autoren aus Dresden, Oxford und London empfehlen flexiblere Verfahren Dresden, 3. Juli 2024. Aktuelle Bewertungssysteme für verbundene Telemedizin-Geräte, mobile Pulsmesser, elektronisch aufgewertete Sportkleidung und ähnliche Systeme behindern die Weiterentwicklung und den Einsatz solcher Geräte und verlangsamen damit den medizinisch-technischen Fortschritt. Zu diesem Schluss sind Forscher aus Dresden, Oxford und London in einer gemeinsamen Studie über „Digitale Gesundheitstechnologien“ gekommen. Das hat das an der Studie beteiligte Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit an der TU Dresden mitgeteilt.

Max Trenkner zeigt in ein Modell der geflügelten Mini-Satelliten von Captis Space Systems. Foto (freigestellt): Heiko Weckbrodt

Mit geflügelten Miniwürfeln ins All

„Captis“ Dresden entwirft Kleinstsatelliten für den nahen Erdorbit Dresden, 2. Juli 2024. Mit „VLEO Cubesat“-Kleinstsatelliten will „Captis Space Systems“ die Raumfahrt so preiswert machen, dass sich bald jeder Verein, jede Hochschule und jedes Unternehmen einen eigenen Satelliten leisten kann – ohne dauerhaft Weltraummüll zu produzieren. Das haben Valentin Petzold, Max Trenkner und Ulrich Brinker – die Gründer des sich gerade formierenden Jungunternehmens in Dresden – angekündigt.

Auch dafür braucht das Kälteinstitut ILK Dresden eine neue Versuchshalle: Mit Flüssigeisanlagen wie in diesem Modell - nur eben größer - will das ILK Dresden Tagebauseen in der Lausitz anzapfen, um mit der gewonnenen thermischen Energie dann die Lausitz zu heizen. Foto: Heiko Weckbrodt

Vakuumeis à la Sachsen soll Überseeinsel Bremen heizen

Für die Transformation der Kelloggswerke zum Wohnviertel steuert das Dresdner Kälteinstitut ILK „Aqva Heat“-Technik bei Dresden/Bremen, 26. Juni 2024. Als Paradebeispiel, wie sich eine ganze Wohninsel ökologisch nachhaltig mit Energie versorgen lässt, wird das Dresdner Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) auf der Bremser „Überseeinsel“ seine „Aqva Heat“ genannte Flüssigeis-Heiztechnik installieren. Dieser Vakuum-Flüssigeis-Erzeuger soll dort eine Großwärmepumpe ergänzen, die sich thermische Wärme aus der Weser zieht. Das hat Ingenieure Marcus Honke angekündigt, der in dem Privatinstitut die Forschungsrichtung „Wasser als Kältemittel“ leitet.

Foto (verändert): Heiko Weckbrodt

Neue Bundesbehörde soll von Dresden aus Geldwäsche bekämpfen

Bundesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität soll 290 Mitarbeiter in Dresden bekommen, weiterer Standort ist Köln Dresden, 26. Juni 2024. In Dresden entsteht ein neues Bundesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität (BBF). Darauf hat der SPD-Landesverband Sachsen aufmerksam gemacht und sich dabei auf eine Entscheidung im Finanzausschuss des Bundestages gestützt.

Arshnoor Singh von der HTW Dresden hatte sich im Dresdner Thingkathon „Nachhaltigkeit in der Softwareentwicklung“ den „Carbon Cutters“ angeschlossen. Foto: Zeiss Digital Innovation

Sparsamere Software könnte ganze Giga-Kraftwerke überflüssig machen

Dresdner Thingkathon lotet Wege zum nachhaltigen Programmieren aus Dresden, 26. Juni 2024. Weil der Stromverbrauch der weltweit installierten Computertechnik durch energiehungrige Künstliche Intelligenzen (KI), Kryptogeld-Schürffarmen, wachsende Cloud-Rechenzentren und andere Digitaltrends stark wächst, schauen sich viele Programmierer inzwischen ihre Software noch mal genauer an: 10 bis 15 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes und Energieverbrauchs von Rechenzentren, auf PCs und Smartphones lässt sich Experten-Schätzungen zufolge sparen, wenn in Zukunft nachhaltiger und sparsamer programmiert wird. Wie das prinzipiell funktionieren kann, hat nun ein Programmier- und Denkmarathon – ein sogenannter „Thingkathon“ – in Dresden wettbewerbsmäßig vorexerziert.

Biegsame organische Solarfolien von Heliatek Dresden sammln tagsüber genug Strom, um den sportplatz in Mixiko auszuleuchten. Foto: Leonardo Medina Ruiz; ENGIE

Internationale Organikelektronik-Experten in Dresden

Schnelle Transistoren, Perowskit-Solarzellen mit hoher Stromausbeute und andere Trendthemen im Fokus der „ICSM“ Dresden, 24. Juni 2024. Eine neue Generation organischer Elektronik, die nicht mehr so langsam schaltet wie ihre Vorgänger, preiswerte Perowskit-Solarzellen mit besonders hoher Energieausbeute, organische Supraleiter, die Strom widerstandslos leiten, und ähnliche Themen stehen im Mittelpunkt der „Internationalen Konferenz über Wissenschaft und Technologie synthetischer elektronischer Materialien“ (ICSM 2024), zu der die Gastgeber um TU-Professor Karl Leo rund 800 internationale Experten in Dresden erwarten. Physiker, Chemiker, Ingenieure und andere Fachleute aus Industrie und Wissenschaft diskutieren ab heute fünf Tage lang im „Dresden International Congress Center“ am Elbufer die neuesten Trends in der organischen Elektronik, Solartechnik, Sensorik und Leuchttechnologie.

Supraleiter sind besondere Materialien, die im tiefgekühlten Zustand Strom widerstandsfrei leiten. Würden solche Supraleiter bereits bei Raumtemperatur funktionieren, könnten die Energieverluste von Maschinen und Strom-Kabeln drastisch gesenkt werden. Die Physiker streiten aber noch darüber, wie nah oder fern wir von diesem Durchbruch sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Erfolgreicher Kälteschlaf gen Zukunft nicht in Sicht

Kälteinstitut-Direktor Franzke: Dem Gehirn droht beim Auftauen das Erdbeerproblem Dresden, 24. Juni 2024. Auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird es höchstwahrscheinlich nicht möglich sein, Menschen wie in Science-Fiction-Filmen in einen Langzeit-Kälteschlaf zu versetzen und sie hinterher schadlos aufzutauen, so dass sie weiterleben, als hätten sie die Dekaden einfach übersprungen. Das hat Prof. Uwe Franzke eingeschätzt, der das private „Institut für Luft- und Kältetechnik“ (ILK) leitet.

Benno B. Thorsch 1921 in Dresden-Pillnitz. Foto: TSD, Schenkung Thorsch, Santa Barbara

Kamerapionier Benno Thorsch wieder im Gedächtnis von Dresden verankern

Technische Sammlungen zeigen Ausstellung über fast vergessenen Innovator Dresden, 22. Juni 2024. Mit einer neuen Ausstellung wollen die „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) ein fast vergessenes Kapitel der Dresdner Kameraindustrie wieder ins kollektive Bewusstsein der Stadt zurückholen: „Dresden – Los Angeles“ erzählt die Geschichte von Benno B. Thorsch (1898 – 2003), der die hiesige Branche jahrelang mitprägte, dann aber wegen seiner jüdischen Wurzeln Deutschland verlassen musste. Möglich wurde die Exposition, weil die Familie Thorsch dem Striesener Technikmuseum den unternehmerischen Nachlass des Gründers vermacht hat. Darunter sind Dokumente, Fotografien, persönliche Erinnerungsstücke, originale Filme und eine von Fritz Maskos 1934 geschaffene Bronzebüste.

Prof. Marius Distler entfernt den Darm-Tumor einer Patientin mithilfe des OP-Roboters Hugos. Foto: Michael Kretzschmar für das UKD

Nach Da Vinci operiert nun auch Roboter Hugo mit

Uniklinik Dresden setzt irische Roboter für Bauch-OPs ein Dresden, 21. Juni 2024. Dresdner Bauchchirurgen setzen nach den kalifornischen Da-Vinci-Robotern nun auch eine neue Generation von Hugo-Roboter aus Irland als OP-Hilfe ein: Im Herbst Oktober 2023 setzte das Uniklinikum den Hugo erstmals in Deutschland für eine erste urologische Operation ein, nun hilft er den Dresdner Chirurgen auch für Eingriffe an Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Das hat das Uniklinikum Dresden (UKD) mitgeteilt.

Dieses Themenfoto zeigt einen Mobilfunkmasten am südöstlichen Stadtrand von Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Datenlasten steigen: Mobilfunker sorgen sich um Stromverbrauch

Offene Netzarchitekturen, KI, Nachhaltigkeit und Abhängigkeiten beschäftigen Branche auf der „Connect“ in Dresden Dresden, 21. Juni 2024. Wie sich der Energieverbrauch der Handy-Netze bei wachsenden Datenlasten bewältigen und wie sich die Abhängigkeit von chinesischen Spezialelektronik-Anbietern wie Huawei durch offene Netzarchitekturen à al „Open RAN“ verringern lassen, waren zentrale Diskussionspunkte der Telekommunikations-Konferenz „Connect 2024“, die der Weka-Verlag dieser Tage in Dresden ausgetragen hat. Die rund 100 Experten aus Wirtschaft und Forschung diskutieren im Hilton-Hotel am Elbufer zudem den Wandel der Branche durch den massiven Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ und den schrittweisen Umstieg vom Mobilfunk der fünften auf die sechsten Generation, also von 5G auf 6G.