Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rossendorf

Das erste Plasma in Wendelstein 7-X. Es bestand aus Helium, dauerte eine Zehntel Sekunde und erreichte eine Temperatur von rund einer Million Grad Celsius (Eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto). Abb.: IPP

Tanzende Protonen tunneln zum Rendezvous

Rossendorfer Forscher wollen mit Superlasern Fusionskraftwerke anlassen Dresden/Hamburg, 5. Dezember 2019. Deutschland hat die Kernspaltung abgeschrieben: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sie als zu unberechenbar und „schmutzig“ eingestuft. Daher hoffen nun viele Ingenieure und Physiker, endlich die Kernfusion nach dem Vorbild der Sonne in den Griff zu bekommen: Diese fast unerschöpfliche Energiequelle würde stabiler als Windräder und Solaranlagen Strom liefern und kaum strahlenden Abfall hinterlassen. An der Konstruktion praxistauglicher Fusionsreaktoren beißen sich Wissenschaftler allerdings weltweit schon seit Jahrzehnten die Zähne aus. Rossendorfer Forscher wollen nun aber mit Superlasern die Kernfusion auf Trab bringen.

Experimentiereinrichtungen am Forschungsreaktor. Foto: VTKA

DDR-Forschungsreaktor Dresden-Rossendorf eingeebnet

Radioaktive Abfälle harren allerdings weiter auf ein Endlager Dresden-Rossendorf, 15. September 2019. 62 Jahre nach seinem ersten Start ist der Forschungsreaktor in Dresden-Rossendorf nun endgültig Geschichte: Der eigenes dafür eingesetzte Verein „Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung Rossendorf“ (VKTA) hat den Reaktor und dessen Gebäude abgerissen. Ab dem 19. September 2019 fällt die einst mit so viel Aufwand von der damals noch jungen DDR installierte Anlage aus dem bundesdeutschen Atomgesetz heraus, wie der VKTA jetzt angekündigt hat.

Rund 10.000 Galaxien sind auf diesem Bild der Hubble-Mission zu sehen. Das umfangreichste Porträt des sichtbaren Universums zeigt auch die ersten Galaxien, die kurz nach dem Urknall entstanden sind. Foto. NASA/ESA/S. Beckwith(STScI) and The HUDF Team.

Urknall-Experimente gegen die Neugier der NSA

Rossendorfer Forscher wollen spinnefeinde Kerne fangen und verschränken Dresden, 23. Oktober 2018. Physikprofessor Ralf Schützhold vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) will mit Kollegen aus Hamburg und Freiburg im Labor den Urknall nachstellen, mit dem unser Universum von etwa 13,8 Milliarden Jahren wahrscheinlich entstand. Sie möchten damit herausfinden, wie alles begann, und wie sich die Quantenphysik für Telefonate einspannen lässt, bei denen der „Große Bruder“ 100pro nicht mithören kann. Ein entsprechendes Experimentier-Konzept haben die Wissenschaftler nun in der Fachzeitschrift „Physical Review A“ zur Diskussion gestellt.

Petawatt-Laser am HZDR. Mit solchen Lasern will Professor Ralf Schützhold Teilchen aus dem scheinbaren "Nichts" hervorzaubern. Foto: HZDR, Oliver Killig

Elektronen-Angeln im kosmischen Nichts

Rossendorfer Physiker Schützhold will mit Superlasern in den kosmischen Dirac-See tauchen Dresden, 12. Oktober 2018. Umso mehr Superlaser, 90-Tesla-Spulen, Ionenkanonen und künstliche Erdkerne die Experimentatoren im „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) in die Hände bekommen, umso extremer sind die Zustände, in die sie die Materie in ihren Laboren versetzen: Sie sperren die Proben in starke Magnetfelder ein, die jedes Smartphone sofort grillen würden, versetzen sie ins Innere von Neutronensternen und an den Anfang der Welt, mitten hinein in den Urknall. Um besser zu verstehen, was genau da eigentlich in ihren Vakuumkammern passiert, haben sie sich Schützenhilfe bei Professor Ralf Schützhold geholt. Der 44-Jährige baut nun am Stadtrand von Dresden eine Gruppe für „Theoretische Physik“ auf. Drei Mitstreiter hat schon gefunden, zehn schlaue Köpfe soll die Gruppe in naher Zukunft umfassen.

HZDRI-Geschäftsführer Dr. Björn Wolf und sein Vorgänger Prof. Andreas Kolitsch beim Gespräch im Ionenstrahlzentrum des HZDR. Im Hintergrund: Der große Beschleuniger-Tank. Foto: André Wirsig/HZDR

Leichte Ionen für sparsame Smartphones

Björn Wolf übernimmt Leitung der Transferfirma „HZDR Innovation“ in Dresden-Rossendorf Dresden, 4. Oktober 2018. Mit ionenveredelter Smartphone-Elektronik, Windkraft-Sensoren und anderen „Abfallprodukten“ aus der Helmholtz-Grundlagenforschung verdient rund 40 Transferspezialisten in der HZDR Innovation GmbH ihre Brötchen: Sie entwickeln aus Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums Dresden Rossendorf (HZDR) und der TU Dresden (TUD) verkaufsfähige Produkte. Sieben Jahre nach der Gründung hat das gemeinsame Unternehmen von HZDR und der TUD-nahen „GWT-TUD GmbH“ einen neuen Chef bekommen: Dr. Björn Wolf hat am 1. Oktober 2018 die Geschäftsführung von Prof. Andreas Kolitsch übernommen, der mit 70 Jahren in den Ruhestand wechselt. Das hat das HZDR nun mitgeteilt.

Blick auf die Kondensatorbank, die die energioe für die Magnetspulen vorspeichert: Am HZDR loten Wissenschaftler Potenzial und physikalische Grenzen magnetisierbarer Gedächtnislegierungen aus. Die Kondensatorbank ermöglicht ultrakurze Magnetpulse. Foto: HZDR/André Wirsig

Kühlschrank kühlt magnetisch

Physiker aus Dresden und Dortmund arbeiten an Kühltechnik mit Gedächnislegierungen Dresden/Dortmund, 17. September 2018. Physiker aus Dresden-Rossendorf und Dortmund arbeiten an Technologien für massenmarkt-taugliche Magnet-Kühlschränke, die ohne umweltschädliche Kühlmittel auskommen. Dabei setzen sie auf spezielle Formgedächtnis-Legierungen, wie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mitteilte. Diese Metallverbindungen werden magnetisch und kühlen sich ab, wenn sie in die Nähe eines starken Magneten kommen. Presst dann eine Walze die Legierungen zusammen, entmagnetisieren sie sich wieder und erwärmen sich. Damit lassen sich geschlossene Kühlkreisläufe etablieren.

Dr. Michael Bussmann schaut sich im HZDR-Rechenzentrum um. Foto: Heiko Weckbrodt

Rossendorfer Forscher planen neues Rechenzentrum

Da ihre Labore immer mehr Daten produzieren, wollen die Helmholtz-Wissenschaftler auch stärkere Transferleitungen legen Dresden-Rossendorf, 24. Juli 2018. Weil Experimente an modernen Großforschungsanlagen immer reißendere Datenfluten hervorbringen und Computeranalysen immer wichtiger für die Forschung werden, wollen die Wissenschaftler im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) ein neues Rechenzentrum bauen. Das hat der Prof. Roland Sauerbrey, der wissenschaftliche Direktor im HZDR, nun angekündigt. Er kalkuliert mit einem Baustart im Jahr 2019 und rund zehn Millionen Euro Investitionsvolumen. Zu diesen Baukosten kommen dann noch die Ausgaben für neue Computertechnik.

Mit Super-Lasern wie dem Draco und Penelope wollen die Rossendorfer Forscher sehr kompakte Protonenbeschleuniger konstruieren, die zum Beispiel Hirnkrebs-Therapien auch in kleineren Krankenhäusern möglich machen sollen. Foto: HZDR/Jürgen Lösel

Vom DDR-Atomtraum zum planetaren Schutzschild

25 nach dem Neustart: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf feiert neue Weichenstellung nach der Wende Dresden, 12. Oktober 2017. Was einst als Wiege eines DDR-Atomprogramms gedacht war, ist heute ein deutschlandweit führendes Zentrum für Materialforschung, modernste Krebstherapien, Ressourcen-Wiedergewinnung, Supercomputer-Simulationen und andere Disziplinen: Mit einem Symposium, Vorträgen und Filmvorführungen am 12. und 13. Oktober feiert das heutige Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) seinen Neustart vor 25 Jahren. Damals entstand aus dem Zentralinstitut für Kernforschung (ZfK) der DDR das „Forschungszentrum Rossendorf“ (FZD), das 2011 schließlich in die Helmholtz-Gemeinschaft wechselte. Die Belegschaft hat sich seither auf rund 1000 Mitarbeiter verdoppelt – darunter 30 Professoren. Das Gesamtbudget betrug im Jahr 2016 rund 130 Millionen Euro – inklusive 20 Millionen Euro aus Projekt- und Drittmitteln.

Beamline-Scientist Dr. John Michael Klopf stellt Aggregate am Freie-elektronen-Laser im ELBE-Zentrum in Dresden-Rossendorf ein. Er bereitet den FEL für die Experimente der Kollegen vor. Foto: Detlev Müller, HZDR

Undulatoren, Beschleuniger und Rouladen

Der Amerikaner Mike Klopf ist im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf der Experte für den „Freie-Elektronen Laser“ Dresden, 19. Juli 2017. Internationale Experten wie der US-Amerikaner Dr. Michael Klopf sorgen im „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) dafür, dass Wissenschaftler aufwendige Forschungsanlagen wie den „Freie-Elektronen Laser“ (FEL) für ihre Experimente nutzen können. Auch ihm ist es verdanken, dass die Forscher die Grenzen dieser Quelle für Infrarot- und andere Strahlen ständig hinausschieben können.

Dr. Michael Bussmann leitet am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf eine Forschertruppe, die die komplexen Prozesse in Laser-Protonen-Beschleunigern für die Krebsbehandlung in Supercomputern simulieren. Foto: Heiko Weckbrodt

Supercomputer helfen im Kampf gegen Krebs

Forscherteam in Dresden simuliert mit Großrechnern neue Waffen gegen Tumore Dresden, 29. Dezember 2016. Um künftig kleinere und billigere Protonen-Beschleuniger für die Krebstherapie bauen zu können, simulieren Forscher vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) die Konstruktionsprinzipien und Abläufe dafür auf einem der weltweit schnellsten Supercomputer. Der heißt „Titan“ und steht im „Oak Ridge National Laboratory“ in den USA. Dieser Rechenriese kann die Wechselwirkung extrem kurzer Laserblitze mit über 100 Milliarden geladenen Teilchen, wie sie für die Protonentherapie gebraucht werden, vorab berechnen. Möglich machen dies 18 688 Tesla-Grafikprozessoren des US-Konzerns „Nvidia“ – und spezielle Programm-Codes, die Physiker und Informatiker aus Dresden geschrieben haben.

Physiker Michael Kuntzsch arbeitet an der TELBE-Anlage, die in Dresden-Rossendorf besonders brillante Terahertz-Strahlung erzeugt. Die Forscher versprechen sich noch Großes von den Analyse-Fähigkeiten dieser Durchlechtungstechnik. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Superschneller Internetfunk durch Terahertz-Chips

Hauchdünne Schichten sollen für mehr Tempo in WLAN-Chips sorgen Dresden, 27. Juli 2016. Wissenschaftler aus Dresden und Dublin haben einen vielversprechenden technologischen Ansatz gefunden, der Notebooks und anderen mobilen Computern in Zukunft deutlich schnellere Internet-Funkzugänge ermöglichen könnte als bisher. Die Teams am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und am irischen Trinity College Dublin brachten hauchdünne Schichten aus einer speziellen Verbindung von Mangan und Gallium dazu, sehr effizient Strahlung im sogenannten Terahertz-Frequenzbereich auszusenden. Als Sender in WLAN-Funknetzen eingesetzt, könnten die höheren Frequenzen die Datenraten zukünftiger Kommunikations-Netzwerke spürbar erhöhen.

Physiker Michael Kuntzsch arbeitet an der TELBE-Anlage, die in Dresden-Rossendorf besonders brillante Terahertz-Strahlung erzeugt. Die Forscher versprechen sich noch Großes von den Analyse-Fähigkeiten dieser Durchlechtungstechnik. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Mehr aus dem Beschleuniger herauskitzeln

Dresdner Wissenschaftler von HZDR und TU fühlen Terahertz-Wellen auf den Zahn Dresden, 20. Juli 2016. Physiker und Ingenieure der Technischen Universität Dresden (TUD) und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben einen Weg gefunden, um Teilchen-Beschleuniger effektiver zu nutzen. Sie haben dafür gemeinsam einen elektronischen Spektrometer-Chip konstruiert. Dieser Chip kann sogenannte Terahertz-Strahlen, die in Elektronenbeschleunigern wie der ELBE Anlage in Dresden-Rossendorf entstehen, besonders schnell, preiswert und zuverlässig analysieren. Die Forscher wollen damit die teuren Anlagen für mehr Wissenschaftler zugänglich machen und zuverlässiger justieren. Der 1 mal 1,4 Millimeter kleine Chip könnte auch neue Perspektiven für die Umwelt- und Sicherheitstechnik eröffnen.

Das Zentrum eines magnetischen Wirbels sendet unter hochfrequenten magnetischen Wechselfeldern Spinwellen mit sehr kurzen Wellenlängen aus. Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf haben damit einen Mechanismus nachgewiesen, der großes Anwendungspotenzial für die zukünftige Datenverarbeitung hat. Visualisierung:HZDR)

Spinwellen statt Strom als Datenträger

Rossendorfer Forscher entwickeln gemeinsam mit internationalen Kollegen Nano-Antennen für Informations-Übertragung Dresden-Rossendorf, 18. Juli 2016. Um künftige Smartphones noch leistungsfähiger zu machen, sollen sie ihre Daten mit Spinwellen statt mit Strom übertragen. Dies sehen zumindest Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) als vielversprechenden Lösungsweg, um die Überhitzungsprobleme heutiger Computer-Chips zu überwinden. Sie haben dafür gemeinsam mit internationalen Kollegen aus der Schweiz und den USA winzig kleine Antennen entwickelt, die solche Spinwellen aussenden.

Techniker verbinden die Module am Europäischen XFEL-Linearbeschleuniger. Foto: Heiner Müller-Elsner / European XFEL

Schummelt Natur im kosmischen Teilchen-Haushalt?

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf baut mit Millionen-Aufwand weltweit einzigartige Großforschungs-Anlagen Dresden/Hamburg. Um zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält und wo die Natur heimlich „schummelt“, wollen die Wissenschaftler des Helmholz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) in den nächsten Jahren neue Großforschungs-Anlagen für über 170 Millionen Euro konstruieren. Einige dieser Geräte gehen schrittweise ab 2018 in Betrieb, andere erst ein Jahrzehnt später. Das hat Professor Roland Sauerbrey, der wissenschaftliche Direktor des HZDR, angekündigt. „Diese Anlagen werden uns weltweit einzigartige Experimentier-Möglichkeiten eröffnen“, sagte er.

Das Kunstwerk des Dresdner Künstlers Karl-Heinz Adler trägt den Namen „Strahlen“. Es ist seit kurzem an der Fassade des neuen Zentrums für Radiopharmazeutische Tumorforschung am HZDR angebracht. Werk: Karl-Heinz Adler, Repro: HZDR

Strahlende Kunst im Forschungszentrum Rossendorf

Dresden-Rossendorf, 28. Mai 2016. „Strahlen“ sollen Krebspatienten künftig schonender und besser helfen. Und genauso heißt auch ein Kunstwerk von Karl-Heinz Adler, das die sächsische Forschungsministerin Eva-Maria Stange (SPD) heute am „Tag des offenen Labors“ im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eingeweiht hat. Dort ziert das 125 Quadratmeter große Werk die Fassade des neuen „Zentrums für Radiopharmazeutische Tumorforschung“.