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Neuer Chefwissenschaftler in Dresden-Rossendorf

Der scheidende und der neue wissenschaftliche Direktor in Dresden-Rossendorf: Prof. Roland Sauerbrey (links) und dessen Nachfolger Prof. Sebastian M. Schmidt. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

Der scheidende und der neue wissenschaftliche Direktor in Dresden-Rossendorf: Prof. Roland Sauerbrey (links) und dessen Nachfolger Prof. Sebastian M. Schmidt. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

Sebastian M. Schmidt tritt Nachfolge von Roland Sauerbrey an

Dresden, 1. April 2020. Prof. Sebastian M. Schmidt ist seit heute wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Er tritt die Nachfolge des inzwischen 68 Jahre alten Physikers Prof. Roland Sauerbrey an, der das Zentrum 14 Jahre lang geleitet und auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben hatte. Das hat das HZDR heute mitgeteilt.

Quantenphysiker wechselt von Jülich nach Dresden

Auch der 1967 in Greifswald geborene Schmidt ist Physiker. Er hatte an der Uni Rostock und im russischen Dubna studiert. Sein Spezialgebiet sind extreme Zustände in der Quantenphysik, die Entstehung von Materie im Universum und die Kräfte, die die Welt der subatomaren Teilchen zusammenhalten. Zuletzt war er am renommierten Forschungszentrum Jülich tätig gewesen.

Die riesigen Kondensator-Banken im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf entladen sich schlagartig in spezielle Magnetspulen, um sehr hohe Felder zu erzeugen. Foto: HZDR, Oliver Killig

Die riesigen Kondensator-Banken im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf entladen sich schlagartig in spezielle Magnetspulen, um sehr hohe Felder zu erzeugen. Foto: HZDR, Oliver Killig

Schmidt zeigte sich vom breiten Forschungsspektrum im HZDR sowie vom Elbe-Beschleuniger, von den Supermagneten, Superlasern und anderen Rossendorfer Großgeräten angetan. „Das HZDR ist im Forschungsbereich Materie mit seinen einzigartigen Infrastrukturen bestens aufgestellt“, betonte der Physiker. Weitere Anlagen seien im Aufbau und dürften für internationales Aufsehen sorgen.

Erstmals seit der Wende tritt ein Ostdeutscher an die Spitze

“Ich freue mich ganz besonders, dass es ab heute mit Prof. Sebastian M. Schmidt erstmals einen Direktor einer sächsischen Großforschungseinrichtung gibt, der in Ostdeutschland gebürtig ist”, kommentierte der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) die Berufung. Dmit sei es gelungen, “die größte Helmholtz-Einrichtung im Freistaat Sachsen mit einem Gesamtbudget von mehr als 120 Millionen Euro in hervorragende Hände zu legen.”

Minister dankt Sauerbrey

Zugleich bedankte sich der Minister bei Sauerbrey für dessen erfolgreiche Arbeit. “Unter seiner Leitung hat sich das HZDR hervorragend entwickelt und nimmt einen festen Platz in der internationalen Liga ein.”

Reaktorbetrieb in Rossendorf um 1970. Fotonachweis: VTKA

Reaktorbetrieb in Rossendorf um 1970. Fotonachweis: VTKA

HZDR reichen bis zum DDR-Atomprogramm zurück

Das HZDR geht ursprünglich auf das DDR-Zentralinstitut für Kernphysik zurück, das nach der Wende in Forschungszentrum Rossendorf umbenannt wurde und sich wissenschaftlich neu ausrichtete. Unter Schmidts Vorgänger wechselte das Zentrum 2011 von der Leibniz-Gemeinschaft in die großformatiger forschende Helmholtz-Gemeinschaft. Sauerbrey führte das HZDR auf eine neue Entwicklungsstufe. Dazu gehörten Millionen-Investitionen in weltweit einzigartige Großforschungs-Anlagen, eine stärkere internationale Vernetzung, mehr wissenschaftliche Publikationen und neue, wegweisende Forschungsthemen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: HZDR, Interview Sauerbrey, SMWK, Oiger-Archiv