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DVD „Have A Nice Day“: Wilde Hatz im Stile Tarantinos

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

Chinesischer Thriller-Comic fürs deutsche Heimkino veröffentlicht

Einen wilden Thriller-Animationsfilm im Stil von Quentin Tarantino und Guy Ritchie kredenzt der chinesische Regisseur Liu Jian nun auch dem deutschen Heimkino-Publikum. In „Have A Nice Day“ jagen Profi- und Möchtegern-Gangster um – welch Überraschung – einen Koffer voller Geld.

Werbevideo (Absolut Medien):

Die Story: Geldkoffer geht von Hand zu Hand

Darin sind eine Million Yuan – umgerechnet über 120.000 Euro. Mit dem Geld will Chauffeur Xiao seiner Freundin eine Gesichts-OP in legendären „Schönheits“-Paradies Korea bezahlen. Das Dumme nur: Die Million gehört dem chinesischen Mafiaboss Onkel Liu, der nun „Bohnenstange“ darauf ansetzt, das Geld wieder zu beschaffen. Dieser Bohnenstange ist im zivilen Leben Metzger, führt aber parallel dazu ein Schattendasein als Profikiller. Doch noch bevor der Schlächter eintrifft, stolpert ein gieriges Pärchen über den Koffer voller Moneten – und eine blutige Hatz, so verschlungen wie italienische Spaghetti, nimmt ihren Lauf…

Ob das wirklich so eine gute Idee ist? Um die verkorkste Gesichts-OP seiner Freundin wettzumachen, klaut Mafia-Chauffeur Xiao seinem Boss eine Million Yuan, mit der er eine weitere Schönheits-OP in Südkorea finanzieren will. Repro: Absolut Medien

Ob das wirklich so eine gute Idee ist? Um die verkorkste Gesichts-OP seiner Freundin wettzumachen, klaut Mafia-Chauffeur Xiao seinem Boss eine Million Yuan, mit der er eine weitere Schönheits-OP in Südkorea finanzieren will.
Repro: Absolut Medien

Tarantino und Guy Ritchie lassen grüßen

Die Anleihen beim italienischen Western und Genre-Klassikern wie „Pulp Fiction“ oder „Bube, Dame, König, Gras“ sind unübersehbar: Profis und Amateure stolpern sich hier gegenseitig über die Füße, die Herren Zufall, Glück und Pech funken immer wieder mal dazwischen – und die Story pendelt zwischen komödiantischen Elementen, langen Dialogen und Gewaltexzessen.

Sein Fleischerstand ist mehr oder minder eine Tarnidentität für Bohnenstange. Die richtige Knete macht er als Auftragsmörder von Onkel Liu, einem mächtigen Boss der chinesischen Mafia. Repro: Absolut Medien

Sein Fleischerstand ist mehr oder minder eine Tarnidentität für Bohnenstange. Die richtige Knete macht er als Auftragsmörder von Onkel Liu, einem mächtigen Boss der chinesischen Mafia. Repro: Absolut Medien

Fazit: Lohnt sich

Auch wenn das Konzept nicht neu ist, die Story-Wendungen daher wenig überraschend sind und auch die grafische Qualität sicher noch steigerungsfähig sein mag, ist Liu Jian doch ein stilistisch und kulturell ganz eigener, zynischer und schön verschachtelter Krimi gelungen, den es lohnt anzusehen: atmosphärisch dicht, düster, dreckig und verliebt in seine Details.

DVD-Hülle von "Have a nice Day". Repro: Absolut Medien

DVD-Hülle von “Have a nice Day”. Repro: Absolut Medien

Kurzüberblick:

  • Titel: „Have A Nice Day“:
  • Genre: Thriller-Trickfilm
  • Produktionsland und -Jahr: China 2017
  • Regie: Liu Jian
  • Laufzeit: 77 Minuten
  • Sprachen: Deutsch und Mandarin-Chinesisch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
  • Deutsche Veröffentlichung: Absolut Medien 2020
  • Altersfreigabe FSK 12
  • Preis: ca. neun Euro

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Über Liu Jian

(Quelle: Absolut Medien)

„Liu Jian, geboren 1969, studierte Chinesische Malerei und machte 1993 seinen Abschluss am Nanjing Art Institute. Seitdem schuf er diverse Arbeiten, die der Modernen Kunst zuzurechnen sind und in einigen der wichtigsten Ausstellungen in China und international gezeigt wurden. Er ist einer der herausragenden Künstler der Kunstbewegung der „Gaudy Art“, die seit den 1990er Jahren traditionelle chinesische Kunst mit dem Konsumerismus des modernen China kreuzt, und der chinesischen konzeptuellen Fotografie. Er begann 1995 mit der Arbeit an animierten Filmen und gründete 2007 das Le-joy Animationsstudio.

Sein erster animierter Langfilm PIERCING 1 wurde auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, u. a. Holland Animation Film Festival, Annecy International Animation Film Festival und Hong Kong Animation Film Festival. Der Film wurde außerdem als bester Animationsfilm bei den 4th Asia Pacific Screen Awards ausgezeichnet. Liu Jian unterrichtet Animationsfilm an der China Academy Of Art.