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Mit dem Unerwarteten rechnen

Prof. Roland Sauerbrey, wissenschaftlicher Direktor des HZDR. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Prof. Roland Sauerbrey war 14 Jahre lang wissenschaftlicher Direktor im HZDR. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Der scheidende Direktor Prof. Roland Sauerbrey des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf im Oiger-Interview

Was war aus ihrer Perspektive besonders wichtig, was hat sich im Rossendorfer Forschungszentrum während ihrer Direktorenzeit geändert?

Sauberbrey: Die wichtigste Veränderung war der Wandel vom Leibniz-Institut zum Helmholtz-Zentrum in den Jahren 2007 bis 2011. Seitdem sind wir erheblich gewachsen, das Personal hat sich verdoppelt, unsere internationale Sichtbarkeit ist deutlich gestiegen. Wichtige Forschungsanlagen sind in Betrieb gegangen: Wir haben zum Beispiel das Hochfeld-Magnetlabor und den Elbe-Beschleuniger ausgebaut, Hochleistungs-Laser installiert, das Zentrum für radiopharmazeutische Tumorforschung eingerichtet und in Freiberg das Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie gegründet. Verbessert hat sich auch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum, vor allem in der Krebsforschung.

“Da stößt man eben auf unerwartete technologische Herausforderungen”

Was ist nicht so recht gelungen, was müssen Sie ihrem Nachfolger überlassen?

Sauberbrey: Wichtig wäre, dass wir das neue Casus-Institut in Görlitz, das unser Verständnis für komplexe Systeme verbessern soll, endgültig auf die Schiene zu bringen. Wir haben da schon einige Leute beisammen, aber es ist noch viel zu tun.

Petawatt-Laser am HZDR. Mit solchen Lasern will Professor Ralf Schützhold Teilchen aus dem scheinbaren "Nichts" hervorzaubern. Foto: HZDR, Oliver Killig

Petawatt-Laser am HZDR. Foto: HZDR, Oliver Killig

Leider hat es auch Verzögerungen bei wichtigen Projekten gegeben: Der Hochleistungslaser „Penelope“ sollte längst fertig sei. Auch der Flüssigmetall-Dynamo „Dresdyn“, mit dem wir geo- und astrophysikalische Fragen untersuchen möchten, verzögert sich. Aber das passiert eben, wenn man etwas konstruiert, das niemand vor uns je gebaut hat. Da stößt man eben auf unerwartete technologische Herausforderungen.

Thomas Gundrum, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt DRESDYN prüft im HZD das Grundgestell für das Großwälzlager des Dresdyn-Dynamos. Foto: Detlev Müller/HZDR

Die Archivaufnahme zeigt Thomas Gundrum, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt DRESDYN, wie er im HZD das Grundgestell für das Großwälzlager des Dresdyn-Dynamos prüft. Foto: Detlev Müller/HZDR

Was machen Sie, nachdem Sie den Direktorensessel geräumt haben? Gärtnern? Forschen?

Sauberbrey (lacht): Letzteres. Ich werde noch ein paar Jahre als Forscher am Zentrum weiterarbeiten. Ich möchte mich wieder meinem Spezialgebiet, der Laser-Materie-Wechselwirkung, widmen. Und privat… hmmm (überlegt): Vielleicht kann ich ja jetzt öfter mal Golf spielen.

Interview: Heiko Weckbrodt

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