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Leichte Ionen für sparsame Smartphones

HZDRI-Geschäftsführer Dr. Björn Wolf und sein Vorgänger Prof. Andreas Kolitsch beim Gespräch im Ionenstrahlzentrum des HZDR. Im Hintergrund: Der große Beschleuniger-Tank. Foto: André Wirsig/HZDR

HZDRI-Geschäftsführer Dr. Björn Wolf und sein Vorgänger Prof. Andreas Kolitsch beim Gespräch im Ionenstrahlzentrum des HZDR. Im Hintergrund: Der große Beschleuniger-Tank. Foto: André Wirsig/HZDR

Björn Wolf übernimmt Leitung der Transferfirma „HZDR Innovation“ in Dresden-Rossendorf

Dresden, 4. Oktober 2018. Mit ionenveredelter Smartphone-Elektronik, Windkraft-Sensoren und anderen „Abfallprodukten“ aus der Helmholtz-Grundlagenforschung verdient rund 40 Transferspezialisten in der HZDR Innovation GmbH ihre Brötchen: Sie entwickeln aus Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums Dresden Rossendorf (HZDR) und der TU Dresden (TUD) verkaufsfähige Produkte. Sieben Jahre nach der Gründung hat das gemeinsame Unternehmen von HZDR und der TUD-nahen „GWT-TUD GmbH“ einen neuen Chef bekommen: Dr. Björn Wolf hat am 1. Oktober 2018 die Geschäftsführung von Prof. Andreas Kolitsch übernommen, der mit 70 Jahren in den Ruhestand wechselt. Das hat das HZDR nun mitgeteilt.

Neuer Chef will mehr Sensoren aus der Forschung in Produkte ummünzen

„Wir wollen künftig noch mehr Kompetenzen zur Entwicklung vermarktungsfähiger Produkte und beim Technologiemarketing aufbauen“, kündigte Wolf an. Unter anderem will er das Geschäftsfeld „Sensoren“ ausbauen. Zum Beispiel haben HZDR-Wissenschaftler Gittersensoren für Strömungsmessungen entwickelt. Diese Entwicklung will Wolf nun in marktfähige Sensorik für Industrieanlagen ummünzen. Auch Drehmomentsensoren für Windkraft-Anlagen stehen auf der Agenda. Zudem bietet die HZDRI auch Terahertz-Technik, wie sie für Nacktscanner gebraucht wird, sowie den Bau superstarker Magnetspulen, wie sie am Dresdner Hochfeldlabor entwickelt wurden, an.

Ionen-Beschuss für Chips weltweit begehrt

Hauptgeschäftsfeld der „HZDR Innovation GmbH“ ist bisher der Ionenbeschuss von Siliziumscheiben (Wafer) für die Chipindustrie. Dabei nutzt das Unternehmen die Ionenbeschleuniger am HZDR: In den Arbeitspausen der Forscher bombardieren die Ingenieure die Mikroelektronik-Scheiben der Kunden mit leichten Atomrümpfen. Diese Spezialbehandlung sorgt dafür, dass die Chips später in Elektroautos oder Smartphones weniger Strom verpulvern, wenn sie ein- oder ausgeschaltet werden. Das kann für längere Akku-Laufzeiten sorgen. Und diese Ionen-Veredelung aus Dresden-Rossendorf ist begehrt: „Diese Dienstleistungen werden von High-Tech-Unternehmen aus aller Welt bei uns nachgefragt“, betonte Ionenstrahl-Direktor Dr. Roman Böttger.

Autor: hw