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TU Dresden und TSMC starten Fachkräfte-Programm

Studenten und Studentinnen der TU Dresden können sich in einem Sonderprogramm in Taiwan auf eine Arbeit bei TSMC Dresden vorbereiten. Foto: André Wirsig für die TUD
Studenten und Studentinnen der TU Dresden können sich in einem Sonderprogramm in Taiwan auf eine Arbeit bei TSMC Dresden vorbereiten. Foto: André Wirsig für die TUD

Studenten können sich für Mikroelektronik-Curriculum in Fernost bewerben

Dresden/Taipeh, 19. Oktober 2023. Die geplante Mega-Fab von TSMC in Sachsen wirft ihre Schatten voraus: Die Technische Universität Dresden (TUD) und der taiwanesische Chiphersteller starten nun ihr gemeinsames Fachkräfte-Programm. Die Uni suchen deshalb ab sofort Studenten, die erst Chinesisch lernen (oder schon können) und dann in Taiwan ein akademisches Mikroelektronik-Curriculum absolvieren wollen. Das geht aus einer TUD-Ankündigung hervor.

TSMC-Finanzchefin Lora Ho
TSMC-Finanzchefin Lora Ho. Foto: TSMC

Halbleiter-Riese braucht Leute für die geplante Mega-Fab in Sachsen

Basis dafür ist das „Semiconductor Talent Incubation Program“, das TUD-Rektorin Prof. Ursula M. Staudinger und TSMC-Vizepräsidentin Lora Ho vor einem Monat in Taipeh vereinbart haben. Gedacht ist das als eine Art roter Teppich für die Taiwanesen, die in Dresden eine zehn Milliarden teure Halbleiterfabrik bauen und dafür rund 2000 Fachkräfte brauchen.

Freistaat will diplomatische Verwicklungen vermeiden

Sachsen scheut sich allerdings, dafür eine offizielle Regierungsvereinbarung mit Taiwan zu schließen, um nicht China zu verärgern. Grund: Die kommunistische „Volksrepublik China“ betrachtet die „Republik China“ auf der Insel Taiwan als abtrünnige Provinz und nicht als selbstständigen Staat. Und da Sachsen keine eigene Außenpolitik betreiben darf und der chinesische Markt für sächsische Unternehmen sehr wichtig ist, will sich in Dresden keiner die Finger an dem Thema verbrennen. Daher kam es zu einem Bündel von Vereinbarungen zwischen der TU Dresden, taiwanesischen Unis und TSMC.

100 starke Studenten gesucht

Eine Kern-Vereinbarung sieht vor, dass bis zu 100 leistungsstarke Studentinnen und Studenten pro Jahr an einem sechsmonatigen Austauschprogramm in Taiwan teilnehmen können, um sich auf eine Arbeit bei TSMC in Dresden vorzubereiten. Vorab in Dresden und dann auch in Taiwan können die Studenten einen Chinesisch-Kurs und interkulturelles Trainingsseminar über Taiwan besuchen.

Sachsen haben eigens wissenschaftliches Koordinierungsbüro in Taiwan gegründet

Bewerben können sich junge Leute, die an der TU Dresden oder an einer beteiligten Uni einen Master- oder Bachelor-Studiengang (frühestens im dritten Jahr) absolvieren. „Vor Ort werden sie durch das neu eingerichtete „Wissenschaftliche Koordinierungsbüro des Freistaates Sachsen in Taiwan“ unter Leitung von Dr. Josef Goldberger betreut“, kündigte die TU Dresden an. „Die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten erhalten zusätzlich zu den Studien- und Programmgebühren einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten sowie zur Reise selbst. Die Unterkunft wird gestellt, muss aber selbst bezahlt werden.“

Von März bis Juni 2024 sollen die ersten Programm-Teilnehmer an der „National Taiwan University“ in Taipeh studieren. Danach absolvieren sie von Juli bis August ein zweimonatiges praktisches Training im „Newcomer Training Center“ und der TSMC-Fab in Taichung.

Autor: hw

Quellen: TUD, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger