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60.000 Schnuller und Babyflaschen zu Spielzeug umgeschmolzen

Kinder bekommen Sandförmchen, die aus alten Baby-Kunststoffprodukten hergestellt worden sind. Foto: NUK, Mapa GmbH
Kinder bekommen Sandförmchen, die aus alten Baby-Kunststoffprodukten hergestellt worden sind. Foto: NUK, Mapa GmbH

Holypoly Dresden und Nuk wollen nun auch in Österreich und Frankreich Beispiellösungen für Kunststoff-Kreisläufe aufbauen

Dresden/Zeven, 5. September 2023. Nachdem inzwischen bereits über 60.000 Fläschchen, Schnuller und weitere Kunststoffprodukte für Babys in Deutschland gesammelt und eingeschmolzen wurden, um als Sandspielzeug ein „zweites Leben“ zu bekommen, wollen Holypoly Dresden, NUK und der Spielzeughersteller Gowi diese Aktion nun auch auf Österreich und Frankreich ausdehnen. Das haben die Projektpartner heute angekündigt. Sie wollen damit neue Wege der Kreislaufwirtschaft aufzeigen, in der auch Plaste und andere Kunststoffe sinnvoll weiterverwendet werden.

Babyflaschen und andere eingesammelte Kunststoff-Babyprodukte beim Farbsortieren. Foto: NUK, Mapa GmbH
Babyflaschen und andere eingesammelte Kunststoff-Babyprodukte beim Farbsortieren. Foto: NUK, Mapa GmbH

„Wollen ausgediente Babyprodukte vor der Müllverbrennung retten“

„Aufgrund des großen Erfolges futtert sich das Monster ab sofort auch durch Österreich und Frankreich“, hieß es von den Initiatoren. Ziel sei es, „ausgediente Babyprodukte aller Marken vor der Müllverbrennung zu retten“.

Geschredderte und sortierte Kunststoffabfälle. Foto: NUK, Mapa GmbH
Geschredderte und sortierte Kunststoffabfälle. Foto: NUK, Mapa GmbH

Konzept entstand in Mitmach-Werkstatt in Dresden

Die Idee dafür hatten die Holypoly-Gründer bereits entwickelt, als sie eine Mitmach-Recyclingwerkstatt in Dresden aufbauten. Sie wollten verhindern, dass weltweit die Kunststoff-Müllberge weiter wachsen oder Plasteprodukte letztlich in der Abfallverbrennung landen. Denn richtig behandelt, lassen sich viele Kunststoffe wieder aufschmelzen und zum Beispiel in Spritzmaschinen in neue Produkte umwandeln. Dafür müssen die Altprodukte aber eben systematisch gesammelt und sortiert werden. 2020 entstand aus diesem Konzept das Unternehmen Holypoly in Dresden.

Aktion „Schnullermonster“ bescherte Kitas und Familien 12.000 Sandförmchen

In der Folge haben sich die Sachsen mit der Mapa GmbH aus dem niedersächsischen Zeven, zu dem die Babyproduktemarke „NUK“ gehört, zur Aktion „Schnullermonster“ zusammengetan. In diesem Zuge haben die Projektpartner eben besagte 60.000 Baby-Plasteprodukte zusammengetragen: So haben Kinder ihre ausgemusterten Nuckel in „Schnullermonster“-Sammelboxen in den 750 beteiligten Kitas eingeworfen, andere Plasteartikel kamen direkt von den Familien. Daraus haben Holypoly, NUK und Gowi mittlerweile rund 12.000 Sandförmchen hergestellt und an Kitas beziehungsweise Familien verschenkt, die mitgemacht haben.

-> Mehr Infos zur Aktion gibt es hier.

Autor: hw

Quellen: Holypoly, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger