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Ökonomen: Standort Deutschland allenfalls noch Mittelmaß

Der Energiesektor von Siemens konnte erst kürzlich wieder Großaufträge in Ägypten und in Belgien an Land ziehen - hier ein Blick in die Turbinenmontage im Berliner Siemens-Werk. Das IfW rechnet damit, dass sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland noch beschleunigen wird. Foto: Siemens
Foto: Siemens

Zuviel Bürokratie, zu teure Energie, zu wenig Digitalisierung bemängelt

München, 3. Mai 2024. Viele Ökonomen bewerten den Standort Deutschland im internationalen Vergleich durchschnittlich nur noch mit der Note 3,4. Das geht aus einer Experten-Umfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo“ aus München hervor.

„Besorgniserregend schlecht“

„Dieses Ergebnis ist für die Industrienation Deutschland besorgniserregend schlecht“, meint Niklas Potrafke, der im Ifo-Institut das „Zentrum für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie“ leitet. „Damit es dem Wirtschaftsstandort Deutschland besser geht, werden Reformen benötigt. Dazu zählen der Bürokratieabbau, mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung, sowie die Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.“ Letzteres meint: Das Startalter für die Rente muss rauf statt runter, weil immer weniger Junge die Rente für immer mehr Alte erarbeiten müssen.

Reformen angemahnt

In der Ifo-Umfrage unter 180 Professorinnen und Professoren der Volkswirtschaftslehre kamen immer wieder die selben Kritikpunkte am Standort Deutschland: Bürokratie (87 Prozent), die Preise von Energie und die Verfügbarkeit von Rohstoffen (73 Prozent) und die mangelnde Digitalisierung (67 Prozent). Zu den Stärken zählen die Experten die politischen Institutionen (67 Prozent), die Bildung und die Ausbildung der Beschäftigten in Deutschland (53 Prozent) sowie die Sicherheit und die geringen geopolitischen Risiken (43 Prozent). Gemeint ist damit: Deutschland hat eine recht stabile Demokratie, vergleichsweise wenig Korruption und Schwerkriminalität und auch die Kriegsgefahr im Land ist nicht besonders hoch.

Autor: hw

Quelle: Ifo München

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger