Ökonomen: Standort Deutschland allenfalls noch Mittelmaß
Zuviel Bürokratie, zu teure Energie, zu wenig Digitalisierung bemängelt
München, 3. Mai 2024. Viele Ökonomen bewerten den Standort Deutschland im internationalen Vergleich durchschnittlich nur noch mit der Note 3,4. Das geht aus einer Experten-Umfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo“ aus München hervor.
„Besorgniserregend schlecht“
„Dieses Ergebnis ist für die Industrienation Deutschland besorgniserregend schlecht“, meint Niklas Potrafke, der im Ifo-Institut das „Zentrum für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie“ leitet. „Damit es dem Wirtschaftsstandort Deutschland besser geht, werden Reformen benötigt. Dazu zählen der Bürokratieabbau, mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung, sowie die Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.“ Letzteres meint: Das Startalter für die Rente muss rauf statt runter, weil immer weniger Junge die Rente für immer mehr Alte erarbeiten müssen.
Reformen angemahnt
In der Ifo-Umfrage unter 180 Professorinnen und Professoren der Volkswirtschaftslehre kamen immer wieder die selben Kritikpunkte am Standort Deutschland: Bürokratie (87 Prozent), die Preise von Energie und die Verfügbarkeit von Rohstoffen (73 Prozent) und die mangelnde Digitalisierung (67 Prozent). Zu den Stärken zählen die Experten die politischen Institutionen (67 Prozent), die Bildung und die Ausbildung der Beschäftigten in Deutschland (53 Prozent) sowie die Sicherheit und die geringen geopolitischen Risiken (43 Prozent). Gemeint ist damit: Deutschland hat eine recht stabile Demokratie, vergleichsweise wenig Korruption und Schwerkriminalität und auch die Kriegsgefahr im Land ist nicht besonders hoch.
Autor: hw
Quelle: Ifo München

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