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eBuch-Markt boomt in Deutschland

In den USA haben eBooks längst Marktanteile von über 20 % erreicht - nun freunden sich auch die Deutschen mnit eBüchern an. Foto: PwC

In den USA haben eBooks längst Marktanteile von über 20 % erreicht – nun freunden sich auch die Deutschen mnit eBüchern an. Foto: PwC

PwC-Prognose: 2017 haben eBücher 16 Prozent Marktanteil

Frankfurt am Main, 8. Oktober 2013: Nach einiger Verzögerung nimmt der eBuch-Zug nun auch in Deutschland rasant an Fahrt auf. Das geht aus einer Marktanalyse der Deutschlandzentrale der Unternehmens-Beratungsgesellschaft „PricewaterhouseCoopers“ (PwC) in Frankfurt am Main hervor. Demnach machten digitalisierte Bücher (eBücher/eBooks) im vergangenen Jahr drei Prozent des deutschen Belletristikmarktes aus (im Vorjahr laut anderen Quellen: zwei Prozent). Für dieses Jahr erwarten die PwC-Analysten bereits knapp sechs Prozent Marktanteil für die Belletristik-eBücher, für 2017 sogar 16 Prozent.

Tablet- und eReader-Boom fördert Umstieg auf eBooks

„Es hat etwas länger gedauert als in anderen Ländern, aber nun sind auch in den deutschen Pendlerzügen und auf den Liegestühlen zwischen Nordsee und Bodensee immer häufiger E-Reader in den Händen der Leser zu entdecken“, schätzte PwC-Medienexperte Werner Ballhaus ein. Zum Einen hätten sich die Deutschen inzwischen mit der neuen Lesetechnik angefreundet, zum Anderen seien durch den Boom von Tablettrechnern und eReadern nun viele Haushalte mit geeigneten Geräten für die elektronische Lektüre ausgerüstet, begründete er diesen Trend: „Durch die rasante Verbreitung von Tablets und elektronischen Lesegeräten nimmt der E-Book-Markt in Deutschland an Fahrt auf.“

Vor allem Älterere liebäugeln mit eBüchern

Laut einer PwC-Befragung unter 1000 Internetnutzern lesen mittlerweile knapp 13 Prozent der Konsumenten regelmäßig eBücher, inklusive der Gelegenheitsleser sind es etwa 30 Prozent. Das liegt nahe an den Befunden einer kürzlich vorgestellten Umfrage für den Hightech-Verband „Bitkom“, die erheben hatte, dass insgesamt 21 Prozent der Deutschen eBooks lesen. Laut PwC liebäugeln besonders etwas ältere Leser ab 46 Jahren mit einem Umstieg auf eBücher.

Dies erscheint insofern schlüssig, da nahezu alle eBuch-Lesegeräte die Möglichkeit bieten, den Schriftgrad des Textes zu vergrößern – was den Lesefluss für ältere Augen erleichtert. Zudem deckt sich das auch mit Oiger-Recherchen: In Dresden zum Beispiel verzeichnet die Internetfiliale „eBibo“ der Städtischen Bibliotheken rasante Zuwächse und dort sind es wiederum vor allem viele Senioren, die die eBuch-Sprechstunden der eBibo nutzen.

Abb.: PwC

Abb.: PwC

eBuch-Umsätze wachsen rasant

Insgesamt haben sich laut PwC die Umsätze mit belletristischen eBüchern in Deutschland im vergangenen Jahr auf 144 Millionen Euro verdreifacht, für dieses Jahr rechnen die Analysten mit einer weiteren Verdoppelung auf 286 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für 2013 gehen die Marktforscher mit einem Gesamt-Belletristikumsatz von 4,9 Milliarden Euro aus.

Für Senioren ein großer Vorteil: Die Textgröße lässt sich hochschrauben. Foto: Thalia

Für Senioren ein großer Vorteil: Die Textgröße lässt sich hochschrauben. Foto: Thalia

ePub, Apple- und Amazon-Format durchgesetzt

Noch ein paar technische Befunde aus der PwC-Studie: Demnach haben sich für eBücher das freien Dateiformat EPUB, Apples iBook sowie die Amazon-Formate (MOBI, AZW und Kindle Format 8) durchgesetzt. Die Formate PDF, doc, txt und rtf spielen hingegen kaum noch eine Rolle. Als Geräte bevorzugt fast jeder dritte eBuch-Vielleser die billigeren „eReader“, also spezialisierte eBuch-Lesegeräte. Tablettrechner und Computertelefone werden von 17 beziehungsweise 18 Prozent präferiert – wobei Männer eher zu Tablets greifen, Frauen eher zu eReadern. Heiko Weckbrodt

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