Bücherkiste, Internet & Web 2.0, News
Kommentare 4

Dresdner Internetbibliothek „eBibo“ wächst rasant

eBücher mit dem eReader oder Tablett lesen? Die Auswahl wird größer. Abb.: Amazon

Abb.: Amazon

Dresden, 8. März 2013: Die Gründung einer eigenen Internet-Filiale für die digitale Medien-Ausleihe hat sich für die Städtischen Bibliotheken als Erfolgsmodell erwiesen: Um 63 Prozent auf 60.664 Entleihungen hat die „eBibo“ im vergangenen Jahr zugelegt. Das teilte der Dresdner Bibliotheken-Direktor Arend Flemming mit.

Hoher e-Zuwachs, analoges Buch dominiert aber weiter

Damit macht der internetgestütze Verleih zwar immer noch kaum mehr als ein Prozent an den 5,6 Millionen Gesamt-Entleihungen (plus1,9 Prozent) der Dresdner Kommunalbibliotheken aus, legt aber vergleichsweise rasant zu. „Diese Steigerungen sind sensationell“, betonte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos). Ähnlich sehen die Anteile übrigens deutschlandweit im kommerziellen Buchmarkt aus. Dort sind die Umsatzzuwächse mit Kauf-eBüchern ebenfalls sehr hoch, dennoch hat die digitalisierte Literatur in Deutschland erst zwei Prozent Marktanteil.

eBücher und Co. sind gefragter als originär digitaler Medien

Dresden hatte die Internetfiliale vor vier Jahren gestartet. Seitdem gehört die „eBibo“ zu den am stärksten wachsenden Angeboten der Städtischen Bibliotheken. Allerdings gingen nicht alle Hoffnungen auf. So fanden genuin digitale Angebote wie Datenbanken und eLernkurse weniger Resonanz erwartet und wurden inzwischen zusammengekürzt. Dafür ist die Nachfrage nach eBüchern, digitalisierten Zeitschriften, Hörbüchern und Musik sehr groß.

Eiszeit im eBuch-Streit zwischen Verlagen und Kommunalbibliotheken hält an

Derweil herrscht zwischen kommunalen Bibliotheken und Buchverlagen bundesweit weiter eine Eiszeit: Der Börsenverein des deutschen Buchhandels habe die Verandlungen über Leih-eBooks abgebrochen, seit Monaten herrsche Totenstille zwischen beiden Seiten, informierte Flemming, der auch im Deutschen Bibliotheksverband tätig ist. Die Bibliotheken fürchten insbesondere, dass die deutschen Verlage sie vom Digitalisierungszug abkoppeln, indem sie für Verleih-eBücher überhöhte Preise verlangen oder die Verleihmöglichkeiten drastisch einschränken.

Dagegen ist zwischen den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Verlagen in den Verhandlungen um eine Digital-Reform des deutschen Urheberrechts inzwischen wieder Bewegung gekommen (Der Oiger berichtete). Heiko Weckbrodt

4 Kommentare

  1. Kenne das … Einer meiner Favoriten: eiliges Projekt, ich will ein Lebenszeichen an den Auftraggeber senden und melden: bin hier voll am Rödeln … Der Computer macht “Trödeln” daraus …
    Oder: in vollem Ornat wird zu in vollem Unrat 😉

    • admin sagt

      Anscheinend ein e-Misanthrop: Der Rechner an sich hat offensichtlich eine schlechte Meinung von der Menschheit, wenn es solche “Verbesserungen” vorschlägt 😉

    • admin sagt

      Danke für den Hinweis – da hab ich vermutlich bei der automatischen Rechtschreibkorrektur nicht aufgepasst – die hat manchmal kuriose Vorschläge, was man gemeint haben könnte 😉 Die Totenstille ist jetzt eingekehrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.