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Trendforce: Chinas Weltmarktanteil bei älteren Chips wächst bald auf 33 %

Die in Shanghai beheimatete SMIC gehört inzwischen zu den größten Chip-Foundries weltweit und ist auch technologisch nicht mehr weit vom Weltstand entfernt. Abb.: SMIC
Die in Shanghai beheimatete SMIC gehört inzwischen zu den größten Chip-Foundries weltweit und ist auch technologisch nicht mehr weit vom Weltstand entfernt. Abb.: SMIC

Taipeh, 22. Oktober 2023. Sieht man einmal von Chips der Spitzenklasse mit Strukturen feiner als zehn Nanometer ab, gehören vor allem Spezial-Schaltkreise älterer Technologie-Generationen zu „Brot- und Buttergeschäft“ der Mikroelektronik-Industrie. Grob geschätzt, „beträgt das globale Verhältnis von ausgereiften (>28 nm) zu fortgeschrittenen (<16 nm) Prozessen von 2023 bis 2027 voraussichtlich bei etwa 7:3“, schätzt „Trendforce“.

Analysten rechnen mit starken Preiskämpfen durch wachsendes chinesisches Angebot

Und das taiwanesische Marktforschungsunternehmen geht davon aus, dass China dieses Marktsegment in den kommenden Jahren kräftig umpflügen wird: Laut Trendforce-Prognose wird der Anteil chinesischer Chipfabriken im Sektor der „ausgereiften“ (sprich: schon etwas älteren) Halbleiterprozesse von derzeit 29 Prozent auf etwa 33 Prozent im Jahr 2027 zulegen. An der Spitze dieser Entwicklung sehen die Analysten solche „Giganten“ wie SMIC, die Hua Hong Group und Nexchip.

Chinas Weltmarktanteil wächst auch in der Mikroelektronik - wenn auch noch in den älteren Technologieknoten. Grafik: Trendforce
Chinas Weltmarktanteil wächst auch in der Mikroelektronik – wenn auch noch in den älteren Technologieknoten. Grafik: Trendforce

Chinesen können Weltmarkt überschwemmen

Die Analysten rechnen mit deiner „massive Expansion“ der chinesischen Kapazitäten, die dazu führen könnten dass das Reich der Mitte „den Weltmarkt mit ausgereiften Prozessen überschwemmt und möglicherweise einen Preiskampf auslöst“. Insofern könnte sich hier ein Stück jüngere Industriegeschichte in einem neuen Segment wiederholen: Erinnert sei an dieser Stelle beispielhaft an die Rolle Chinas beim Preisverfall von Solarmodulen – und das Massensterben der einst führenden deutschen Photovoltaik-Industrie.

Zwei Mitarbeiter beäugen Chipscheiben (Wafer) im Reinraum der Globalfoundries-Chipfabrik Dresden. Foto: Globalfoundries
Globalfoundries unterhält unter anderem in Dresden ein große Chipfabrik. Das Unternehmen sitzt seit einiger Zeit besser im Sattel als anfangs, könnte aber bald auch wachsenden Druck aus China spüren, weil es sich – zumindest in Teilen seiner Produktion – weiter im 28-nm-Segment bewegt. Foto: Globalfoundries

Preiskampf könnte vor allem UMC, Globalfoundries etc. unter Druck setzen

Wiederholt sich dies im Segment der „ausgereiften“ Mikroelektronik, würde dies dann vor allem UMC und andere taiwanesischen Halbleiter-Auftragsfertiger (Foundries) der zweiten und dritten Reihe unter Druck setzen, aber auch das US-Unternehmen Globalfoundries. „Taiwans Branchenführer, die für ihre Spezialprozesse bekannt sind – UMC, PSMC, Vanguard, um nur einige zu nennen – werden sich im Auge des Sturms befinden“, meinen die Trendforce-Experten. „Der bevorstehende Kampf wird von technologischer Leistungsfähigkeit und effizienten Produktionsausbeuten abhängen.“

Autor: hw

Quelle: Trendforce

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger