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Retro Machina: Roboter flieht quer durch die Stadt der Maschinen

Die Werbung für Roboter-Reparaturen lässt erahnen, dass es in dieser Stadt irgendwann einmal Menschen gegeben haben könnte. Bildschirmfoto (hw) aus: "Retro Machina".

Die Werbung für Roboter-Reparaturen lässt erahnen, dass es in dieser Stadt irgendwann einmal Menschen gegeben haben könnte. Bildschirmfoto (hw) aus: “Retro Machina”.

Mix aus „Jump – & Run“-Spiel und Abenteuer glänzt im retro-futuristischen Design

Mit „Retro Machina“ hat das brasilianische

ein charmantes Roboter-Abenteuer im optischen Stil von „Metropolis“ und „Bioshock“ und in der spielerischen Tradition von „Little Big Adventure“ und „Machinarium“ veröffentlicht. Zusammen mit Super.com aus England haben die Brasilianer dieses hübsch gemachte Puzzle-Adventure nun für PCs, Xbox, Playstation 4 und Nintendo Switch veröffentlicht.

Werbevideo (Quelle:
Retro Machina):

Die Geschichte: Kleine Arbeitssklave flieht vor mechanischen Häschern

Ausgangspunkt der Geschichte ist ein humanoider Roboter, der gegen sein Dasein als Produktionssklave aufbegehrt. Auf der Flucht vor seinen mechanischen Häschern muss der aufsässige kleine Kerl wie in einem Jump- & Run-Spiel viel hüpfen, ausweichen und notfalls auch mal auf einen anderen Roboter draufhauen. Dabei hat er aber auch viele Rätsel zu lösen, um die golden glänzenden und weitgehend linear aufgebauten Zukunftswelten zu durchqueren: Er kann beispielsweise andere Service-Roboter fernsteuern, um Kombinationsaufgaben zu absolvieren und Mechanismen auszulösen, die er allein nicht bedienen könnte. Und dabei kommt immer wieder die Frage auf: Wo sind eigentlich die Menschen geblieben? Oder wurde die Maschinen-Stadt „Endeavor“, die wie eine Mischung aus Metropolis und Rapture wirkt, von den Maschinen selbst gebaut?

In "Retro Machina" kann unser kleiner Roboter-Flüchtling durch eine Art Steuerstrahl andere Maschinen fernsteuern. Bildschirmfoto: Super.com/Orbit

In “Retro Machina” kann unser kleiner Roboter-Flüchtling durch eine Art Steuerstrahl andere Maschinen fernsteuern. Bildschirmfoto: Super.com/Orbit

All dies ist schön anzusehen und erinnert an die Vorstellungen der 1920 bis 1950er Jahre, wie wohl die Zukunft aussehen werde. Allerdings: Auf dem PC mit der Tastatur ist “Retro Machina” eher schwerfällig zu zocken. Programmiert ist dieses Game sichtlich als originäres Konsolenspiel, das sich leichter mit einem Controller steuern lässt. Könnte man die Maus einsetzen, sähe das womöglich schon ganz anders aus.

Titelgrafik von Retro Machina. Abb.: Super.com/Orbit

Titelgrafik von Retro Machina. Abb.: Super.com/Orbit

Fazit: Optisch top, spielerisch… na ja

In puncto Optik und Stilistik ist „Retro Machina“ sehr charmant, zudem künstlerisch anspruchsvoll. Hier sind sichtlich viele Einflüsse aus der Populärkultur vergangener Jahrzehnte wie auch des neueren Steampunk-Designs eingeflossen. Spielerisch hingegen vermag dieses Roboter-Game auf dem PC nicht so ganz zu überzeugen. Dafür ist die Steuerung per Tastatur zu unbeholfen. Zudem kennt man die eingesetzten Kombinationsrätsel auch schon aus vielen anderen Spielen.

Kurzüberblick

  • Titel: „Retro Machina“
  • Entwickler/Publikator: Orbit/Super.com
  • Genre: Jump’n’Run mit Adventure-Elementen
  • Altersfreigabe: USK 6
  • Preis: 15 Euro (PC-Version auf Steam)

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt