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Uni will Dresden zu führenden 6G-Mobilfunk-Standort machen

Der nächste Hoffnungsträger naht: Der Mobilfunk der 6. Generation (6G) soll Hologramm-Telefonie am Smartphones, neue Ansätze für die Fernmedizin und innovative Mensch-Maschine-Interaktionen möglich machen. Grafik: Heiko Weckbrodt

Der nächste Hoffnungsträger naht: Der Mobilfunk der 6. Generation (6G) soll Hologramm-Telefonie am Smartphones, neue Ansätze für die Fernmedizin und innovative Mensch-Maschine-Interaktionen möglich machen. Grafik: Heiko Weckbrodt

TU Dresden bemüht sich beim Bund um Millionenzuschüsse für Forschung

Dresden, 7. Mai 2021. Die TU Dresden will ihre starke Position in der Mobilfunk-Forschung ausbauen und hat sich deshalb beim Bundesforschungsministerium um einen „6G-Forschungs-Hub“ beworben, um den Mobilfunk der 6. Generation (6G) mitzuentwickeln. Das hat Prof. Gerharde Fettweis am Rande des Gipfeltreffens „IEEE 5G++ Online Summit Dresden“ auf Oiger-Nachfrage mitgeteilt. Er rechnet mit etwa 35 Millionen Euro Zuschuss für den Standort Dresden, wenn der Zuschlag nach Sachsen geht.

Der Mobilfunk-Experte Prof. Gerhard Fettweis beim Abschluss-Kolloquium für das Cfaed I am 27. September 2019 an der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Prof. Gerhard Fettweis. Foto: Heiko Weckbrodt

Hologramm-Smartphones und neue Mensch-Maschine-Schnittstellen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte kürzlich angekündigt, bis 2025 rund 700 Millionen Euro in die Erforschung der Zukunftstechnologie 6G pumpen zu wollen. Sie erhofft sich von der nächsten Mobilfunkgeneration neue Möglichkeiten für Schlüsseltechnologien wie „Künstliche Intelligenz“, „Virtuelle Realitäten“, die Entwicklung von Hologramm-Smartphones, aber auch neue Ansätze für die Telemedizin und die Agrarwirtschaft. Andere erwarten durch 6G zum Beispiel auch eine hochpräzise dreidimensionale Ortung von Fahrzeugen und vernetzten Geräten sowie innovative Mensch-Maschine-Verbindungen.

Ach ja – und auch 100 Mal schneller

„5G setzt bereits wichtige Maßstäbe und wird die digitale Vernetzung auf die nächste Ebene heben“, argumentierte die Ministerin. „6G aber wird die mobile Datentechnologie der Zukunft sein und unsere Kommunikation im nächsten Jahrzehnt bestimmen, ja revolutionieren. Mit 6G werden Daten mehr als 100 Mal schneller übertragen als mit 5G – mit großen Vorteilen für die mobile Kommunikation jedes einzelnen Menschen. Aber auch für unsere Industrie und Landwirtschaft. Wer hier alle Potenziale erschließen will, kommt um 6G nicht herum.“ Ein Teil der Fördergelder für die geplanten 6G-Hubs will der Bund aus seinem Corona-Konjunkturpaket nehmen.

Der Dresdner Professor Frank Ellinger baut zusammen mit Kollegen an der TUD die Testplattform "More" für ultraschnelle Chips auf. Auf dem Monitor ist ein stark vergrößerter Chip zu sehen, der bei sehr hohen Frequenzen von etwa 200 Gigahertz arbeitet. Entwickelt wurde er von Dr. Paolo Valerio Testa für die ultra-schnelle drahtlose Datenkommunikation. Foto: Kretzschmar für die TUD

Der Dresdner Professor Frank Ellinger baut zusammen mit Kollegen an der TUD die Testplattform „More“ für ultraschnelle Chips auf. Auf dem Monitor ist ein stark vergrößerter Chip zu sehen, der bei sehr hohen Frequenzen von etwa 200 Gigahertz arbeitet. Entwickelt wurde er von Dr. Paolo Valerio Testa für die ultra-schnelle drahtlose Datenkommunikation. Foto: Kretzschmar für die TUD

Uni bemüht sich um Geld für 6G-Hub und um 6G-Zukunftscluster

Vor der 6G-Hub-Bewerbung hatte sich bereits der Dresdner Schaltungstechnik-Professor Frank Ellinger um Zuschüsse für ein „6G-Zukunftscluster“ an der TU Dresden bemüht und ist damit ins Wettbewerbs-Finale gekommen. Gemeinsam mit seinen Kollegen und Kolleginnen will er in Dresden „einen der wissenschaftlich, technisch, ökonomisch und ökologisch weltweit führenden 6G-Technologiestandorte etablieren“. Dabei soll sich speziell das Zukunftscluster darauf fokussieren, für die hohen Frequenzen und Datenraten von 6G-Funk schnelle Chips. Sensoren und Messtechnik zu entwickeln, deren Energieverbrauch zu dämpfen und Standards zu definieren.

Die TU Dresden hatte in den vergangenen Jahren bereits den Mobilfunk der 5. Generation (5G) miterforscht und dabei mit ihrem „5G Lab Germany“ auch Standards gesetzt. Die nächste Mobilfunkgeneration 6G wird voraussichtlich 2025 standardisiert und könnte zwischen 2028 und 2030 scharf geschaltet werden.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Gerhard Fettweis/ 5G++ Lab Germany, BMBF, TUD

Zum Weiterlesen:

Fettweis: 5G noch zu unsicher fürs vernetzte Fahren

Ellinger baut Messplattform für schnellen Funk auf