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Dresdner 5G-Gipfel: Schub für Künstliche Intelligenz durch 6G erwartet

Autonom fahrende Autos sollen Unfälle mit Fußgängern mit KI-Hilfe vermeiden. Grafik: Nvidia

Grafik: Nvidia

IEE-Tagung bleibt wegen Corona virtuell

Dresden, 3. Mai 2021. Während Telekom, Vodafone & Co. noch dabei sind, die Mobilfunknetze der 5. Generation (5G) in Deutschland aufzuspannen, diskutieren die Experten aus der Branche bereits über 6G: Der Übergang zur sechsten Mobilfunk-Generation und deren Nutzwert für „Künstliche Intelligenzen“, Roboter und dezentrale Rechnerwolken sind ab heute zentrale Themen für den virtuellen „IEEE 5G Summit“ Dresden. Drei Tage lang wollen sich die Elektronikingenieure, Funkforscher und Hochtechnologie-Manager aus dem In- und Ausland auf Einladung der TU Dresden und des internationalen Elektroingenieurvereins IEEE über die neuesten Branchentrends austauschen –allerdings wegen Corona nur online und nicht in persona am Elbufer.

Professor Gerhard Fettweis führt in der TU Dresden einen Roboter-System vor, das per 5G ferngesteuert wird und dabei in den meisten Fällen auf Reaktionszeiten unter einer Millisekunde bleibt. Foto: Heiko Weckbrodt

Professor Gerhard Fettweis führt in der TU Dresden einen Roboter-System vor, das per 5G ferngesteuert wird und dabei in den meisten Fällen auf Reaktionszeiten unter einer Millisekunde bleibt. Foto: Heiko Weckbrodt

Funkvernetzung spielt wachsende Rolle für Fabriken, Gesundheitsprodukte und Landwirtschaft

Neben dem Ausblick auf 6G steht auch die breite Anwendung von 5G in verschiedenen Praxisszenarien im Fokus. „Der Mobilfunkstandard der 5. Generation wird unser Leben entscheidend beeinflussen“, betonte Prof. Gerhard Fettweis vom Barkhausen-Institut Dresden, der den Gipfel gemeinsam mit Prof. Frank Fitzek von der TU Dresden organisiert hat, im Vorfeld der Online-Tagung. „Von den Vorzügen des taktilen Internets, mit Latenzzeiten von unter einer Millisekunde, werden Märkte wie Industrie 4.0, Mobilitätssysteme, Smart Health, sowie die autonome Landwirtschaft und Bauindustrie profitieren.“ Seine Visionen davon will er gemeinsam mit Prof. Fitzek auf dem IEEE-Gipfel erläutern. Dabei gehen die Dresdner Professoren davon aus, dass es auf dem Weg zu 6G eine Zwischenstufe mit dem Arbeitstitel „5G+++“ geben wird.

Viele Branchenriesen sind dabei

Die Einflüsse, die der Übergang von 5G zu 6G auf Autobranche und allgemeine Industrie haben wird, wird Bosch-Experte Thomas Kropf wenig später in seinem Referat beleuchten. Andere wie Wen Tong vom chinesischen Telekommunikations-Riesen Huawei rechnen damit, dass 6G auch die KI-Technologien revolutionieren wird. Wichtige Impulsvorträge haben auch die Vertreter von Xilinx, Ericsson, Globalfoundries, Qualcomm, Samsung, Infineon und vielen anderen Branchengrößen angekündigt.

Eilt mit der Virtual-reality-Brille der vernetzten Zukunft entgegen: Robert Franke leitet das Amt für wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Robert Franke leitet das Amt für Wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Austragungsort Dresden ist wichtiger 5G-Forschungsstandort

Dresden richtet bereits zum sechsten Mal den IEEE-Gipfel aus – seit 2020 seuchenbedingt im virtuellen Format. Die sächsische Landeshauptstadt gilt in der 5G-Forschung auch international als wichtiger Standort. Allein an der TU Dresden arbeiten laut Veranstalter-Angaben derzeit mehr als 600 Forscher an der Zukunft des Mobilfunks. Viele von ihnen haben die Standards für 5G mitdefiniert. Der städtischen Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke streicht aber auch die praktische Anwendung neuer 5G-Technologien in der sächsischen Landeshauptstadt heraus. „Zukunftsthemen wie 5G werden in Dresden zur Marktreife gebracht, nicht zuletzt durch die exzellente Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft vor Ort”, erklärte Franke. Beispiele dafür sind der Einsatz von 5G-Funk in der VW-Manufaktur und in der neuen Bosch-Chipfabrik.

-> Weitere Informationen zum Gipfel gibt es hier im Internet

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Orga IEEE 5G Summit, Oiger-Archiv