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TU Chemnitz etabliert Außenstelle für digitale Bahntechnik im Erzgebirge

Annaberg-Buchholz baut den unteren Bahnhof zur Schnittstelle für den "Smart Rail Connectivity Campus" und für die Außenstelle der TU Chemnitz um. Foto: Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz

Annaberg-Buchholz baut den unteren Bahnhof zur Schnittstelle für den “Smart Rail Connectivity Campus” und für die Außenstelle der TU Chemnitz um. Foto: Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz

Annaberger Bahnhof wird für 4,3 Millionen Euro umgebaut, Bahn-Tech-Konsortien ziehen ein

Annaberg Buchholz, 23. Januar 2021. Die Technische Universität Chemnitz (TUC) richtet eine Außenstelle für die Bahntechnik der Zukunft im Erzgebirge ein. Dafür baut die Stadt Annaberg-Buchholz nun ihren alten „Unteren Bahnhof“ zur Schnittstelle für den neuen Bahnforschungscampus um. Das geht aus Mitteilungen der Kommune und der Uni hervor.

Efre schießt zweieinhalb Millionen Euro zu

Arbeiter entkernen nun den nördlichen Kopfbau des Bahnhofs und sanieren das Gebäude. Einen wesentlichen Teil der auf 4,26 Millionen Euro kalkulierten Kosten für diesen Bau-Abschnitt übernimmt der „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ (Efre): Die EU schießt 2,47 Millionen Euro zu.

Uni-Forscher und SRCC-Plattform wollen 2022 im Kopfbau einziehen

Wenn der Kopfbau Mitte 2022 saniert ist, zieht die TUC-Außenstelle ein. Im Dachgeschoss richtet der bahntechnologische Forschungsverbund „Smart Rail Connectivity Campus“ (SRCC) außerdem eine zentrale Kontakt- und Seminarplattform ein. „Zukünftig wird es möglich sein, sowohl Workshops als auch Forschungen und Versuchsstrecken direkt am Standort durchzuführen“, betonte SRCC-Chef Sören Claus. Außerdem mietet sich das Unternehmen „Frauscher Sensortechnik“ aus Österreich dann im Kopfbau ein, um dort am automatisierten Bahnbetrieb zu forschen. „Die entsprechenden Mietverträge sind bereits abgeschlossen oder stehen kurz vor der Unterzeichnung“, informierte Stadtsprecherin Annett Flämig.

Bahn plant digitales Schulungszentrum

In einem weiteren Bahnhofs-Trakt, den die Stadt später saniert, will die „Deutsche Bahn Netz AG“ ein digitales Schulungszentrum einrichten. Für den südlichen Kopfbau rechnet die Stadtspitze mit Bundesmitteln. Wenn die fließen, wird auch dieser Bahnhofsteil saniert, um das Bahntech-Innovationszentrum mit seiner Teststrecke auszubauen und weitere Netzwerkpartner unterzubringen.

Annaberg will sich zum Technologie-Nulkleus für digitale Bahntechnik profilieren

Der „Smart Rail Connectivity Campus“ in und um Annaberg-Buchholz ist als Wachstumskern gedacht. Der soll dem Erzgebirge eine neue technologische Zukunft mit Blick auf den digitalisierten, 5G-vernetzten und hochautomatisierten Bahnverkehr der Zukunft eröffnen. Am SRCC und anderen Bahnforschungsprojekten rund um die einstige Bergbau-Stadt beteiligen sich unter anderem der französische Technologiekonzern „Thales“ und die Deutsche Bahn mit eigenen Versuchszügen, die Unis Dresden und Chemnitz sowie zahlreiche andere Institute und Unternehmen. Eine Leitfunktion hat die TUC übernommen. „An der TU Chemnitz freuen wir uns riesig, in Annaberg-Buchholz – unserer zukünftigen Außenstelle – das Bahnfahren der Zukunft erforschen und entwickeln zu können“, hatte TUC-Rektor Prof. Gerd Strohmeier erst vor wenigen betont, als der Bund 17,75 Millionen Euro für die 5G-Vernetzung der Teststrecken in und um Annaberg sowie weitere Infrastrukturinvestitionen zugesagt hatte.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Stadtverwaltung Annaberg Buchholz, TUC, Oiger-Archiv

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