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Sachsen zählt so viele Tote wie seit 40 Jahren nicht mehr

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

3D-Modell des Corona-Virus (2019nCoV). Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Landesstatistiker melden für den Corona-Dezember 2020 knapp 9700 Todesfälle

Dresden/Kamenz, 21. Januar 2021. In Sachsen sind im Dezember 2020 so viele Menschen gestorben wie seit 40 Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Mitteilung der statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

Zuletzt gab es 1986 ähnlich viele Tote

Die Behörde verzeichnete im letzten Monat des Coronajahres 2020 fast 9700 Todesfälle und damit soviele wie noch nie seit Beginn elektronisch verfügbarer Regionalaufzeichnungen 1980. „Nur im März 1986 wurden mit 8504 Gestorbenen ähnlich viele Sterbefälle registriert“, teilten die Landesstatistiker mit.

Doppelt so viele Tote wie vor einem Jahr

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat seien im Dezember 2020 im Freistaat fast doppelt viele Menschen gestorben, informierte das Landesamt. Auffällig: Fast jeder zweite Tote war über 85 Jahre alt, in dieser Altersgruppe hat sich der Anteil an allen Todesfällen besonders stark erhöht (von 41,1 auf 47,3 Prozent. Den höchsten Kopfzoll forderte der 23. Dezember: Einen Tag vor dem Heiligabend starben 373 Menschen in Sachsen.

Melange aus Corona und Überalterung

Frühere Untersuchungen hatten bereits darauf hingedeutet, dass mindestens die Hälfte der aktuellen „Übersterblichkeit“ in Sachsen auf Corona-Erkrankungen zurückzuführen ist. Aber auch die Überalterung der Gesellschaft im Freistaat spielen laut Ifo Dresden eine Rolle. Auch indirekte Corona-Folgen – etwa durch Nebenwirkungen des inzwischen fast ein Jahr andauerenden Ausnahmezustandes – können Einfluss auf die Übersterblichkeit haben.

Corona-Ausgangssperre dämmt nebenher Windpocken, Grippe & Co. ein

Anderseits haben die Ausgangssperren und andere staatliche Gegenmaßnahmen anscheinend „nebenher“ auch Windpocken, Grippe, Noroviren und andere Infektionskrankheiten im Freistaat eingedämmt. „Während 2019 in Sachsen noch mehr als 8000 Norovirus-Infektionen gemeldet wurden, waren es 2020 nur noch rund 3200“, teilte die Krankenkasse „DAK-Gesundheit“ in Sachsen mit und stützte sich dabei auf eigene Auswertung von Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI). „Bei den Windpocken sank die Zahl von knapp 1800 auf 840. Für die Grippe wurde im vergangenen Jahr ein Rückgang um knapp zwölf Prozent verzeichnet – von knapp 23.000 Fällen auf rund 20.300.“

DAK Sachsen: Auch Homeoffice spielt eine Rolle

„Der Rückgang der Infektionskrankheiten zeigt, dass die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilweise auch die Übertragung anderer gefährlicher Krankheiten verhindern“, schätzte Christine Enenkel ein, die Leiterin der DAK-Landesvertretung in Sachsen. „Aber auch Maßnahmen wie Homeoffice, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen haben die Übertragung verschiedener Erreger eingedämmt und damit insgesamt einen positiven Einfluss.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: StLA Kamenz, DAK Sachsen, Oiger-Archiv

 

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