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Deutscher Aufschwung flaut ab

Eine Plasticard-Mitarbeiterin setzt die hauchdünnen Antennenschichten auf die Chipkarten-Bögen auf. Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Institut korrigiert Prognose für Wirtschaftswachstum deutlich herunter

München, 19. Juni 2018. Die deutsche Wirtschaft wächst weiter, aber nicht mehr so stark wie erwartet. Das geht aus einer aktualisierten Prognose des Wirtschaftsforschungs-Instituts Ifo aus München hervor. Die Volkswirte erwarten demnach für 2018, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP = Summe aller erwirtschafteten Waren und Leistungen) nur um 1,8 Prozent wächst statt um 2,6 Prozent, wie noch im Frühjahr vorhergesagt. Für 2019 korrigierten die Ökonomen ihre BIP-Zuwachsprognosen von 2,1 auf ebenfalls 1,8 Prozent herunter.

Ifo-Forscher: Am Konjunkturhimmel brauen sich kräftige Gewitterwolken zusammen

„Die Wirtschaft hat sich in den ersten Monaten des Jahres deutlich schlechter entwickelt als gedacht. Das ifo Geschäftsklima ist zurückgegangen und die weltwirtschaftlichen Risiken haben deutlich zugenommen. Am deutschen Konjunkturhimmel brauen sich derzeit kräftige Gewitterwolken zusammen“, schätzte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser ein. „Gleichwohl glauben wir, dass sich der deutsche Aufschwung fortsetzt, wenn auch nicht in demselben Tempo wie 2017.“

Dämpfer durch Zollkonflikt, geplatztes Iran-Abkommen und Querelen in der EU

Dämpfend auf die Konjunkturstimmung dürfte vor allem der drohende Handelskrieg zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Rest der Welt wirken. Denn damit wächst die Ungewissheit jener Unternehmen, die bisher viel mit den USA gehandelt oder dort engagiert waren. Ein weiterer Dämpfer ist die Abkehr der USA vom Iran-Vertrag – dadurch waren zuletzt auch die Öl- und Spritpreise gestiegen. Zudem dürften auch die zähe Regierungsbildung in Berlin sowie die neue europaskeptische Regierung in Italien die Bereitschaft der Unternehmer zu weiteren Investitionen gemindert haben.

Autor: Heiko Weckbrodt