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Fagron kauft Dresdner Pharma-Scannerfirma Hiperscan

Auf Mikrospiegel-Chips ähnlich denen, die das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS hier ausgestellt hat, beruht auch die Hiperscan-Analysetechnik. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer-Ausgründung hatte sich zum Nischen-Marktführer bei deutschen Apotheken entwickelt

Dresden/Nazareth, 27. April 2022. Das belgische Pharma-Unternehmen Fagron hat die Dresdner Fraunhofer-Ausgründung „Hiperscan“ gekauft. Das hat der „High-Tech Gründerfonds“ (HTGF) mitgeteilt, der bisher Anteilseigner des Unternehmens war. Als Teil von Fagron könne Hiperscan seine bahnbrechende Stoffanalyse-Technologie nun auch weltweit etablieren, hieß es in der Mitteilung.

Alexander Wolter und Michael Thoma leiten Hiperscan. Foto: Hiperscan
Alexander Wolter und Michael Thoma leiten Hiperscan. Foto: Hiperscan

Kernstück ist ein Spektrometer-Chip

Hiperscan entstand 2006 als Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden. Kernprodukt des jungen Unternehmens war ein mikromechanisch-elektronisches System, das als Mini-Spektrometer dient. In diesem Chip schwingen Mikrospiegel und winzige Licht-Beugungsgitter 150 Mal pro Sekunde. Dadurch kann dieser Scanner einfallendes Licht von einer angeleuchteten Materialprobe in seine Bestandteile zerlegen und dabei analysieren, welche Stoffe in der Probe konzentriert sind. Dabei wertet das System den unsichtbaren Lichtbereich im sogenannten „Nahen Infrarot“ (NIR) aus.

Erfolgreich vor allem in der Arzneistoff-Analyse

Diese Technik kann beispielsweise schnelle Analysen in der Chemie- und Lebensmittelindustrie absolvieren. Aber als besonders erfolgreich erwies sich der Einsatz in der Pharmabranche und speziell in Apotheken. „Mit dem Analysesystem Apo-Ident, das speziell für die Identifizierung von Ausgangsstoffen konzipiert ist und in über 5.500 Apotheken zum Einsatz kommt, hat sich Hiperscan in diesem Segment die Marktführerschaft in Deutschland erarbeitet“, informierte der HTGF. Mittlerweile hat das Dresdner Unternehmen über 50 Beschäftigte.

Fagron wiederum ist ein Pharma-Hersteller mit Hauptsitz im belgischen Nazareth. Die Firma beliefert Krankenhäuser, Apotheken, Kliniken und Patienten in 35 Ländern mit personalisierter Medizin. Das 1990 in Rotterdam gegründete Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben rund 2800 Menschen.

Autor: hw

Quellen: HTGF, Fagron, IPMS, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger