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Sachsen spannen deutsch-französische 5G-Campusnetze auf

5G-Campusnetz-Container vom Ceti Dresden. Solche Container, aber auch nur koffergroße Ausführungen mobiler Funkstationen will "Campus Genius" der freien Wirtschaft anbieten. Foto: Heiko Weckbrodt

So sieht beispielsweise ein 5G-Campusnetz-Container vom Ceti an der TU Dresden aus. Foto: Heiko Weckbrodt

Uni und Smart Systems Hub Dresden helfen bei Referenzlösungen nach offenen Standards mit

Dresden, 21. Januar 2022. Funktechnik-Spezialisten aus Dresden werden gemeinsam mit weiteren Partnern deutsch-französische Campusnetze entwickeln, die auf dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) und herstellerunabhängigen Netzwerkarchitekturen nach dem Open-RAN-Prinzip basieren. Das geht aus einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. An diesem „5G-Opera“-Projekt beteiligt sind unter anderem die TU Dresden, der Smart Systems Hub Dresden und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS aus Erlangen.

Privatnetze für Kommunen, Industrie 4.0 und Krankenhäuser geplant

Dahinter steht die Idee, nach außen abgeschottete Privatfunknetze für hochautomatisierte „Industrie 4.0“-Fabriken für Kommunen, Krankenhäuser und andere Akteure in Europa zu schaffen, sich dabei aber unabhängiger von Spezialtechnik-Zulieferungen aus China und Skandinavien zu machen. Das Projekt zielt daher laut Ministerium auf „offene und/oder virtualisierte Hardware- und Softwarelösungen auf der Grundlage einer offenen Architektur“.

„5G-Opera“ ist eines von vier neueren Projekten, mit dem die Wirtschaftsminister von Deutschland und Frankreich gemeinsame Referenzlösungen für 5G-basierte Innovationen schaffen wollen. Im Projekt „5G4BP“ will ein weiteres Konsortium beispielsweise offene 5G-Netze in Gewerbegebieten oder Gemeinden einzurichten, die bisher noch nicht von öffentlichen Mobilfunknetzen abgedeckt sind. Die Projekte „5G-Forum“ und „5G OR“ wiederum zielen auf den drahtlos vernetzten Operationssaal der Zukunft. In Summe haben Berlin und Paris für all diese Projekte 17,7 Millionen Euro Fördergeld zugesagt.

Robert Habeck. Foto: Susanne Eriksson für das BMWi

Robert Habeck. Foto: Susanne Eriksson für das BMWi

Habeck: „Großer Schritt für digitale Souveränität bei 5G in Europa“

„Wir gehen damit einen weiteren großen Schritt für digitale Souveränität bei 5G in Europa“, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnisgrüne) über die gemeinsamen Vorhaben. „Wir wollen die neuesten Mobilfunkstandards nicht nur einführen, sondern auch mitgestalten.“

Le Maire: 5G ist Wettbewerbsfaktor für unsere Industrie

Ähnlich äußerte sich sein französischer Amts-Kollege Bruno Le Maire (Les Républicains): „Die heute bekannt gegebenen Siegerprojekte werden die Innovationszusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland im Bereich der Telekommunikationsnetze stärken“, erklärte er. „Der Aufbau eines deutsch-französischen, souveränen Ökosystems für 5G und für künftige Telekommunikationsnetztechnologien wird eine Schlüsselrolle spielen, um Europa an der Spitze der Innovation bei 5G und seinen Weiterentwicklungen zu positionieren. 5G wird ein Wettbewerbsfaktor für unsere Industrie und im weiteren Sinne auch für unsere Wirtschaft sein.“

Die sächsischen Projektpartner sind unter anderem an Bord, weil die TU Dresden und ihr „5G Lab Germany“ den Mobilfunk der 5. Generation mitentwickelt hatten. Die Uni-Ausgründung „Campusgenius“ wiederum ist auf schnell aufbaubare 5G-Campusnetze spezialisiert, der Smart Systems Hub betreibt vernetzt zahlreiche Akteure aus diesem Technologiesektor.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: BMWi, Oiger-Archiv