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50 Millionen Euro für Dresdner Energiewende-Reallabor „City-Impuls“

Vor allem in Südeuropa werden immer öfter auch Solarthermie-Kraftwerke gebaut, in denen das Sonnenlicht nicht in Strom gewandelt, sondern zur nutzbaren Wärmeerzeugung gesammelt wird. Hier ist ein Solazschmelzofen in Odeillo in Frankreich zu sehen. Foto: YvesC, Wikipedia, CC2.5-Lizenz

Vor allem in Südeuropa werden immer öfter auch Solarthermie-Kraftwerke gebaut, in denen das Sonnenlicht nicht in Strom gewandelt, sondern zur nutzbaren Wärmeerzeugung gesammelt wird. Hier ist ein Solazschmelzofen in Odeillo in Frankreich zu sehen. Foto: YvesC, Wikipedia, CC2.5-Lizenz

Stadtwerke und TU wollen mehr Fernwärme, Solarthermie und Wärmespeicher

Dresden, 18. Juli 2019. Als Beitrag zur Energiewende wollen die Dresdner ein 50 Millionen Euro teures Entwicklungsprojekt starten: Im Zuge des Projektes „Reallabor City-Impuls“ wollen sie mehr Haushalte an ihr Fernwärmenetz anschließen. Außerdem ist geplant, sechs Solarthermie-Anlagen, Hochtemperatur-Wärmepumpen sowie einen besonders großen Wasser-Langzeit-Wärmespeicher zu errichten. Das haben die Dresdner „Drewag“-Stadtwerke mitgeteilt.

Bis zu 27 Millionen Zuschuss vom Bund

Das Bundeswirtschaftsministerium hat für das „Reallabor City-Impuls“ Zuschüsse versprochen. Bis zu 27 Millionen Euro können von Berlin nach Dresden fließen. Das geht aus einer Mitteilung von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hervor.

TU: Dieses Reallabor ist ein Meilenstein

„Dieses Reallabor ist ein Meilenstein“, erklärte Dr. Karin Rühling vom Lehrstuhl für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung der TU Dresden. „Endlich können wir jahrzehntelange Forschungen unter realen Bedingungen umsetzen. Damit kommen wir der Wärmewende einen großen Schritt näher.“ Rühling wird das Projekt gemeinsam mit Professor Clemens Felsmann und vier weiteren Professoren von der TU Dresden koordinieren.

Bisher deckt Fernwärme 45 % des Dresdner Heizbedarfs

Zentraler Akteur des Vorhabens sind die Drewag-Stadtwerke. Sie decken derzeit etwa 45 Prozent des Dresdner Heizwärmebedarfs durch Fernwärme. Diese Quote gilt als ausbaufähig, Die Stadtwerke wollen unter anderem die Vorlauftemperatur im Heiznetz senken, Abwärme einspeisen und die Netzhydraulik überarbeiten.

Luftaufnahme vom Kraftwerk Reick - hier mit den alten und neuen Wärmespeicher-Behältern. Foto: Oliver Killig für die Drewag

Luftaufnahme vom Kraftwerk Reick – hier mit den alten und neuen Wärmespeicher-Behältern. Foto: Oliver Killig für die Drewag

Andere Energiewende-Projekte in Dresden im Gange

Das Reallabor fügt sich in weitere Energiewende-Projekte in Dresden ein. Beispielsweise testen Rathaus und Telekom im Stadtviertel Johannstadt die Vernetzung von dezentralen Energieanbietern und -verbrauchern per 5G-Mobilfunk. In der Johannstadt erproben die Akteure auch im Zuge des EU-Pilotprojekts „MAtchUP“ intelligente Vernetzungslösungen für Solaranlagen, E-Auto-Ladestationen und Energiespeicher. Außerdem erprobt die Drewag in ihrem Innovationskraftwerk in Dresden-Reick zunächst im Kleinen diverse Konzepte für die Energiewende. Dazu gehören ein großer Batteriespeicher, Wärmespeicher, eine spezielle Solaranlage und anderes mehr.

Zum Weiterlesen:

Smartcity im Stadtviertelformat in Dresden-Johannstadt

5G-Testnetz für die Energiewende

Die Reallabore

Der Dresdner “City-Impuls“ ist eines von bundesweit 20 “Reallaboren der Energiewende”, die das Wirtschaftsministerium von Peter Altmaier (CDU) nun für eine Förderung ausgesucht hat. Die konkrete Zuschusssumme für ihre Einzelprojekte müssen die Akteure noch beantragen. Eine Liste mit allen genehmigten Reallaboren ist hier zu finden.

Zwei weitere ausgewählte sächsische Projekte, „GreenHydroChem Mitteldeutsches Chemiedreieck“ und „Referenzkraftwerk Lausitz“, widmen sich den Wasserstoff- und Energiespeichertechnologien. “Die beiden Wasserstoff-Projekte, die gemeinsam mit Partnern aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt eingereicht wurden, sind auch wichtige Impulsgeber für die Strukturentwicklung im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier”, kommentierte der sächsische Energiepolitik-Staatssekretär Stefan Brangs. Autor: hw

Quellen: Drewag, TUD, LHD, BMWi, SMWA, Oiger-Archiv