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Elektronen gegen Viren

Ein Mitarbeiter bedient die Elektronenstrahl-Anlage Elli300, mit der sich Impfstoffe und andere Flüssigkeiten behandeln lassen. Foto: Jürgen Lösel für das Fraunhofer FEP

Ein Mitarbeiter bedient die Elektronenstrahl-Anlage Elli300, mit der sich Impfstoffe und andere Flüssigkeiten behandeln lassen. Foto: Jürgen Lösel für das Fraunhofer FEP

Fraunhofer Dresden entwickelt mit Elli 300 eine Elektronenkanone für die Impfstoff-Entwicklung

Dresden, 30. Oktober 2018. Um unerwünschte Erreger in Impfstoffen schnell und zielgenau ausschalten zu können, haben Fraunhofer-Forscher aus Sachsen gemeinsam mit Kollegen aus eine spezielle Elektronenstrahlkanone „Elli 300“ entwickelt. Das hat das Fraunhofer- Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) Dresden mitgeteilt.

Projekt durch Stiftung von Bill & Melinda Gates gefördert

Unterstützung bekamen die Ingenieure dabei von prominenter Seite: Die Stiftung des Microsoft-Gründers der Bill Gates und dessen Frau Melinda hält das Projekt für so wichtig, dass sie es mit 1,85 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) bezuschusst.

Teilchen deaktivieren gezielt Viren und Bakterien

Die Anlage hat laut FEP- Projektleiterin Dr. Jessy Schönfelder eine Elektronenquelle, die die kleinen Elementarteilchen auf ein Energieniveau von 300.000 Elektronenvolt (keV) bringen kann. Die „ELectron treatment of Liquids“ (Elli 300) schießt die Elektronen dann genau dosiert in flüssige Impfstoffproben, um ausgewählte Bakterien und Viren zu deaktivieren. Auf diesem Wege können im industriellen Maßstab maßgeschneiderte Impfstoffe gegen verschiedene Infektionskrankheiten entwickelt werden, betonten die FEP-Entwickler.

Außenansicht der ersten E-VITA-Anlage in Güstrow. Foto: Ceravis AG

FEP-Elektronenkanonen helfen auch, Saatgut von Keimen zu befreien – hier die Außenansicht einer E-VITA-Anlage in Güstrow. Foto: Ceravis AG

Beteiligt waren neben dem FEP auch die Fraunhofer-Institute IZI, IPA und IGB. Das Dresdner Institut bringt dabei seine Erfahrungen in der Elektronenstrahltechnologie ein. Das FEP setzt diese vergleichsweise schonende Methode beispielsweise bereits in der Landwirtschaft ein, um Saatgut von Keimen zu befreien.

Autor: Heiko Weckbrodt