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Fraunhofer erprobt Landwirtschaft 4.0 in Portugal

Die Prototypen-Fahrplattform der TU Dresden für den Elwobot. Von Partnern und Kunden um Sensoren und Aufbauten ergänzt, soll dieses Chassis als Basis für autonom agierende künstliche Erntehelfer dienen. Foto: Heiko Weckbrodt
Technologieplattform der TU Dresden für autonom agierende künstliche Erntehelfer. Foto: Heiko Weckbrodt

Gemeinschaftsprojekt „Präzisionslandwirtschaft“ mit Uni Porto gestartet

Porto/Dresden, 11. Dezember 2017. In der künftigen „Landwirtschaft 4.0“ werden Satelliten, Smartphones und künstliche Drohnen eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie Pflug, Traktor und Mähdrescher: Unzählige Sensoren vernetzter Ernterobotern und fliegender Vehikel sollen Umweltdaten sammeln, Schädlinge aufspüren und Wachstumsprobleme sichtbar machen. Die tauschen sie dann untereinander aus und liefern dem Bauern vor Ort Entscheidungsvorschläge für eine umweltbewusste und gleichzeitig effiziente Ernte. So etwa könnte die „Präzisionslandwirtschaft“ aussehen, die das Dresdner Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und weitere Fraunhofer-Einrichtungen gemeinsam mit der Uni Porto und dem Center for Assistive Information and Communication Solutions (AICOS) in den nächsten Jahren in Portugal erproben wollen.

Prof. Reimund Neugebauer, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist Dresden besonders verbunden: Ab 1975 hatte er an der TU Dresden Maschinenbau studiert. Es sei ihm daher eine besondere Freude gewesen, in der sächsischen Landeshauptstadt das neue Leistungszentrum für Nanoelektronik anzukündigen, sagt er. Foto: Axel Griesch, Fraunhofer
Prof. Reimund Neugebauer, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Foto: Axel Griesch, Fraunhofer

„Wollen Digitalisierung in Land- und Forstwirtschaft vorantreiben“

„Gemeinsam wollen wir die Digitalisierung in Land- und Forstwirtschaft vorantreiben“, erklärte Prof. Reimund Neugebauer, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Dafür ist exzellentes Know-how bei Informations- und Softwaretechnik nötig, kombiniert mit Prozess- und Energietechnologien sowie Sensorik und neuen Materialien. Hier ergänzen sich beide Seiten ideal. Durch den Ausbau der Aktivitäten in Portugal treiben wir nicht nur das Thema Landwirtschaft 4.0 voran, sondern stärken auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union.“

Präzisionslandwirtschaft soll modernem Ackerbau neues image verschaffen

Gleichzeitig verknüpfen die Partner mit dem Gemeinschaftsprojekt die Hoffnung, den weitverbreiteten Ruf der Landwirtschaft als eine Moloch-Industrie mit massivem Chemieeinsatz zu korrigieren. „Die Präzisionslandwirtschaft wird unsere Wahrnehmung des landwirtschaftlichen Sektors verändern“, meint der portugiesische Wissenschaftsminister Manuel Heitor (Sozialisten).

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Zum Weiterlesen:

Was ist Landwirtschaft 4.0?

Biobasierte Industrie auf Wachstumskurs

Landwirtschaft 4.0: Sachsen schicken feldschwarm über die Felder
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Beide Partner verständigen sich darauf, neue technologische Ansätze zu entwickeln und zu testen, um den Anbau von Wein, Gemüse und Getreide zu verbessern. Mithilfe von Satelliten, Sensoren, Smartphones, Tablets und Apps wollen die Wissenschaftler landwirtschaftliche Daten sammeln, aufbereiten und auswerten, Bewässerungssysteme verbessern, nachhaltige Kreislaufsysteme für Nährstoffe einrichten und neue Lösungen für eine energieeffiziente Land- und Forstwirtschaft testen.

Sachsen bemühen sich um Renaissance ihres Landmaschinebaus

Die sächsische Beteiligung an den Pilotprojekten in und um Porto ist kein Zufall: Die Sachsen bemühen sich derzeit sehr, ihren einst im Ostblock führenden Agrarmaschinen-Bau wiederzubeleben und die hochautomatisierte, vernetzte „Landwirtschaft 4.0“ mitzugestalten. Erst kürzlich hatten sie dafür das Verbundprojekt „Feldschwarm“ gestartet.

So etwa stellen sich die Sachsen den Feldschwarm vor: Ein bemanntes Fahrzeug umgeben von autonomen Feldmaschinen. Abb.: WTK
So etwa stellen sich die Sachsen den Feldschwarm vor: Ein bemanntes Fahrzeug umgeben von autonomen Feldmaschinen. Abb.: WTK

Im Übrigen haben Sachsen und die Region Porto auch bereits Verbindungen über andere Industriezweige: Vor der Qimonda-Pleite hatten sich die Dresdner Qimonda-Fabriken auf die Kernprozesse (Front-End) der Speicherchip-Fertigung konzentriert, Qimonda Portugal dagegen auf die Endmontage (Back-End). Damals gab es auch einen regen facharbeiter- und Know-How-Austausch zwischen Dresden und Porto. Die Qimonda-Fabrik in Porto wurde nach der Pleite in Nanium umbekannt. 2017 übernahm das US-Elektronik-Unternehmen Amkor Technology diese portugiesischen Qimonda-Überreste.   

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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