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Testnetz für 5G-Mobilfunk der Zukunft soll in Dresden entstehen

Vodafone-CTO Eric Kuisch und Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck vor dem Barkhausen-Bau der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Vodafone-CTO Eric Kuisch und Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck vor dem Barkhausen-Bau der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Vodafone-Technikchef Kuisch setzt auf Dresdner Handy-Guru Fettweis

Dresden, 25. September 2014: „Vodafone“ wird wahrscheinlich in Dresden in den nächsten Jahren ein Testnetz für den Mobilfunk der nächsten Generation aufbauen. Das bestätigte Eric Kuisch, der Technikchef von Vodafone Deutschland, am Rande der „5G Lab“-Eröffnung und eines Industriepartner-Symposiums (IPP) an der TU Dresden.

„Gute Textumgebungen“

TU-Porfessor Gerhard Fettweis und Vodafone-Projektleiter Andreas Jungmauer messen in der Dresdner Südvorstadt den neuen "LTE-Advanced"-Datenfunk aus. Foto: Heiko Weckbrodt

TU-Porfessor Gerhard Fettweis und Vodafone-Projektleiter Andreas Jungmauer bei einer Testmessung in der Dresdner Südvorstadt den neuen „LTE-Advanced“-Datenfunk. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Stadt und die Uni im Speziellen sei „mit Testumgebungen für neue Mobilfunkstandards schon heute sehr gut ausgestattet, daher realisieren wir hier auch viele Testprojekte“, sagte Kuisch. Insofern sei es naheliegend, auch für den Mobilfunk der fünften Generation („5G“) hier ein Testnetz zu installieren. Er verwies auf die engen und guten Forschungskooperationen zwischen dem Unternehmen und dem TU-Vodafone-Lehrstuhl von Professor Gerhard Fettweis, die in den vergangenen 20 Jahren bereits zu vielen Entwicklungserfolgen geführt haben. So habe Vodafone erst kürzlich hier die LTE-Erweiterung „LTE Advanced“ in Dresden mitentwickelt und gestartet.

Auch Impulse für Roboterfabriken und Verkehrsleit-Systeme erwartet

In dem 5G-Pilotnetz wollen die Vodafone-Entwickler und die Forscher um Fettweis neue Anwendungsszenarien für Mobilfunk erproben: zum Beispiel, ob und wie 5G eingesetzt werden kann, um die Roboter, Maschinen und Produkte in hochautomatisierte Fabriken drahtlos zu vernetzen, oder um Autos in Zukunft per Funk so zu koppeln, dass kaum noch Unfälle passieren können. Prof. Fettweis rechnet damit, dass all diese Projekte samt Testnetz mit einem finanziellen Aufwand im zweistelligen Millionenbereich in Dresden verbunden sein werden.

Parallel dazu Cybercity-Projekt in Dresden beantragt

Durch 5G-Funk vernetzte Autos sollen sich in Zukunft selbstständnig im Verkehrsfluss orientieren. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Durch 5G-Funk vernetzte Autos sollen sich in Zukunft selbstständnig im Verkehrsfluss orientieren. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Zudem versucht derzeit ein Konsortium, erhebliche Mittel aus dem ECSEL-Förderprogramm der EU zu akquirieren, um Dresden als eine von fünf Kommunen europaweit zu einer Cybercity für den Stadtverkehr der Zukunft auszubauen – möglicherweise lassen sich dann beide Projekte miteinander verbinden.

Kuisch: Alles wird mit allem verbunden sein

Neben diesen Szenarien für Straßenverkehr und Industrie rechnet Vodafone-Technikchef Kuisch aber auch mit einem unmittelbaren Nutzen für Otto-Normalverbraucher, wenn der 5G-Funk in etwa sechs bis acht Jahren marktreif wird. „5G wird unser Leben einfacher und bequemer machen“, ist er überzeugt mit Blick auf das „Internet der Dinge„, das der neue Funk erst richtig in Gang bringen soll.. „Wenn durch diesen neuen Mobilfunk alles mit allem vernetzt ist, kann man zum Beispiel ins Büro fahren, von dort aus überprüfen, ob alle Fenster verschlossen sind, wie die Heizung läuft oder überwachen, welche Fernsehprogramme die Kinder daheim anschauen“, sagt er.

LTE-Nachfolger könnte etwa 2020 marktreif sein

Der künftige 5G-Mobilfunk soll auch die Funkvernetzung von Exoskeletten über große Distanzen ermöglichen - ein Anwendungsbeispiel ist die Fern-Physitherapie. Foto: NASA

Der künftige 5G-Mobilfunk soll auch die Funkvernetzung von Exoskeletten über große Distanzen ermöglichen – ein Anwendungsbeispiel ist die Fern-Physitherapie. Foto: NASA

An 5G arbeiten mehrere Unternehmen und Konsortien weltweit. Eines davon ist eine britisch-sächsische Forschungsinitiative, die auf der jüngsten CeBit angekündigt wurde. Als deutschen Teil davon hat Fettweis nun das „5G Lab Germany“ an der TU Dresden gegründet, an dem künftig über 500 Professoren, andere Wissenschaftler und Studenten technische Lösungen und Anwendungsszenarien für den Mobilfunk der 5. Generation erarbeiten – ein wesentlicher Teil der Forschungen hat bereits begonnen.

5G: Nicht nur mehr Tempo, sondern vor allem Echtzeit-Vernetzung

„5G“ wird als Nachfolger für die heutigen Mobilfunkstandards „HSDPA“ (3G) und „LTE“ (4G) gehandelt. Er soll nicht nur schnellere Downloads und bessere Videokonferenzen per Computertelefon ermöglichen, sondern auch so vielseitig und reaktionsschnell sein, dass Echtzeit-Verbindungen zwischen Hunderten oder gar Tausenden Geräten ohne spürbare Verzögerungen und über große Distanzen möglich werden. Forscher und Wirtschaft hoffen, damit zum Beispiel Robotik, intelligente Verkehrsleitsysteme, Telemedizin und Fern-Unterricht zu beflügeln. Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

5G-Lab zeigt erste Kostproben

1 Kommentare

  1. „„Wenn durch diesen neuen Mobilfunk alles mit allem vernetzt ist, kann man zum Beispiel ins Büro fahren, von dort aus überprüfen, ob alle Fenster verschlossen sind, wie die Heizung läuft oder überwachen, welche Fernsehprogramme die Kinder daheim anschauen“, sagt er.“

    Das ist bereits heute schon möglich – in Echtzeit. Weshalb man dafür 5G benötigt, erschließt sich mir nicht. Mal von den ganzen Nachteilen abgesehen, die im Artikel indirekt aufgezählt werden: Datenschutz, leichterer Angriff durch dritte usw.. Warum habe ich nur das Gefühl, dass man sich mehr Probleme schafft, als das man sie löst?

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