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Branchendebatte nach Sachsen-Schwenk in Chip-Förderung erwartet

Wafer mit Spiegel-MEMS, Foto: IPMS

Sachsen will sich künftig mehr auf „More than Moore“-Chips wie dieses MEMS fokussieren. Foto: Fraunhofer-IPMS

Dresden, 27. September 2013: In der Halbleiter-Branche ist der jüngste Schenk in der Förderpolitik des sächsischen Wirtschaftsministeriums auf Interesse, teils auf Überraschung gestoßen. Der Plan von Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP), sich an der nationalen Kofinanzierung der neuen, milliardenschweren EU-Mikroelektronikprogramme mit Landesmitteln zu beteiligen, aber auch der weitgehende Verzicht auf jobträchtige Massenfertigung und das 450-mm-Projekt, werde im Vorfeld und während der Halbleitermesse „Semicon“ (8.-10. Oktober 2013 in Dresden) zweifellos für Diskussionen sorgen, hieß es aus Branchenkreisen.

Globalfoundries: „More Moore“ und „More than Moore“ verschmelzen

Jens Drews. Foto: Silicon Saxony

Jens Drews. Foto: Silicon Saxony

„Wir sehen mit Interesse, dass es in Deutschland eine neue Sicht auf die Rolle der Mikroelektronik gibt“, sagte der Dresdner Globalfoundries-Sprecher Jens Drews, der sich in den vergangenen Jahren besonders intensiv für eine stärkere deutsche Beteiligung an den entsprechenden EU-Förderprogrammen eingesetzt hatte. Dass Morlok den Standort Dresden auf „intelligentere Chips“ („More than Moore“-Ansatz) profilieren, den Umstieg von 300 auf 450 Millimeter große Wafer aber dem IMEC in Belgien und die Strukturverkleinerung („More Moore“) weitgehend den Franzosen überlassen wolle, sehe GF als Chip-Auftragsfertiger nicht als Problem: „,More than Moore’ und ,More Moore’ kann man ohnehin nicht mehr dogmatisch trennen, beide Ansätze verschmelzen in der Praxis“, sagte er.

Auftragsfertiger: Werden mit 450 mm nicht die ersten, aber auch nicht die letzten sein

Auf einen möglichen Umstieg von Globalfoundries auf die teure, aber produktive 450-Millimeter-Technik angesprochen, sagte Drews: „Wir werden bei 450 Millimetern nicht die ersten, aber auch nicht die letzten sein. Wann und wo wir diese Technik einsetzen, können wir jetzt noch nicht sagen.“ Heiko Weckbrodt

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