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Spitzenmanager und EU-Vertreter beraten Europas Mikroelektronik-Strategie

In Dresden gefertigter Wafer mit AMD-Vierkernprozessoren. Abb.: GF

Abb.: GF

Stresa/Dresden/Brüssel, 18. Februar 2013: Spitzenmanager der europäischen Halbleiterindustrie und EU-Vertreter wollen Ende dieser Woche beim Industrie-Strategiesymposium „ISS 2013“ im italienischen Stresa nahe Mailand den technologischen und wirtschaftspolitischen Kurs der europäischen Mikroelektronik für die kommenden Jahre beraten. Das kündigte der Branchenverband SEMI Europe als Organisator der Tagung an.

Im Vorfeld ist ein Treffen von Vertretern der führenden europäischen Chip-Standorte Dresden, Grenoble, Eindhoven und Leuven, die sich im Verbund „Silicon Europe“ zusammengeschlossen haben, in Brüssel geplant. An der Zusammenkunft will auch Sachsens Forschungsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) teilnehmen.

Milliardenschwere Investoren versus „More than Moore“

EUV-Maske aus dem AMTC. Foto: AMTC

EUV-Maske aus dem AMTC. Foto: AMTC

Angesichts schwindender Marktanteile soll 3 diskutiert werden, ob und wie die fragmentierte europäische Halbleiterbranche – möglicherweise auch mit staatlicher Hilfe – die zweistelligen Milliardenbeträge aufbringen kann, um die nächsten großen Technologieschritte zu gehen: vor allem den Umstieg auf die Röntgen-Lithografie (EUV) und auf 450-Millimeter-Scheiben.

Alternativ steht zur Debatte, dies angesichts des enormen Kapitaleinsatzes den Asiaten und Amerikanern zu überlassen und sich ganz auf die „More than Moore“-Strategie zu konzentrieren. Sprich: Europa würde nicht versuchen, an vorderster Front Miniaturisierung und Tempo von Prozessoren und Speichern voranzutreiben, sondern sich noch stärker auf Spezialchips verlegen, die viele Funktionen auf einem Baustein integrieren. Immerhin hätten europäische Unternehmen in einigen dieser Segmente – zum Beispiel im Einsatz Mikroelektromechanischer Systeme (MEMS) und intelligenter Sensoren im Automobilbau und in der allgemeinen Industrie – im den vergangenen Jahren die weltweite Technologieführerschaft mit dieser Strategie übernommen, gibt SEMI Europe zu bedenken. Heiko Weckbrodt

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