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„iPad Mini“ im Test: Schön, handlich, aber recht teuer

Mit einer Hand zu fassen: Apples "iPad Mini". Abb.: Apple

Mit einer Hand zu fassen: Apples „iPad Mini“. Abb.: Apple

Mit dem „iPad Mini“ hat Apple seinen Erfolgs-Tablettrechner auf Jacketttaschengröße geschrumpft – und ein Antwort auf Amazon gefunden, das sowohl im Tabletmarkt wie auch als Anbieter digitaler Medien ein ernst zu nehmender Konkurrent geworden ist. Im einmonatigen Oiger-Test hat sich das Mini-iPad recht überzeugend geschlagen: Das geringe Gewicht und kleinere Format im Vergleich zum großen Bruder „iPad“ macht sich gerade beim Lesen elektronischer Bücher (eBücher) angenehm bemerkbar, auch in Sachen Tempo und Komfort bracht sich das kleine iPad nicht zu verstecken.

Kleinere Stecker, kleinere SIM-Karte

Schon auf den Blick machte das Testgerät – das uns freundlicherweise der Internethändler „Cyberport“ zur Verfügung stellte, da sich Apple nicht zuckte – einen schicken und handlichen Eindruck. Um das Mini wirklich mini zu machen, ist Apple allerdings auf einen kleineren Stecker („Lightning“) zum Laden und Datentransfer umgestiegen. Wer also Kabel oder Zubehör für die früheren Modelle gekauft hat, muss ganz umsteigen.

Abb.: Apple

Abb.: Apple

Abb.: Apple

Abb.: Apple

Neuer Lightning-Stecker (links) und der traditionelle 30-Pin-Stecker (rechts)

 

 

 

Trotzdem ist das iPad Mini eher ein kleines iPad denn ein großes iPhone: Klassische Telefonierfunktionen sind hier nicht vorgesehen. Immerhin sind aber per App prinzipiell Videotelefonate möglich – entweder per WLAN-Datenverbindung oder über eine eingesteckte Daten-SIM-Karte. Letzteres ist übrigens auch geschrumpft: Statt der Mikro-SIM muss man sich bei seinem Provider eine Nano-SIM-Karte besorgen.

Videoimpressionen (hw):

Halb so schwer wie ein normales iPad

Die technische Ausstattung ist okay und entspricht etwa dem iPad 2: Das Mini hat bereits den neuen Retina-Bildschirm, aber eben in 7,9-Zoll-Größe, einen A5-Prozessor und zwei Kameras vorn und hinten (1,2 bzw. 5 Megapixel). Je nach Ausführung bringt es zirka 310 Gramm auf die Waage und ist damit nur halb so schwer wie ein großes iPad.

Gute Werte im Tempotest

An der Leistung kann man nicht herummeckern: Mit bis zu 523 Punkten im Browser-basierten – und damit plattformübergreifenden – Geschwindigkeitstest „Peacekeeper“ von Futuremark ist das iPad Mini auf der Höhe der Zeit und ist sogar einen Tick schneller als Amazons Konkurrenz-Tablet „Kindle Fire HD“.

Viele App-Bedienfelder sind für größeren Bildschirm gedacht

Einzig ein ernster Kritikpunkt ist uns aufgefallen: Durch den kleineren Bildschirm sind einige Apps schwer zu bedienen, da dort zum Beispiel Eingabemasken und Tipp-Schalter für den größeren Bildschirm des normalen iPads optimiert sind. Da hat man sich mit dem Finger auch mal ganz leicht vertippt oder muss mehrere Versuche unternehmen, bis sich das Eingabefeld öffnet. Andererseits wird wohl kaum ein Nutzer nur deshalb die iPhone-Varianten dieser Apps (soweit verfügbar) laden wollen.

Akku-Laufzeit bleibt unter Apple-Versprechungen

Um die von Apple versprochene Akku-Laufzeit von „bis zu zehn Stunden“ zu überprüfen, haben wir das „iPad Mini“ im energetisch wenig aufwendigen Lesemodus (Lesen mit iBooks, gelegentliches Nachschlagen per WLAN-Internetverbindung) getestet. Ergebnis: Bereits nach sieben Stunden und 40 Minuten war die Batterie leer.

Kindle-App macht iPad für Amazon-Bücher fit

Wer als Vielleser zwischen dem iPad Mini und dem Kindle Fire HD schwankt, muss diesen Aspekt übrigens nicht mehr zum „Killer-Kriterium“ erheben: Bei beiden Geräten ist man zwar stark an den jeweiligen Hersteller und dessen Internetläden gebunden – kann dies aber per App aushebeln: Die iOS-App „Kindle“ macht Amazon-Bücher auf dem iPad komfortabel lesbar und umgekehrt gibt es – freilich nicht ganz so ausgefeilte – Apps wie „Aldiko“, die dem Kindle ePub-Bücher beibringen.

Fazit:

In seiner Größenklasse ist das iPad Mini Spitze – kostet allerdings fast doppelt soviel wie das „Kindle Fire HD“. Vor allem gefällt uns das ausgereifte Konzept (sieht man mal von den Bedienoberflächen-Problemen einiger Apps ab). Wer viel unterwegs ist, wird den kleineren Formfaktor und das geringere Gewicht im Vergleich zum normalen iPad zu schätzen wissen. Allerdings hat das neben dem finanziellen auch einen optischen Preis: Das iPad Mini bietet spürbar weniger Bildschirmfläche zum Beispiel für Videos oder beim eBook-Lesen – was wichtiger ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Heiko Weckbrodt

„iPad Mini“ (Apple), Tablet mit 7,9“-Bildschirm, ab 329 Euro

 

Zum Weiterlesen:

„Kindle Fire HD“ im Oiger-Test

 

Technische Daten iPad Mini:

Abmessungen: 200*135*7,2 mm

Masse: ab 308 Gramm

Display: 7,9 Zoll, 1024 x 768 Pixel

Prozessor: Dual Core A5

Speicher: 16 bis 64 Gigabyte Flash

Internetverbindung: WLAN (ab 329 Euro) bzw. HSDPA/LTE (ab 459 Euro)

Akku-Laufzeit (unsere Messung): 7:40 h

Tempo (gemessen mit „Peacekeeper“): 523 Punkte

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