Alle Artikel mit dem Schlagwort: Metastase

Radiopharmaka-Produktion in der Firma "Rotop" in Rossendorf. Foto: Rotop

Dresdner Strahlenmedizin-Akteure schließen sich zusammen

Akademiker und Praktiker wollen Technologietrend hin zu „Radionuklid-Liganden“ mitformen Dresden, 23. Oktober 2023. Die seit Jahren wachsende strahlenmedizinische Branche im Raum Dresden-Radeberg hat ein „Rubin“-Bündnis geknüpft: Die acht Gründungspartner wollen durch das „Sächsische Netzwerk für Radionuklid-Theranostika“ (SNRT) gemeinsam Innovationen in der Nuklearmedizin vorantreiben und die Leistungskraft der sächsischen Unternehmen sowie Institut in diesem Sektor deutschlandweit und international sichtbarer machen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat dem neuen Bündnis zwölf Millionen Euro Anschubfinanzierung versprochen. Dies geht aus einer Mitteilung des „Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf“ (HZDR) hervor, das als Nukleus dieser Branche im Großraum Dresden gilt.

Pathologie-Klinikdirektor Prof. Gustavo Baretton (rechts) und Funktionsoberarzt Dr. Ulrich Sommer testen im Uniklinikum Dresden eine KI-App aus dem Empaia-Ökosystem am PC. Foto: Falk Zakrzewski, UKD

KI hilft Pathologen im Krebs-Tsunami

Uniklinik Dresden testet mit Charité die Vor-Analyse von Gewebeproben durch Künstliche Intelligenzen Dresden, 10. Juli 2023. Künstliche Intelligenz (KI) und durchgängig digitale Analyseketten sollen künftig der Pathologie gegen wachsende Spezialisten-Engpässe und steigende Krebs-Fallzahlen in einer alternden Gesellschaft helfen. Das Uniklinikum Dresden (UKD) erprobt inzwischen Verfahren, in denen KI-Assistenten eingesandte Gewebeproben automatisch auf Krebs-Anzeichen durchforsten und den menschlichen Ärzten einfache Routineaufgaben abnehmen. Und die bisherigen Tests hören sich vielversprechend an.

Agiert die KI künftig als Berater für Onkologen? Krebs, Lunge, Karzinom, Expertensystem Visualisierung: Dall-E

KI sucht im Datenstrom nach Krebsmustern

Casus Görlitz will durch Analysen von Millionen Patienten-Fallakten die Früherkennung und Therapie von Tumoren verbessern Görlitz, 19. Juni 2023. Dank der supercomputer-gestützten Analyse von Millionen Patientendaten können Onkologen künftig Krebs rascher erkennen, besser therapieren und auch nachbehandeln. Davon sind die Forscher vom Zentrum für datenintensive Systemforschung „Casus“ in Görlitz überzeugt. Sie übertragen dafür Datenanalyse-Methoden, die sie sonst für komplexe Systeme wie Erdklima, Fusionsreaktoren oder kosmische Strahlenausbrüche ansetzen, auch auf die hochautomatisierte Auswertung von Krebspatientendaten.

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Nationales Tumorzentrum wächst

Neben Heidelberg und Dresden kommen vier weitere Standorte hinzu Heidelberg/Dresden, 2. Februar 2023. Das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) wächst: War es bisher auf Heidelberg und Dresden konzentriert, kommen nun mit Berlin, Tübingen, Stuttgart, Ulm, Würzburg, Erlangen, Regensburg, Augsburg, Essen und Köln weitere Partner hinzu – unter denen vier neue Standorte ausgesucht werden. Das haben das NCT und Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) heute angekündigt. In Sachsen begrüßen die beteiligten Mediziner, Forscher und Politiker die Erweiterungspläne. Sie wollen in diesem Zuge auch eine neue Professur in Dresden einrichten.

Speziell designte Antikörper sollen dem Immunsystem im Kampf gegen Krebs und Corona auf die Sprünge helfen. Die Vision: Die künstlich hergestellten Proteine docken an die Oberfläche von Immunzellen an. Das andere Ende des Antikörpers bindet an die Krebs- oder Coronazellen und lenkt so die bis dahin untätigen Abwehrkräfte zum Tumor. Visualisierung: HZDR / Sahneweiß / Kjpargeter, Freepik

Großes Potenzial für Dresdner Mini-Suchzerstörer im Kampf gegen Krebs

Sächsisches „Radiopharmaceutical Valley“ will sich auch international stärker vernetzen Dresden/Radeberg, 19. Januar 2023. Onkologen werden Krebs durch neuartige strahlende Mini-Suchzerstörer in Zukunft besser behandeln können. Bei diesen „Radioliganden“ handelt es sich zum Beispiel um modifizierte Immunzellen mit einer leicht radioaktiven Fracht, die sich im Körper zielgerichtet nur an Krebszellen anheften und sie dann genau von innen heraus zerstrahlen. Wissenschaftler wie auch Politiker wittern hier große Chancen vor allem für Krebskranke und für den ganzen Lebenstechnologie-Standort Sachsen.

Radiopharmaka helfen, wenn gegen einen Tumor Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung wirkungslos geblieben sind. In mikrophysiologischen Systemen alias Multiorgan-Chips lassen sich 3D-Tumormodelle in einer realistischen Mikroumgebung kultivieren. Das kann viele Tierversuche überflüssig machen. Foto: Amac Garbe für das Fraunhofer IWS

Multiorgan-Chips sollen Tiere im Kampf gegen Krebs retten

Fraunhofer und Helmholtz Dresden bauen Mikrolabore, in denen sich strahlende Tumor-Killer besser testen lassen Dresden, 9. Januar 2023. Moderne Multiorgan-Chips aus Sachsen sollen künftig im Kampf gegen den Krebs viele Tierleben retten, die sonst bei Experimenten geopfert werden. Dabei handelt es sich um Mikrolabore so klein wie eine Tablettenschachtel. Darinnen simulieren Mini-Organe und ein Blutkreislauf einen lebendigen menschlichen Organismus, um mikroskopisch kleine und strahlende Krebs-Suchzerstörer vor dem Einsatz am Menschen zu testen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden hervor.

Dr. Annekatrin Seidlitz. Foto: Hochschulmedizin Dresden

Neue Therapieansätze gegen Hirnkrebs

Dresdner Mediziner schärfen mit MRT, PET und radioaktiver Aminosäure ihr Strahlenskalpell gegen Glioblastome Dresden, 22. Februar 2022. Eine Kombination aus Magnetresonanztomografie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomografie (PET) für die bildgebende Analyse mit und einer erhöhten Dosis bei der Strahlentherapie kann die Behandlungschancen von Hirnkrebs-Patienten womöglich verbessern. Das geht aus einer Untersuchung der Dresdner Studienärztin Dr. Annekatrin Seidlitz von der Uniklinik Dresden hervor, die nun dafür den mit 1000 Euro dotierten „Carl-Gustav-Carus-Förderpreis“ von der „Stiftung Hochschulmedizin Dresden“ bekommen hat.

Knochenmetastasen in einer eingefärbten Röntgen-Aufnahme. Abb.: Annett Ludewig für das Bonelab Dresden,

8 Millionen für Forschung an Knochenkrebs

Konsortium unter Leitung der Uniklinik Dresden untersucht Entstehung und Behandlung von Knochen-Metastasen Dresden, 22. Dezember 2021. Damit sie weiter die Entstehung und Behandlung von Knochen-Metastasen erforschen können, bekommen die Männer und Frauen vom Verbund „µBone“ noch einmal acht Millionen Euro von der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ (DFG). Das hat das federführende Uniklinikum Dresden mitgeteilt.

Im Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an 3D-Zellkulturen. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Mit Molekularkleber gegen Darmkrebs

Dresdner Forscher wollen mit neuem Wirkstoff den Tumor für die körpereigene Müllfabrik reif machen Dresden, 22. Juli 2021. Mit molekularen Klebstoff wollen Wissenschaftler aus Dresden und Heidelberg künftig Darmkrebs bekämpfen. Der neue Wirkstoff sorgt anscheinend dafür, dass krebsfördernde Proteine in der körpereigenen Eiweiß-Müllentsorgung landen. Konkret wollen die Forscher damit den Proteinkomplex „Cyclin K/CDK12“ ausschalten, der für einige besonders aggressive Darmkrebsformen mitverantwortlich ist. Das geht aus einer Mitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden und Uniklinik-Krebszentrums (NCT/UCC) hervor.

Prof. Oliver Schmidt vom IFW Dresden und von der TU Chemnitz hat den weltweit kleinsten steuerbaren Roboter mit Hilfe von Mikroelektronik-Technologien gebaut - hier eine Visualisierung. Abb.: TU Chemnitz

Raketenroboter gegen Gallenkrebs

Physiker und Mediziner erproben in Dresden Mikroroboter für die Karzinom-Vorsorge Dresden/Chemnitz, 1. September 2020. Der sächsische Nanotechnologe Prof. Oliver Schmidt will Krebs mit kleinen Raketenrobotern bekämpfen. Ausgestattet mit winzigen Blasenantrieben und Frachtcontainern, sollen diese Miniaturroboter durch Patientenkörper navigieren, Tumore und Metastasen aufstöbern, sie für die Ärzte sichtbar machen und schließlich vernichten.

Prof. Dr. Lorenz Hofbauer ist Experte für Endokrinologie, Diabetes und Osteologie an der Uniklinik Dresden. Außerdem ist er Professor für Innere Medizin an der medizinischen Fakultät (MF) der TU Dresden. Foto: Stephan Wiegand, MF TU Dresden)

Mediziner erkunden Winterschlaf der Metastasen

Uniklinik und Medizinische TU-Fakultät Dresden leiten neues DFG-Programm „µBONE“ Dresden, 17. Juli 2018. Patienten mit Brust- oder Prostata-Krebs erleiden oft Jahre nach der vermeintlichen Heilung plötzlich Knochen-Metastasen: Fast scheint es, als ob beide Krebsarten dazu neigen, Wucherzellen in eine Art Winterschlaf zu schicken, aus denen diese knochenzerstörenden Zellen dann irgendwann wieder aufwachen. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, wollen Mediziner und Wissenschaftler nun in einem sechsjährigen Sonderforschungsprogramm „µBONE“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) herausbekommen. Prof. Lorenz Hofbauer von der Uniklinik Dresden leitet die Forschungen. Das teilte die Medizinische Fakultät der TU Dresden mit.