Alle Artikel mit dem Schlagwort: Datenschutz

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Datenauskunft: Bürger müssen Ämter einzeln abklappern

Wer wissen will, was Behörden über ihn gespeichert haben, muss erst ermitteln, wer überhaupt Infos sammelt Dresden, 10. Juli 2015. Wer in Sachsen wissen will, welche Daten die Behörden über ihn oder sie gespeichert haben, hat laut sächsischem Datenschutzgesetz ein Auskunfts-Recht – muss das aber bei jedem Amt einzeln einfordern. Es ist also nicht möglich, zu einer zentralen Auskunftsstelle zu gehen und gesammelt abzufragen, was beispielsweise die Verfassungsschützer, die Polizei, das Sozialamt oder die Kita-Verwaltung auf ihren Festplatten haben. Das geht aus einer Auskunft der Stadtverwaltung Dresden auf Oiger-Anfrage hervor.

IT-Eigenbetriebs-Chef Michael Breidung inspiziert das Rechenzentrum unterm Rathaus-Dach. Foto: hw/mb

Halbe Million Seelen unterm Rathausdach

Im neuen städtischen Rechenzentrum ist die ganze Dresdner Bürgerschaft vom Baby bis zum Greis abgespeichert Dresden, 8. Juli 2015. Es rauscht gewaltig unterm Dresdner Rathausdach. Ein Rauschen von einer halben Million Seelen. Oder. Um es etwas prosaischer zu sagen: In ihrem neuen Rechenzentrum bunkert die Verwaltung die Daten von allen Dresdnern – und ein bisschen mehr. „Hier sind Informationen über alle Bürger der Stadt drin“, sagt Rechenzentrum-Chef Jürgen Meier vom städtischen Eigenbetrieb für informationstechnologische (IT) Dienstleistungen. „Aber auch über Auswärtige, die in Dresden zum Beispiel einen Strafzettel bekommen haben.“ Einträge aus dem Einwohnermeldeamt sind da abgespeichert, wichtige Finanzdaten, Einträge vom Standesamt und vielen anderen Fachbehörden. Zudem werden die Kita-Platz-Vergabe und der städtische Internetauftritt von hier aus abgewickelt. Auch um den staatlich verordneten Schutz der Dresdner Jugend kümmern sich die Elekronenhirne unterm Dach: Sie überwachen beispielsweise, ob an den rund 7000 PCs, die in den Schulen der Stadt installiert sind, die Jugendschutz-Filter gegen schweinische Seiten im Netz brav funktionieren.

Mehr Datenschutzpannen in Deutschland

München, 15. Januar 2013: In der Bundesrepublik hat es laut einer Statistik des „Projektes Datenschutz“ – hinter dem die PR-Agentur PR-COM steht – sind im vergangenen Jahr 50 Datenschutzpannen in Behörden und Unternehmen bekannt geworden, zwölf mehr als im Vorjahr. Dazu gehören an falsche Adressen geschickte Rechnungen von Firmen und einem Jobcenter, verlorene Kundendaten oder auch Bewerbungsschreiben an den Bundestag, die in einer öffentlich zugänglichen Mülltonne gefunden wurden.

VG Wort: Zählpixel in Internetseiten sind datenschutzkonform

München, 5. Dezember 2013: Die Zählpixel der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) in Internetseiten, die Autoren und Verlage einsetzen, um Kopier-Tantiemen für Online-Texte zu bekommen, sind datenschutz-konform. Dies habe eine Prüfung durch das „Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht“ ergeben, teilte die VG Wort heute in München mit. Der Verlag „akademie.de“ hatte dies zuvor infrage gestellt.

Hacker-Club lädt zum Symposium „Datenspuren“ in Dresden

Dresden, 5. Oktober 2012: Die Risiken des neuen Meldegesetzes, die Gefahren von „Data-Mining“, aber auch die Möglichkeiten, die eigenen Daten und Kommunikation zu schützen, sind Themen des Symposiums „Datenspuren 2012“, zu dem der „Chaos Computer Club Dresden“ (c3d2) am 13. und 14. Oktober 2012 in die Dresdner „Scheune“ einlädt. Unter dem Motto „Voll verwanzt“ werden Vorträge und Workshops für die Besucher angeboten, für die Junioren gibt es einen „Junghackertrack“, wo sie basteln, löten und programmieren können. Der Eintritt ist gratis.

Chaos-Computer-Club sieht sich in Staatstrojaner-Kritik durch Bundesdatenschützer bestätigt

Hamburg, 16. September 2012: Die Hacker-Vereinigung “Chaos Computer Club” (CCC) in Hamburg sieht sich in ihrer Kritik an der Sammelwut und der mangelhaften Verschlüsselung des sogenannten Bundestrojaners durch den Bundesdatenschatzbeauftragten bestätigt. In einem vertraulichen Bericht an den Innenausschuss des Bundestages, der dem CCC nun vorliege, kritisiere der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar unter anderem, dass er – jedenfalls nicht zu akzeptablen Konditionen – keinen Einblick in den Quellcode der Schnüffel-Software erhalten habe. Auch seien die Löschmöglichkeiten für mit dem Trojaner erlangte Privatdaten, die den Staat nichts angingen, unzureichend.

Hightech-Verband: EU-Datenschutz schießt übers Ziel hinaus

Berlin, 25.1.2012: Der deutsche Hightech-Branchen-Verband Bitkom hat die EU-Behörden  aufgefordert, den heute vorgelegten Entwurf für eine EU-Datenschutzverordnung zu entschärfen. Die geplante Harmonisierung der Datenschutzgesetze in den EU-Mitgliedsstaaten sei zwar zu begrüßen, erklärte Bitkom. Die vorgesehene Ausweitung des Einwilligungsprinzips, wodurch Internetnutzer künftig in zahlreichen Einzelfällen eine jeweils gesonderte Zustimmung zur Datenverarbeitung geben müssen, schieße jedoch “übers Ziel hinaus”. „Mit einem solchen Ansatz würde das Web zu einem Hindernisparcours umgebaut”, warnte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. hw

Hamburgs Datenschützer prüft Verfügung gegen Facebooks Gesichtserkennung

Hamburg, 11.11.2011: Erneut gibt es von deutschen Datenschützern Gegenwind für “Facebook” (circa zwei Milliarden Dollar Umsatz, etwa 800 Millionen Nutzer): Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat rechtliche Schritte gegen das amerikanische Kontaktnetzwerk angekündigt, weil Facebook der Aufforderung nicht nachgekommen sei, die eingebaute Gesichtserkennung “im Einklang mit europäischen und deutschen Datenschutzbestimmungen” in Deutschland abzuschalten.

Facebook-Fanseiten: Kaum Erfolg für Abmahnaktion

Kiel, 5.11.2011: Der Feldzug des “Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein” (ULD) gegen den “Gefällt mir”-Knopf und die Fanseiten auf “Facebook” verläuft bisher wenig erfolgreich. Das hat ULD-Chef Thilo Weichert eingeräumt. Von den 15 angeschriebenen Institutionen mit Facebook-Fanseiten – darunter sieben öffentliche und acht private – habe bisher nur eine öffentliche Stelle ihre Facebook-Seite deaktiviert. Auch die Staatskanzlei hatte sich geweigert, ihre Seite abzuschalten.

Arbeitsrechtler kritistiert geplantes Betriebsdatenschutzgesetz

Dresden/Bremen, 21.10.2011: Der Arbeitsrechtsexperte Prof. Wolfgang Däubler hat das geplante neue Beschäftigtendatenschutzgesetz (BDSG) kritisiert. Der Entwurf der Bundesregierung sei lückenhaft und unklar formuliert, schätzte der Professor für Rechtswissenschaften der Uni Bremen auf dem “AfA Datenschutzforum 2011” in Dresden ein. Wie es in einer Mitteilung der “Agentur Sputnik” heißt, bemängelte der Jurist “dass beispielsweise ungenügend geregelt sei, in welchen Bereichen und wann eine Videoüberwachung am Arbeitsplatz erlaubt sein soll. Auch der Zugriff auf private Daten des Arbeitnehmers sei nach seiner Einwilligung möglich. Aber „die Behauptung, dass diese Zustimmung freiwillig ist, geht an der Realität im Arbeitsleben vorbei“, betonte Däubler. Kritisch äußerte sich auch Patrick Breyer von der Piratenpartei auf dem Datenschutzforum: Er sieht das “Grundvertrauen zwischen Arbeitnehmer und -geber durch die geplanten Regelung des Datenschutzes gefährdet. Auch sehe der Gesetzentwurf auch vor, dass einzelne Unternehmen per Betriebsvereinbarung weichere Datenschutzreglungen vereinbaren könne – damit hebele sich das Gesetz selbst aus, warnte zudem die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke.

Dresdner Hacker geben Tipps gegen Datenkraken

Dresden, 6.10.2011: Wie man mit Rabattkarten ganz schnell in die Fänge von Datenkraken gerät, diese wieder abschüttelt und sich gegen staatliche Handy-Bewegungsprofile wehren kann, will der Chaos Computer Club (CCC) Dresden am 15. und 16. Oktober 2011 auf einem öffentlichen Symposium “Datenspuren” allgemeinverständlich in der Dresdner “Scheune” erklären. Natürlich sollen auch die Hacker und Freaks auf ihre Kosten kommen, zum Beispiel bei einem “Nerd Kontest”.