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IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen bei Tesla Grünheide

Tesla. Foto: Heiko Weckbrodt
Tesla. Foto: Heiko Weckbrodt

Gewerkschafter begrüßen Ausbaupläne, verweisen aber auf Personalabbau und Krankenstände

Berlin, 17. Juli 2023. Die IG Metall hat die Ausbaupläne von Tesla für das Elektroauto-Werk in Grünheide bei Berlin begrüßt, gleichzeitig aber bessere Arbeitsbedingungen in der Fabrik gefordert. Das hat die Industriegewerkschaft heute mitgeteilt.

„Krasser Gegensatz“

„Wir begrüßen den Aufbau von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie in Deutschland“, erklärte der zuständige IG Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze. „Die Pläne von Tesla sind ein klares Bekenntnis zum Standort Brandenburg.“ Die Ankündigung steht allerdings „in krassem Widerspruch zu dem, was die Beschäftigten vor Ort gerade erleben: Trotz hoher Krankenstände wird in erheblichem Umfang Personal abgebaut. Da die Produktionsziele jedoch nicht nach unten korrigiert werden, steigt der Druck auf die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen.“

Verkleinerte Schichten

„Allein im letzten Monat sind unseren Informationen zufolge fast 200 Stammbeschäftigte gekündigt worden oder haben Aufhebungsverträge unterschrieben“, erklärte Schulze. „Dazu sind im mittleren dreistelligen Bereich Leiharbeitskräfte abgemeldet worden. Viele von ihnen machen seit Monaten jede Sonderschicht mit, da sie auf eine Festanstellung hoffen. Die verkleinerten Schichten sollen nun weiterhin 5.000 Fahrzeuge in der Woche herstellen.“ Vor dem Ausbau des Werks müsse daher „nun endlich der Ausbau der Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen in Grünheide Priorität haben“.

Der US-Autobauer Tesla hatte kürzlich beim Land Brandenburg beantragt, seine Fabrik in Grünheide auf eine Jahreskapazität von einer Million Autos ausbauen zu dürfen. Das Werk soll dann 22.500 Menschen beschäftigen.

Quelle: IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, rbb24

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger