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Linear-Beschleuniger in Dresden bestrahlt nun Patienten nun in Serie

Ein entscheidender Vorteil der neuen Gerätegeneration ist die Kombination von Bestrahlungskopf (oben) und integriertem Röntgengerät (links und rechts zwischen dem Patienten zu sehen). Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Ein entscheidender Vorteil der neuen Gerätegeneration ist die Kombination von Bestrahlungskopf (oben) und integriertem Röntgengerät (links und rechts zwischen dem Patienten zu sehen). Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Medizinerin: Machen einen großen Sprung nach vorn

Dresden, 14. September 2020. Das Uniklinikum Dresden setzt seinen neuen Linearbeschleuniger nun auch für die Patientenbehandlung ein. Das haben die Hochschulmediziner mitgeteilt. „Mit der neuen Gerätegeneration machen wir einen großen Sprung nach vorn“, sagt Prof. Esther Troost, die gemeinsam mit Prof. Mechthild Krause die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie leitet.

Krebs war Zufallsbefund

Durch den neuen Beschleuniger werden genauere und kürzere Strahlenbehandlungen für Krebspatienten möglich. Jens Ulrich war der erste Patient, der mit dem neuen Linearbeschleuniger in der Klinik für Strahlentherapie und behandelt wurde. Durch Zufall hatten die Ärzte bei dem 50-Jährigen aus dem westsächsischen Dennheritz einen bösartigen Tumor im Beckenbereich diagnostiziert. Das war im vergangenen Dezember. Davor behandelten die Ärzte eine Thrombose im linken Bein. In der Computertomographie (CT) jedoch entdeckten die Mediziner den Tumor, der sich an und um die Gefäße im Becken entwickelt hatte. Nach der Krebsdiagnose erhielt Jens Ulrich eine etwa sechsmonatige kombinierte Immun-Chemotherapie, der eine alleinige Immuntherapie folgte. Vorbereitend auf die Operation absolvierte der 50-Jährige parallel eine Strahlentherapie mit fünf Therapiesitzungen am Linearbeschleuniger (LINAC). „Mit der präoperativen Strahlentherapie haben wir die Möglichkeit, die Bereiche des Tumors zu bestrahlen, die sich gefäßnah befinden und können dort gezielt die Tumorzellen abtöten“, sagt die behandelnde Ärztin Dr. Christina Jentsch. „Die Strahlentherapie als Bestandteil der multimodalen präoperativen Therapie, kann somit wesentlich dazu beitragen, dass der Tumor von den Chirurgen komplett entfernt werden kann“.

Neben dem Linearbeschleuniger verfügt das Uniklinikum auch über einen Protonen-Ringbeschleuniger, der sich beispielsweise besonders für Strahlentherapien gegen Krebs tief im Bauchraum oder im Gehirn eignet. Parallel dazu arbeiten die Radiologen gemeinsam mit Physikern und Ingenieuren des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf an einer neuartigen Art von Laser-Teilchenbeschleunigern.

Autor: hw

Quelle: UKD