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„Heartucate“ schickt Schüler auf 3D- Expedition in Arktis und auf Mars

Franziska Weser und Anna Kirchberg von Heartucate Leipzig erklären im "5G Lab Germany" an der TU Dresden, wie sie sich den digotal erweiterten Unterricht der Zukunft vorstellen. Foto: Heiko Weckbrodt

Franziska Weser (r.) und Anna Kirchberg (l.) von Heartucate Leipzig erklären im “5G Lab Germany” an der TU Dresden, wie sie sich den digital erweiterten Unterricht der Zukunft vorstellen. Foto: Heiko Weckbrodt

Junge Lehrerinnen wollen Klimawandel und anderen Schulthemen in 3D-Welten veranschaulichen

Dresden/Leipzig, 16. August 2020. Franziska Weser und Anna Kirchberg sind zwei junge Lehrerinnen aus Dresden und wollen Unterricht auf eine neue, digitale Stufe heben. Dafür möchten sie in Leipzig das Unternehmen „Heartucate“ gründen und dort aufregende virtuelle Exkursionen für Schulkinder entwickeln. Dabei setzen sie Technologien der „augmentierten“, also erweiterten Realität (AR) wie auch der „Mixed Reality“ (MR) ein, bei der Datenbrillen oder Tablets den Kindern sowohl ihre reale Umgebung zeigen wie auch computergenerierte Welten.

Auch Regenwald auf der Agenda

Das „Heartucate“-Team modelliert bereits die Arktis im Computer als 3D-Welt nach. Dieses kühle Szenario ist als Prototyp gedacht, um potenzielle Finanziers und Anwender von dem Konzept zu überzeugen. Später sollen der Mars, der Regenwald und andere entlegene Orte als dreidimensionale Computersimulationen folgen. „Das sind alles Gegenden, die normalerweise für eine Schulexpedition überhaupt nicht erreichbar sind“, erklärte Anna Kirchberg.

Abenteuer erleben in virtuellen Welten

Und so stellen sich Franziska Weser und Anna Kirchberg den Projektunterricht der Zukunft vor: Wenn im Lehrplan zum Beispiel der Klimawandel an der Reihe ist, setzen die Schüler Datenbrillen auf und reisen damit virtuell an die nachmodellierten Orte. Während dieser „digitalen Exkursionen“ erleben sie spannende Geschichten, können Eisbären, Affen und andere Tiere beobachten und deren Lebensräume erkunden. „Die Kinder erleben dabei Abenteuer und lernen dabei“, erklärten Weser und Kirchberg.

In das das Brillengehäuse steckt man vorne das Smartphone ein. Mit den Riemchen lässt sich das Set an die Kopfgröße anpassen. Foto: Vodafone

Mit Smartphones lassen sich solche Boxen in Datenbrillen verwandeln. Foto: Vodafone

In Echtzeit per 5G-Netz mit der digitalen Welt interagieren

Um Kinder untereinander und mit der virtuellen Welt zu vernetzen, setzt Heartucate auf 5G. Denn damit lassen sich Datenbrillen und Tablet-Rechner so verbinden, dass jeder Schüler und jede Schülerin verzögerungsfrei sieht, was die anderen sehen – und in der virtuellen Arktis oder Amazonas auch Dinge in Echtzeit verändern kann. Herkömmlicher Mobilfunk wäre dafür zu langsam. In der ersten Stufe wollen die Leipziger den Kindern die virtuellen Inhalte mit Tablets vor den Augen führen, später mit Datenbrillen.

5G-Labor Dresden und Samsung helfen den Gründerinnen

Hilfe für ihr Projekt bekommen sie nun von Technologie-Profis: Samsung und das „5G Lab Germany“ aus Dresden werden die jungen Gründer in der Zukunftswerkstatt „Solve for Tomorrow. 5G for Society“ betreuen. Die Experten werden den Pädagoginnen und ihren Mitstreitern helfen, Prototypen zu entwickeln und in 5G-Netzen auszutesten.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Vor-Ort-Termin Samsung- Zukunftswerkstatt, 5G Lab Germany, Heartucate

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