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Risikokapital für junge Hightech-Firmen

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

64 Millionen Euro für 2. Technologiegründerfonds Sachsen

Dresden, 3. März 2016. Der Freistaat Sachsen und die Sparkassen Chemnitz, Dresden und Leipzig werden zusammen 64,4 Millionen Euro für eine Neuauflage des Technologiegründerfonds Sachsen einspeisen. Das hat heute das sächsische Wirtschaftsministerium mitgeteilt. Der Fonds stellt Risikokapital für technologieorientierte Unternehmens-Gründungen bereit, die nicht genug private Investoren finden. Er soll insofern ein „Marktversagen“ heilen.

Die erste Auflage des Fonds startete im Jahr 2008 mit damals 60 Millionen Euro. Im März 2014 verdoppelten die Partner das Volumen auf 124 Millionen Euro.

Mit dem neuaufgelegten „TGFS plus“ wollen sich die Anteilseigner an insgesamt 45 Jungunternehmen mit Summen von jeweils 100.000 bis 5 Millionen Euro beteiligen. Der Freistaat Sachsen steuert 44 Mio. € aus EFRE-Mitteln bereit, den Rest finanzieren die Sparkassen.

 

Kommentar: Klägliche Summe

„So löblich der Versuch ist, die in Deutschland und insbesondere in Sachsen fehlende Risikokapital-Investorenszene durch staatliche und Banken-Initiative zu kompensieren, so kläglich ist die zur Verfügung stehende Investitionssumme im internationalen Vergleich. Mit großem Getöse wurde von BMWi, EIF und KfW vor wenigen Tagen eine Initiative dieser drei Institutionen vorgestellt: „Der Fonds ‚coparion‘ hat ein Volumen von 225 Mio. Euro und richtet sich an Unternehmen in der Start-up- und frühen Wachstumsphase. Die ERP/EIF-Wachstumsfazilität hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und soll großvolumiges Wachstum ermöglichen.“ (http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=757598.html ) In Summe stehen also in Deutschland  725 Mio€ für junge Unternehmen zur Verfügung. In den USA wurden für diesen Zweck allein im Jahr 2014 mehr als 48 Mrd$ Risikokapital aufgebracht ( http://www.nzz.ch/finanzen/der-klub-der-milliardaere-1.18471210). Diese Schieflage ist neben dem völligen Fehlen einer auf High-Tech-Wachstum ausgerichteten Wirtschaftspolitik in Europa eine der Ursachen für die gravierende Innovationsschwäche der EU gegenüber den USA und Südost-Asien.“

Bernd Junghans

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