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Dresdner Studie: Pegidisten haben sich radikalisiert

Wutbürger gegen Wutbürger? Pegida-Demonstration gegen Einwanderung am 1. Dezember 2014 - und links daneben die Gegendemo der "Antifa" Foto: Heiko Weckbrodt

Pegida-Demonstration am 1. Dezember 2014 – links daneben die Gegendemo der „Antifa“ Foto: Heiko Weckbrodt

Viele Pegidisten mögen laut Umfragen Russland, die USA weniger und haben mit Demokratie à la BRD innerlich gekündigt

Dresden, 25. Februar 2016. Der klassische Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung ist patriotisch eingestellt, aber nicht unbedingt rechtsradikal, sympathisiert mit Russland, während er oder sie die US-Politik skeptisch beurteilt. Das geht aus einer neuen Auswertung der Studiengruppe um den Politologen Prof. Werner J. Patzelt von der TU Dresden hervor. Die Wissenschaftler stützen sich dabei vor allem auf mehrere Wellen von Umfragen unter Menschen, die an den Kundgebungen und Demonstrationsmärschen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) teilgenommen hatten. Pegida gilt als asylkritisch bis fremdenfeindlich beziehungsweise rechtspopulistisch.

Pegida-Fans teilen auch linke Positionen

Laut der neuen Patzelt-Studie hat sich diese Pegida-Bewegung in den vergangenen Monaten radikalisiert. „Von einer allgemeinen Entwicklung von Pegida hin zum Rechtsradikalismus kann aber nur bedingt gesprochen werden“, heißt es in der Einschätzung. „Pegida-Demonstranten sind mehrheitlich ferner keine Gegner des Demokratieprinzips. Viele von ihnen haben aber dessen bundesrepublikanischer Gestalt innerlich gekündigt.“ Zudem hätten die Umfragen Hinweise darauf gezeigt, dass viele Pegidisten globalisierungskritisch eingestellt sind, Deutschland für sozial ungerecht halten und auch einige klassisch „linke“ Positionen teilen.

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