Wirtschaftspolitik

Wismut-Uranbergbau: Bund zahlte bisher 6 Milliarden Euro für Sanierung

Vielen Wismut-Kumpeln war überhaupt nicht bewusst, wie gesundheitsgefährdend ihre Arbeit wirklich war. Dieses Foto entstand um das Jahr 1960 und zeigt einen Wismut-Hauer, der Uran-Erze radiometrisch sortiert. Fotorechte: Wismut GmbH

Vielen Wismut-Kumpeln war überhaupt nicht bewusst, wie gesundheitsgefährdend ihre Arbeit wirklich war. Dieses Foto entstand um das Jahr 1960 und zeigt einen Wismut-Hauer, der Uran-Erze radiometrisch sortiert. Fotograf unbekannt, Fotorechte: Wismut GmbH

Letzte radioaktive Hinterlassenschaften in Sachsen sind voraussichtlich nach dem Jahr 2025 beseitigt

Bad Schlema/Dresden, 2. September 2015. Der Bund hat seit der Wende rund sechs Milliarden Euro für die Sanierung der radioaktiv verseuchten Uranbergbau-Standorte der früheren Wismut SDAG zur Verfügung gestellt. Bei diesem Umweltgroßprojekt seien inzwischen große Fortschritte erzielt worden, hat Staatssekretär Uwe Beckmeyer vom Bundeswirtschaftsministerium während der Wismut-Konferenz „WISSYM 2015“ im erzgebirgischen Bad Schlema eingeschätzt.

„Kurort Bad Schlema wiederbelebt“

„Ergebnisse und Erfolge sind an allen Standorten in Sachsen und Thüringen deutlich sichtbar“, betonte der Staatssekretär. Gerade der Konferenzort Bad Schlema sei ein solches Beispiel – das Kurbad sei durch die Sanierungen wiederbelebt worden.

Stalin ließ Uran für seine Atombomben in der DDR schürfen

Die sowjetischen Besatzungsbehörden in Deutschland hatten die Aktiengesellschaft „Wismut“ nach dem Krieg gegründet, um vor allem in Sachsen und Thüringen Uran für Stalins Atombomben-Programm zu schürfen. Nach Stalins Tod wurde die Wismut in eine Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) umfirmiert, stand aber bis zum Zusammenbruch der DDR unter besonderer sowjetischer Kontrolle. Als in den 1960er Jahren die Uran-Vorkommen in Ostdeutschland nahezu erschöpft waren, gab die Wismut viele ihrer alten Bergwerke auf, sanierte sie aber kaum, so dass viele Standorte radioaktiv verseucht blieben. In Sachsen einigten sich Bund und Land nach der Wende auf aufwendige Sanierungsprogramme auch für die alten, beizeiten aufgegebenen Bergwerke.

Eine undatierte Aufnahme der Wismut-Uranfabrik 95 - vorne sind die Schlemmteiche mit den radioaktiven Abprodukten zu sehen. Abb.: Wismut, LHD

Eine undatierte Aufnahme der Wismut-Uranfabrik 95 – vorne sind die Schlemmteiche mit den radioaktiven Abprodukten zu sehen. Abb.: Wismut, LHD

Heute Gewerbegebiet statt Uranfabrik in Dresden

In Dresden zum Beispiel wurde das Erdreich auf dem Gelände der ehemaligen Uranfabrik 95 in Coschütz-Gittersee tonnenweise abgetragen und ersetzt. Hier ist inzwischen ein Gewerbegebiet entstanden. Die Sanierungsarbeiten an den drei Standorten Ronneburg, Aue/Schlema und Königstein werden voraussichtlich nach dem Jahr 2025 abgeschlossen. hw