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Ifo: Sachsens Wirtschaft stagniert, 2013 geht’s leicht aufwärts

Abb.: Bitkom

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Dresden, 19. Dezember 2012: Die Euro-Krise, die lahmende Weltwirtschaft und vor allem die schwächelnde Auslandsnachfrage führen dazu, dass Sachsens Wirtschaft in diesem Jahr – nach einer durchaus positiven Entwicklung in der ersten Jahreshälfte – insgesamt wohl stagniert. Das geht aus der heute vorgestellten Kalkulation des Wirtschaftsforschungsinstituts „ifo Dresden“ hervor. Für 2013 erwarten die Prognostiker einen leichten Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes im Freistaat um 0,6 Prozent, allerdings kaum Impulse für den Arbeitsmarkt. „Aufgrund der konjunkturellen Schwäche in diesem Jahr werden die Firmen sich im Jahr 2013 zunächst mit Neueinstellungen zurückhalten und Überstunden aufbauen“, heißt es in der Analyse.

Aufholprozess Ost-West stagniert

Damit wird Sachsen wieder einmal zwischen den Trends in Ostdeutschland und in der gesamten Bundesrepublik liegen: Für Deutschland erwartet „ifo“ in diesem und im kommenden Jahr jeweils ein Plus von 0,7 Prozent. Für die ostdeutschen Länder haben die Ökonomen einen Zuwachs von 0,2 Prozent für 2012 und von 0,5 Prozent für 2013 errechnet. Damit wird auch der Angleichungsprozess zwischen Ost und West vorläufig auf der Stelle treten.

Die Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen liegen in der Wirtschaftsstruktur: Im Vergleich zur stark exportorientierten westdeutschen Wirtschaft liegt der Anteil der Industrie und des Auslandsabsatzes im Osten niedriger. Die starke Binnenmarktorientierung der „Neuen Bundesländer“ macht sie unabhängiger von der Weltmarktentwicklung, aber sie profitieren aber eben auch in geringerem Maße von globalen Nachfrageschüben für deutsche Produkte. Unter den ostdeutschen Ländern ist wiederum die sächsische Wirtschaft industrie- und exportorientierter (Beispiele: Mikroelektronik und Maschinenbau in Dresden und Chemnitz, Automobilbau in Zwickau und Leipzig), damit folgt sie eher den Trends der westdeutschen Länder. Heiko Weckbrodt

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