Alle Artikel mit dem Schlagwort: Robotron

Der Robotron-Komplex in Dresden. Foto: Immovation AG

Ostmodern: Robotron-Glaskunst droht Zerstörung

Netzwerk appelliert an Investor, bei Abriss im Dresdner Zentrum Bleiglasfenster zu retten Dresden, 1. März 2016. Das Dresdner Netzwerk „Ostmodern“ hat vor einer Zerstörung wertvoller Baukunst in der ehemaligen DDR-Computerschmiede Robotron gewarnt. Das Netzwerk hat heute an den Kasseler Investor „Immovation AG“ appelliert, insbesondere die farbig-abstrakten Bleiglasfenster zu retten, die im Atrium des Robotron-Komplexes an der St.-Petersburger Straße verbaut sind. Dort nämlich werden voraussichtlich in den nächsten Tagen die Hydraulik-Scheren-Bagger anrücken, um das Gebäude abzureißen. Dann drohen auch die Buntglas-Fenster zu Bruch zu gehen.

Xenon-Monteur Andreas Donath prüft einen Roboter für eine Widerstands-Schweißanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Automatisierungs-Trend beschert Xenon Dresden Auftragsschub

Ein Fünftel mehr Umsatz für Sondermaschinenbauer Dresden, 19. Februar 2015. Das wachsende Interesse deutscher Automobil-Zulieferer, Chipwerke und anderer technologie-orientierten Industrien, ihre Fabriken stärker zu automatisieren, sorgt beim Dresdner Sondermaschinenbauer „Xenon“ für kräftiges Wachstum. Das Unternehmen hat proppenvolle Auftragsbücher, im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 19 Prozent auf 25 Millionen Euro. Für dieses Jahr rechnet Geschäftsführer Hartmut Freitag, der das Unternehmen gemeinsam mit Tobias Reißmann leitet, mit weiteren Nachfrageschüben – vor allem aus dem Automobilsektor.

Gemeinsam mit Partnern wie Bosch und AE sorgt die Dresdner firma "Coool Case" dafür, dass stromlose Gegenden zum Beispiel in Afrika mit autarken Solarkraftwerken mit Energiespeichern ausgerüstet werden können. Montage: hw, Fotos: AE, ProfessorX, Wikipedia, Lizenz: Public Domain

Ökostrom-Inseln für Afrikas Dörfer

Dresdner „Coool Case“ sorgt mit für autarke Solarkraftwerke in netzlosen Regionen Dresden, 20. November 2014: Wer hätte das gedacht? Das DDR-Computerkombinat „Robotron“ ist längst untergegangen – und doch helfen Robotroner jetzt afrikanischen Dörfern, endlich Strom zu bekommen und damit Licht, Computer, Fernsehen und andere „Segnungen“ westlicher Zivilisation. Das Dresdner Unternehmen „Coool Case“ nämlich ist ursprünglich aus einer PC-Fabrik des ostdeutschen Computerriesen hervorgegangen, viele alte Robotroner arbeiten immer noch dort und sie liefern jetzt Spezialschränke für Energiespeicher und Wechselrichter, die inzwischen in südlichen Entwicklungsländern eingesetzt werden, um Dörfer weitab von jedem öffentlichen Stromnetz mit dezentralen Sonnenstrom-Kraftwerken zu elektrifizieren. Und während andere deutsche Unternehmen und Investoren seit der Solarkrise alles, was mit „Erneuerbaren Energien“ zu tun hat, scheuen wie der Teufel das Weihwasser, wächst „Coool Case“ mit eben solchen Produkten.

Leider eine kleine Minderheit in der Begabtenförderung am SRZ: Informatik-Mädchen. Foto SRZ

IF SRZ Dresden = 30 THEN Feier

Schülerrechenzentrum hat in 30 Jahren zahlreichen Talenten die Informatikkarrieren geebnet Dresden, 16. Oktober 2014: „Input $A. IF $A = „Universe Question“ THEN PRINT 42”… Mit einfachen BASIC-Routinen wie diesen haben Generationen Dresdner Schüler das Programmieren gelernt, oft noch an Robotron-Heimcomputern, später an PCs. Die Besten von ihnen kamen ins Schülerrechenzentrum (SRZ) – und dessen Team hat heute mit rund 200 „Ehemaligen“ das 30. Jubiläum dieser spezifisch Dresdnerischen Fördereinrichtung für begabte Jung-Programmierer gefeiert. Viele von ihnen sind heute anerkannte Informatik-Haie, IT-Berater oder haben ähnliche Laufbahnen im „Silicon Saxony“ eingeschlagen.

Junge Programmierer bei der Arbeit im Schülerrechenzentrum Dresden. Foto: hw

Schülerrechenzentrum Dresden trommelt „Ehemalige“ zusammen

Seit 30 Jahren deutschlandweit einmalige Begabtenförderung für junge Programmierer Dresden, 9. Oktober 2014: Ideell war das Dresdner „Schülerrechenzentrum“ (SRZ) ein Kind der SED-Hightech-Propaganda der 1980er Jahre, entwickelt hat es sich rasch zu einem Anlaufpunkt für begabte Jung-Programmierer – und ist bis heute deutschlandweit einmalig geblieben. 30 Jahre nach der offiziellen Gründung wollen die Betreiber und Unterstützer nun die ehemaligen Schüler dieser Begabten-Fördereinrichtung zusammentrommeln: Die Dresdner Software-Firma „Saxonia Systems“, die das Zentrum seit Jahren unterstützt, will am 16. Oktober 2014 eine Jubiläumsfeier im internationalen Kongresszentrum Dresden ausrichten.

Der Hauptsitz von Robotron RDS in Dresden-Gittersee. Abb.: hw

Robotron nimmt Anbau in Betrieb

Dresden, 23. April 2014: Der Robotron-Nachfolger RDS hat heute in Dresden-Gittersee seinen neun Millionen Euro teuren Anbau offiziell in Betrieb genommen. Die „Robotron Datenbank-Software GmbH“ (RDS) schafft damit Platz für 200 neue Arbeitsplätze und hat im Neubau ein Schulungs- und Tagungszentrum eingerichtet. Derzeit beschäftigt das Software-Unternehmen, das sich nach der Wende die Markenrechte am Namen des früheren DDR-Computerkombinats sicherte, rund 330 Mitarbeiter. Autor: Heiko Weckbrodt

Abb.: RDS

Robotron Dresden vergrößert sich

Software-Firma investierte neun Millionen Euro in Ausbau Dresden, 24. März 2014: Weil Aufträge und Belegschaft wachsen, hat das Unternehmen „Robotron Datenbank-Software“ (RDS) in Dresden-Gittersee rund neun Millionen Euro in einen Büro-Neubau samt neuem Schulungs- und Konferenzzentrum investiert. Im April wollen RDS-Chef Rolf Heinemann und seine Söhne den Erweiterungsbau an der Heilbronner Straße offiziell einweihen.

In den Dresdner Technik-Depots schlummern Tausende Hightech-Schätze vergangener Tage

Deutscher Ingenieurgeist: Lichtleiter in Handarbeit und satter Röhren-Sound Dresden, 17. Dezemer 2012: Wer die “Technischen Sammlungen Dresden” (TSD) besucht, bekommt nur einen kleinen Ausschnitt der historischen Technologieschätze zu sehen, die das Museum an der Junghansstraße verwahrt: Mangels Ausstellungsfläche sind Tausende Radios, Rechenanlagen, Schreibmaschinen und andere potenzielle Exponate hinter verschlossenen Türen deponiert. Wir haben die Pforten der TSD-Depots aufgeschlossen, hinter denen technikgeschichtliche Bonbons lauern – zum Beispiel der Beweis, dass Lichtleiter keine Erfindung der Internet-Ära sind.

Beispiel Sitec: Fabrikloses Geschäftsmodell greift in Sachsens Gerätebau um sich

Dresdner Ingenierfirma liefert Hightech-Diebeverfolger zu Tausenden – produziert wird in Foundries Dresden, 20. August 2012. Sie überwachen MAN- und Mercedes-Lasterflotten in ganz Europa, schützen Straßenbaufirmen vor Baumaschinendieben und helfen deutschen Nahverkehrsbetrieben, ihre Fahrgastströme zu managen: trickreiche Telematiksysteme von „Sitec Systems“ aus Dresden. Was besonders faszinierend daran ist: Obwohl die Dresdner ihre GPS-Module, Diebeverfolgungssysteme und elektronischen Fahrtenschreiber zu Zehntausenden verkaufen, steckt hinter Sitec keine große Fabrik, sondern eine kleine Entwicklungsfirma mit nur elf Mitarbeitern, die im Dresdner „World Trade Center“ (WTC) ein paar Büros belegen. Möglich macht dies das „Fabless- und Foundry“-Konzept, wie es die Halbleiterbranche vorexerziert.

Energieversorger wollen Robotron-Datenbanken – Dresdner Softwareschmiede baut aus

Neun Millionen Euro Investitionen und 200 neue Jobs geplant Dresden, 13. August 2012: Die Dresdner Robotroner bauen wegen der Auftragsfülle aus der Energiewirtschaft aus: Die „Robotron Datenbank-Software GmbH“ (RDS), Nachfolger des DDR-Computerkombinats, zieht bis Ende 2013 für acht bis neun Millionen Euro einen neuen Gebäudekomplex hoch und richtet dort 200 Hightech-Arbeitsplätze ein. Das kündigte RDS-Chef Rolf Heinemann an. Möglich wurde dies, weil Bund, Land und Stadt nun das durch die Wismut AG verseuchte alte uranabrik-Gelände in Dresden-Gittersee erfolgreich saniert haben.

Ex-Robotroner helfen Saudi-Wächtern elektronisch beim Kampf gegen “Sittenverfall”

Dresdner Sicherheitsboxen versiegeln Transit-Laster im Arabien Dresden, 7.5.2012: Unkaputtbare elektronische Sicherungstechnik von „Electronic Components Dresden“ (ECD) unterstützt Sittenwächter in Saudi-Arabien im Kampf gegen Schmuggel und „unislamische“ Bedrohungen wie Porno und Alkohol: Rund 6000 „Sercam“-Schlösser haben die Saudis bisher bei den Dresdner Ex-Robotronern gekauft, um ausländische Laster daran zu hindern, vom Pfad der Tugend und der Transitstraßen abzukommen. Nun will ECD die „Sercam“-GPS-Boxen auch als Diebstahlsicherungen auf dem deutschen Massenmarkt anbieten.

Heimcomputer feiert Geburtstag

Albuquerque, 19.12.2011: Er hat eine ganze Generation junger Tüftler geprägt und den Siegeszug der Rechentechnik im Massenmarkt eingeleitet: Der Heimcomputer, und heute feiert er Geburtstag. Denn am 19. Dezember 1974 brachte die US-Firma „Micro Instrumentation and Telemetry Systems“ (MITS) aus Albuquerque den “Altair 8800” auf den Markt, der heute als der erste “Home Computer” (HC) betrachtet wird. Deutsche Heimcomputer folgten erst später, die ersten DDR-Heimcomputerbausätze wie der LC 80 zum Beispiel ab 1982.

Robotron: DDR-Computerriese im Spagat

Über vier Jahrzehnte ist es nun her, dass einer der größten Computerhersteller des Ostblocks und einer der für den Raum Dresdens prägendsten Arbeitgeber entstand: Am 1. April 1969 gründete die DDR-Wirtschaftsführung das Kombinat Robotron. Es umfasste zuletzt 21 Betriebe mit geografischem Schwerpunkt im Raum Dresden und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), die eine Industrieproduktion von rund 7,3 Milliarden DDR-Mark erwirtschafteten. Zeitweise hatte das Kombinat über 68.000 Menschen in Lohn und Brot. Mit den Rechnern von Robotron kassierte die DDR bei den sowjetischen Freunden saftige Gewinne, die Westerlöse des Riesen hingen jedoch zu 40 Prozent vom Export mechanischer Schreibmaschinen ab. Mit der Währungsunion 1990 wurde diese Schwäche auf den westlichen Märkten zum Fallstrick: Im September 1990 gingen die letzten Lichter bei Robotron aus und ein wichtiges Kapitel Dresdner Industriegeschichte nahm ein treuhandforciertes Ende. Wie wie kam es dazu?

Im Osten technisch top, im Westen Billigmarke

Robotron lockten einst die selben Gründe nach Dresden wie später Infineon & Co.: Gute Leute und passende Wissenschaftslandschaft Dr. Gerhard Merkel kennt die Computerindustrie der DDR aus dem Eff-Eff: Er war dabei, als die ostdeutschen Rechenmaschinen elektronisch wurden, war Entwicklungs-Chef bei Robotron, zeitweise Vize-Elektronikminister und Leiter der Chipschmiede ZFTM. Heute beschäftigt sich der 76-Jährige mit historischen Forschungen. Heiko Weckbrodt unterhielt sich mit ihm über die Hochs und Tiefs der DDR-Computerindustrie, über Eingriffe „von oben“, den Einfluss der Sowjetunion und was von Riesen Robotron bleibt.

Special: 50 Jahre Mikroelektronik in Dresden

Dresden, August 2011: Vor 50 Jahren, am 1. August 1961, gründete Prof. Werner Hartmann die „Arbeitsstelle für Molekularelektronik“ (AME) in Dresden. Damit gehörte er in Europa zu den ersten Forschern, die sich anwendungsnah mit dieser später „Mikroelektronik“ genannten neuen Technologie beschäftigten. Und er legte damit den Grundstein für das heutige „Silicon Saxony“, für die großen Dresdner Chipfabriken, für die Hightech-Landschaft im Dreieck Dresden-Freiberg- Chemnitz, in der inzwischen über 40.000 Menschen beschäftigt sind. Hartmann selbst fiel nach einer Stasi-Intrige in Ungnade, sein Name über Jahrzehnte zu Unrecht dem Vergessen anheim. Der Oiger erzählt in diesem Special gemeinsam mit Gastautoren die wechselvolle Geschichte der Mikroelektronik in Dresden und Sachsen, über die aufwendigen Wertschöpfungsketten, die binnen eines halben Jahrhunderts entstanden und zerfielen. Dabei stützen wir uns auf Interviews mit Zeitzeugen, Recherchen im Bundesarchiv, in der Stasi-Unterlagen-Behörde und auf Fachliteratur. Das Special beleuchtet die Tücken zentraler Wirtschaftslenkung, aber auch den Nutzen, den der Standort aus offensiver staatlicher Wirtschaftspolitik zog. Branchenvertreter und Politiker diskutieren die Zukunft der Schlüsseltechnologien in Europa. Und wir stellen ausgewählte Hightech-Unternehmen vor, die die Technologie- und …